Bromöldruck, ein photographisches Edeldruckverfahren November 3, 2009
Posted by Martin Frech in Technik.Tags: Bromöldruck, Edeldruckverfahren, EO Albrecht, Kunstphotographie, Piktoralismus, Piktoralisten
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Im Oktober haben wir mit einer Vernissage in Köln die Ausstellung Landschaften und Aktmontagen (Bromöldrucke) des Photographen EO Albrecht eröffnet.

EO Albrecht: Hohes Venn I (Bromöldruck)
(aus unserer Ausstellung EO Albrecht: Landschaften und Aktmontagen, Okt./Nov. 2009 in Köln)
Ausführliche Informationen zu unserer Ausstellung und dem Photographen EO Albrecht finden Sie in meinem Beitrag EO Albrecht: Landschaften und Aktmontagen (Bromöldrucke) | Anmerkungen auf Randgebiete /Atelier.
Wie funktioniert eigentlich der Bromöldruck?
© Martin Frech, randgebiete.de, 2009 (Kontakt)
korrigierter Nachdruck aus Randgebiete 3, 2 (2005) 2, S. 9f.
(komplettes Heft als pdf-Datei)
Der Bromöldruck, ein photographisches Edeldruckverfahren, wurde im 19. Jahrhundert entwickelt. Soviel war mir bekannt. Auch hatte ich schon Bromöldrucke gesehen und kannte ihre piktoralistische Anmutung. Doch wie stellt man einen Bromöldruck her?
Die Firma Monochrom machte diese Frage zum Thema eines Samstagnachmittags am 5. November 2005. Referent war Siegfried Utzig, ein erfahrener Praktiker dieser Kunst, auch ausweislich seiner mehrfarbigen Bromöldrucke, die in der Monochrom-Galerie zu sehen waren.(1)
Für den Bromöldruck benötigt man kein Zwischennegativ. Die Basis für das Verfahren sind herkömmlich ausgearbeitete Schwarzweiß-Vergrößerungen auf Bromsilberpapier, die jedoch (im Positiv) um etwa eine Blende überbelichtet werden. Wichtig ist, daß die Schicht nicht gehärtet ist, gängige Papiere sind daher für den Bromöldruck nicht zu gebrauchen, auch Entwickler und Fixierer dürfen keine Härter enthalten. Herr Utzig empfahl als Papier das Art Document von Kentmere, als Entwickler und Fixierer eignen sich beispielsweise Eukobrom und Turafix. Wichtig ist, das Papier abschließend gut zu wässern. Will man den Bromöldruck erst später machen, kann die Vergrößerung getrocknet werden.
Im nächsten Schritt wird das nasse Bild ins Bleich-/Gerbbad gegeben. Das Silberbild verschwindet zugunsten eines Gelatinereliefs: Die Menge des Silbers bestimmt den Grad der Härtung, schwärzere Stellen (viel Silber) härten mehr als hellere Bereiche. Das Bleichbad enthält u.a. Chromsäure und ist sehr gesundheitsschädlich — vorsichtiges Arbeiten mit dicken Gummihandschuhen ist wichtig! Das gebleichte Bild muß wieder gründlich gewässert und in einem Zwischenschritt über Nacht gut getrocknet werden, damit sich das Gelatinerelief vollständig ausbilden kann.
Bevor das Bild gefärbt wird, muß es in warmem Wasser (etwa 15 Minuten bei anfangs 40 Grad) wieder quellen. Nun wird die Oberfläche vorsichtig getrocknet und der „Druck“ kann beginnen. Mit Pinseln, Schwämmen oder Lackrollen wird die Farbe auf das bleiche Bild getupft oder gerollt, wobei sich der Bromöldruck „entwickelt“. Die Art des Auftragens entscheidet über die Charakteristik des endgültigen Bildes. Das funktioniert jedoch nur mit zähen und fetthaltigen Farben, beispielsweise Buchdruckfarben.
Das Prinzip beim Bromöldruck ist — wie bei so vielen Druckverfahren –, daß sich Fett und Wasser abstoßen. Die hellen Stellen im Bild sind wenig gehärtet und enthalten mehr Wasser als die dunklen Stellen, die somit die Fettfarbe besser annehmen.
(1) Berlin, Monochrom (Ackerstraße 23 – 26, 10115 Berlin): „Siegfried Utzig: Abschied aus dem Ferrozän“. 9. September bis 9. November 2005

EO Albrecht: Zärtlich (Montage, Bromöldruck)
(aus unserer Ausstellung EO Albrecht: Landschaften und Aktmontagen, Okt./Nov. 2009 in Köln)
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