Die Materialfrage des Dia-Fotografen 4. Juli 2012
Posted by Martin Frech in Fotograf, Gedanken, Markt, Technik.Tags: 8x10, Architekturfotografie, Diafilm, Großformat, Manfred Hamm
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Ole, ein Leser meines blogs, hat mich auf ein Interview mit Manfred Hamm aufmerksam gemacht, das auf Spiegel Online veröffentlicht wurde.(1)(2) Anlass für Hilmar Schmunds Fragen war die Eröffnung einer Ausstellung von Hamms Konzerthaus-Fotos in einem Kongress-Zentrum in Mannheim.
Als Foto-Pionier würde ich Manfred Hamm (geb. 1944) nicht bezeichnen. Mir ist er vor allem als Maschinen- und Architekturfotograf ein Begriff. Seine Bücher Tote Technik (1981) und Sterbende Zechen (1983) waren unter den ersten Fotobücher, die ich mir gekauft habe. Hamm ist bekennender Großformat-Fotograf, er arbeitet farbig und schwarzweiß — jedoch nur auf Film. Bildbeispiele finden Sie auf seinen Web-Seiten.(3)
Im Interview outet sich Manfred Hamm als Dia-Fotograf, der für Farbfotos ausschließlich mit den schon seit längerem nicht mehr erhältlichen Kodak-Ektachrome-Materialien EPD und EPY arbeitet; fast schon ein konzeptueller Ansatz. Hamms tiefgefrorene Vorräte sind nun beinahe aufgebraucht und Kodak produziert keine Diafilme mehr. Im Interview gibt Hamm das als Grund an, mit der (Farb-)Fotografie aufzuhören.
Jetzt würden mich Details interessieren, doch dafür ist Spiegel Online natürlich das falsche Forum.
Mein erster Reflex war die Frage, warum er nicht sein Konzept ändert und auf ein anderes Material umsteigt. Immerhin gibt es mit Fujis RDPIII noch ein letztes im 8×10-Format lieferbares Dia-Material; auch ein Wechsel auf Farbnegativ-Film wäre denkbar. Es ist also möglich, sich eine Tiefkühltruhe anzuschaffen und genügend frischen Farbfilm für spätere Projekte einzulagern.
Doch das Aufnahmematerial ist nur ein Aspekt der analogen Fotografie. Der Film muss ja auch entwickelt werden und Fachlabore schränken ihre entsprechenden Analog-Services zunehmend ein. Gut, sowohl E-6 als auch C-41 kann man im eigenen Labor entwickeln. Doch zum einen müssen die auf dem Gebraucht-Markt zwar erhältlichen aber ältlichen Maschinen regelmäßig gewartet werden — was auch nicht einfacher wird. Zum anderen ist die Prognose schwierig, wie lange die Chemie (v.a. für E6) noch lieferbar sein wird.
Zur Zeit ist die Film-Entwicklung also noch zu organisieren. Aber dann? Wie wird aus dem Dia ein Print? Die ILFORD Imaging Switzerland GmbH hat die Produktion der Ilfochrome-Materialien eingestellt. Die wenigen Labore, die überhaupt noch Dia-Vergrößerungen anbieten, können also nur noch kurze Zeit mit den Restbeständen arbeiten. Klassische Color-Vergrößerungen vom Negativ wird man wohl noch etwas länger bekommen können; in ausgesuchten Laboren. Wer seine Dias nicht als hinterleuchtete Originale präsentieren will (oder bei kleineren Formaten natürlich in der Projektion), dem bleibt daher nur der hybride Weg: digitalisieren und ausbelichten oder tintendrucken.
Ich weiß leider nicht, wie Manfred Hamm darüber denkt — zumal er wohl eher für Bücher arbeitet und mithin seine Fotos primär für die Auswertung via Reproduktion anfertigt. Und ich weiß auch nicht, wie die Prints für seine aktuelle Ausstellung entstanden sind.
Ich kann jedoch gut verstehen, wenn jemand, der die Möglichkeiten des Handwerks und die visuelle Kraft der sauber ausgearbeiteten handvergrößerten Unikate kennt, den hybriden Weg nicht gehen will. Und ich habe Respekt vor der künstlerischen Entscheidung, auf Grund der Material-Situation einfach nicht mehr farbig zu fotografieren.
Ein Hamm-bashing à la alter Mann kann nicht mehr mit der Zeit gehen, wie es aktuell durchs Web schwappt, finde ich dagegen respektlos und unangemessen.
–
(1) Kommentar zu meinem Text Skia Photography: Posterdruck de luxe (aktualisiert). Online verfügbar: http://medienfrech.wordpress.com/2009/05/23/skia-photography-posterdruck-de-luxe/#comment-659 [2012-07-04]
(2) Foto-Pionier Manfred Hamm: “Digital ist doch alles eine Soße”. Online verfügbar: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fotograf-manfred-hamm-ueber-konzerthaeuser-und-digitale-fotos-a-837546.html [2012-07-04]
(3) Manfred Hamm Photography. Online verfügbar: http://www.hamm-photographie.com/index.html [2012-07-04]
thematisch passender Text auf NzPh: Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm (03/2008)
“Light Leaks”, ein abgeschlossenes Sammelgebiet 7. Oktober 2011
Posted by Martin Frech in Foto-Zeitschrift, Markt.Tags: Foto-Magazin, Foto-Zeitschrift, Light Leaks, Lightleaks, low fidelity photography, low-fi, Magazin, toy camera, Zeitschrift
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Dieser Tage ist mit der Nummer 19 die letzte Ausgabe der Zeitschrift Light Leaks — Low Fidelity Photography erschienen.
Light Leaks war ein Magazin für Enthusiasten der sog. analogen Low-Fidelity-Photographie mit Loch- bzw. Spielzeug-Kameras (“toy cameras”, z.B. Holga, Diana).
Die erste Ausgabe erschien im Oktober 2005, damals hieß das Blatt noch Lightleaks — A Magazine for Toy Camera Users. Mit der vierten Ausgabe ein Jahr später war der endgültige Name gefunden. Auch das Format änderte sich anfangs gelegentlich, die Titel ab Nummer acht erschienen dann im handlichen 20×23-Format. Bis auf die letzte Ausgabe wurde immer vierfarbig gedruckt.

“House of Maté”, mein Beitrag zum Thema Cliff-Hangers in Light Leaks Nr. 8
Light Leaks war als Mitmach-Zeitschrift konzipiert — jede Ausgabe stand unter einem anderen Thema wie beispielsweise Unusual, Almost Perfect, Childhood oder zuletzt Secrets. Die Leser waren aufgefordert, entsprechende Bildbeiträge für den Galerie-Teil zu liefern; wechselnde Bildredakteure trafen die Auswahl.
Weitere Themen waren Interviews mit Toy-Camera-Photographen oder anderen Protagonisten der Szene, Portfolio-Präsentationen und Technik-Artikel. Insgesamt eine gelungene und anregende Mischung. Ich habe die Zeitschrift von Anfang an gerne gelesen und gelegentlich Photos beigetragen.
Meines Wissens war Light Leaks das einzige international erhältliche gedruckte Magazin zu diesem Randgebiet der Photographie. Es wird mir fehlen.
Unter www.lightleaks.org können noch einzelne gedruckte Exemplare bestellt werden, zudem sind alle Nummern als pdf-Version erhältlich.
Lightleaks. A Magazine for Toy Camera Users. Ab Nr. 4 u.d.T. Light Leaks. Low Fidelity Photography. Nr. 1–19 (unregelmäßig); o.O. (Canada): Lightleaks Press, 2005–2011. Ersch. eingestellt. Ausg. 4–18 unter ISSN 1911-429X.
JPG Magazine: eventuell vor dem Aus 4. Januar 2009
Posted by Martin Frech in Markt.Tags: Business, Community, JPG Magazine, Photo
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Das Ende des JPG Magazine und die Abschaltung der Website jpgmag.com wurde zu Beginn des Jahres auf des Magazins eigenem blog angekündigt.(1) Vielleicht war das aber auch nur ein Aufschrei, der neue Investoren anlocken soll, mal sehen.

Photo © Martin Frech, Berlin
Das Geschäftsmodell des Verlags “8020 Publishing” für das JPG Magazine war/ist, aus Werbeanzeigen und aus von der “Community” zugelieferten undvon dieser ausgewählten Bildern eine Zeitschrift zu kompilieren — eine einzige Huldigung an den Massengeschmack, die nebenbei den Bildredakteur einspart.
Jeder gedruckte Beitrag wurde jedoch immerhin mit $100 und einem Jahresabo honoriert. Gestartet wurde im Januar 2007 mit Ausgabe 7 (die Ausgaben 1 bis 6 sind eine andere Geschichte), zuletzt ist Nummer 19 erschienen (Einzelheft $5.99, im Abo jährlich $24.99).
In den vergangenen zwei Jahren sind also 13 Ausgaben erschienen, die zudem bis Nr. 15 komplett als pdf-Dateien verfügbar sind.(2) Die einzelnen Ausgaben bestehen jeweils aus ein bisschen Text und jeder Menge Einzelphotos zu vorgegebenen Themen. Oft hübsch anzuschauen, aber für mich ohne Mehrwert.
Vielleicht ging das anderen auch so, das drückt dann halt auf die Verkaufszahlen. Und wie einer der Gründer des Magazins schon in Ausgabe 7 schrieb: “JPG is not a normal magazine. … Everyone talks about the death of the magazine business. We say, if magazines are dying, it’s their own damn fault. Hubris has felled larger things.”(3)
Selber schuld also — na klar, wer denn sonst?
(1) Laura Brunow Miner: JPG Magazine Says Goodbye. online verfügbar: http://jpgmag.com/blog/2009/01/jpg_magazine_says_goodbye.html (04.01.2009)
(2) via http://www.jpgmag.com/issues/ (04.01.2009)
(3) Derek Powazek: “What you’re holding in your hands was created by thousands of people.” In: JPG Magazine, Issue 7, December 2006/January 2007, S. 5
FX-55 und MaxPyro: zwei neue sw-Entwickler 24. November 2008
Posted by Martin Frech in Markt, Technik.Tags: Catechol, developer, Entwickler, Film, FX-50, FX-55, Geoffrey Crawley, Gordon Hutchings, MaxPyro, Moersch Tanol, Pyro, Pyrogallol, schwarzweiß, stain, Tanol
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FX-55
Man sollte meinen, es gibt genug Rezepte für Filmentwickler. Aber nein: regelmäßig wird irgendwo ein neues Süppchen vorgestellt. Wie auch immer — man muss wohl nicht jedes nachkochen.
Wenn jedoch der legendäre Geoffrey Crawley in die Trickkiste greift, werde ich hellhörig. Kürzlich war es wieder soweit: im Amateur Photographer vom 13. September 2008 veröffentlichte Crawley die Ansatzvorschrift für FX-55, inzwischen auch bei Wikipedia(1) nachzulesen.
Ich habe den Entwickler nicht ausprobiert und bisher auch keine weiteren handfesten Infos zu FX-55 gefunden. Für mich liegt jedoch der Schluss nahe, dass FX-55 ein naher Verwandter des einstmals kommerziellen FX-50 ist, den Paterson letztes Jahr aus dem Vertrieb genommen hat (ich berichtete).(2)
MaxPyro
Pyrogallol- und Catechol-Entwickler gerben und färben das Negativ; es entsteht eine Grundfärbung (durch die später einfach durchbelichtet wird) sowie eine Färbung proportional zur Silberdichte. Der gerbende Effekt bewirkt eine deutliche Schärfesteigerung; die Färbung (der stain) blockiert das Licht beim Vergrößern wie das Silber, hat jedoch bei kontrastvariablem Papier zusätzlich einen kontrastmindernden Effekt, vor allem in den Lichtern. Angenehm ist zudem, dass die Färbung die unterschiedlichen Anforderungen von Kondensor- und Mischlichtvergrößerern an die Negativgradation nivelliert (reduzierter Callier-Effekt des gefärbten Negativs).
Pyro-Entwickler waren in der Anfangszeit der Photographie recht verbreitet, sind ab den 1920er-Jahren jedoch etwas aus der Mode gekommen. Das änderte sich wieder ab den 1980er Jahren, als Gordon Hutchings seinen Pyro-Entwickler PMK propagierte (der Name leitet sich ab aus den Anfangsbuchstaben der Hauptbestandteile Pyro, Metol und Kodalk).
Der von mir gerne verwendete Tanol von Wolfgang Moersch ist übrigens ein Catechol-Entwickler und gehört damit auch in diese Kategorie.

Ilford Delta 3200, entwickelt in Tanol
Photo © Martin Frech, Berlin
In einem von Bergger finanzierten Projekt hat Gordon Hutchings seinen PMK zu MaxPyro weiterentwickelt. Das Ergebnis stellt er in der aktuellen Ausgabe des Magazins View Camera vor.(3) Hutchings Designziele waren vor allem eine höhere Empfindlichkeitsausnutzung des Filmmaterials (full ISO speed), eine geringere Färbung und eine kürzere Entwicklungszeit. Die selben Gründe übrigens, die Herrn Moersch zu Tanol Speed führten.
Anders als für PMK hat Gordon Hutchings das Rezept für MaxPyro nicht offengelegt. Der Entwickler soll als Fertigprodukt exklusiv von Bostick & Sullivan (http://www.bostick-sullivan.com/) vertrieben werden.
(1) FX-55 (film developer). online: http://en.wikipedia.org/wiki/FX-55_(film_developer) (2008-11-23)
(2) Martin Frech: Die Einschläge kommen näher. online: http://medienfrech.wordpress.com/2007/03/20/die-einschlage-kommen-naher/
(3) Gordon Hutchings: “MaxPyro© A New Pyro Developer”. In: View Camera, 21(2008)11/12, S. 48-49.
Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro 15. August 2008
Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.Tags: C-41, Digibase CN 200, Farbnegativfilm, Filmtest, Ilford Delta 400, Ilford Perceptol, Luftbildfilm, Maco, Rollei, Rossmann HR 200, Schwarzweißbild, Schwarzweißfilm, sw-Labor
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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache
Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:
Wie ich schon im ersten Beitrag dieser kleinen Serie angemerkt habe, ist das kein kontrollierter und abgesicherter Labortest. Durch die Werbung darauf aufmerksam geworden, war ich einfach an dem Film interessiert und habe diesen daraufhin untersucht, ob und wie er für meine Belange taugt.

Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, Scan vom Negativ
Photo © Martin Frech, Berlin

Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, vergrößert auf Ilford MG IV (entwickelt in Tetenal Variospeed W), Scan vom Print
Photo © Martin Frech, Berlin
Farbnegative und sw-Photopapier
Ein Argument für die Verwendung des Rollei Digibase CN 200 Pro als Kamerafilm ist, dass die Negative gut für die Herstellung von klassischen sw-Vergrößerungen auf übliches Gradationswandelpapier geeignet seien.
Prinzipiell kann man natürlich auch orange maskierte Farbnegative im sw-Labor vergrößern. Das übliche sw-Photopapier ist jedoch unsensibilisiert, also nur UV- und blauempfindlich (festgraduiertes Papier) bzw. zusätzlich grünempfindlich (kontrastvariables Papier). Panchromatische Photopapiere wie Kodak Panalure(3) sind m.W. nicht mehr im Handel. Daher entsprechen die Tonwerte der Vergrößerung eines Farbnegativs meist nicht denen des aufgenommenen Motivs (man könnte allerdings versuchen, dies durch einen Blaufilter zu korrigieren). Außerdem sind die Belichtungszeiten wegen der Maske deutlich länger als bei sw-Negativen.
Laut Vertrieb unterscheidet sich der Rollei Digibase CN 200 Pro sowohl durch die fehlende Maske von allen anderen Farbnegativfilmen, als auch durch eine andere spektrale Sensibilisierung im Rotbereich. Leichte Unterschiede zu dem von mir gerne verwendeten Kodak Portra 160NC sind denn auch in den publizierten Kurven erkennbar:

Spektrale Empfindlichkeiten
li: Rollei Digibase CN 200 Pro; re: Kodak Portra 160NC
(Screenshots aus den jeweiligen Datenblättern)
Mein Test
Ich habe ausprobiert, wie sich die Prints von auf sw-Papier vergrößerten Farbnegativen hinsichtlich der Grauwertumsetzung unterscheiden, wenn jene mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro bzw. einem maskierten Farbnegativfilm aufgenommen wurden.
Tests zur Kontraststeuerung mittels Gelb-/Magenta-Filtern habe ich ebensowenig unternommen wie einen Versuch, die Eignung des Splitgrade-Rechners für den Rollei-Film herauszufinden.
Den Vergleich der Farbnegativfilme mit einem klassischen sw-Film habe ich nur mit Testtafel-Bildern gemacht.
Als Referenz für die Darstellung der Farben als Grauwerte dient mir die Sensibilisierung eines modernen Schwarzweißfilms. Ohne großen Aufwand habe ich bei ansonsten identischen Bedingungen Farbtafeln mit einem sw-Film, einem maskierten Farbnegativfilm und dem Rollei Digibase CN 200 Pro aufgenommen.
Parameter für die Aufnahmen der Testtafeln:
- Tageslicht
- Micro-Nikkor 2.8/55 mm
- Ilford Delta 400, EI 200, manuell in der Dose entwickelt mit Ilford Perceptol 1+0
- Rossmann HR 200, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)
- Rollei Digibase CN 200 Pro, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)
Die Negative habe ich dann im sw-Labor vergrößert.
Parameter für die Ausarbeitung im sw-Labor:
- Schneider Componon-S 4/80 mm
- Ilford MG IV RC glänzend
- Moersch 4 SE Neutral 1+14

Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print


zum Vergleich: die Farben farbig

Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Negativ

Rollei Digibase CN 200 Pro | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Rossmann HR 200 | Scan vom Negativ

Rossmann HR 200 | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print
Die m.E. harmonischste Grauwertumsetzung der Farben erreicht der dezidierte sw-Film. Wenig überraschend ist auch, dass die Negative des Rollei-Digibase-Films besser geeignet sind für die Ausarbeitung im sw-Labor als die eines konventionellen Farbnegativfilms: die Belichtungszeit für die Digibase-Negative beträgt nur etwa ein Viertel der Zeit, die für maskierte Negative nötig ist; außerdem erscheint die Farbskala bei den Digibase-Prints insgesamt differenzierter umgesetzt als bei den Abzügen vom konventionellen Farbnegativ. Ob es korrekt ist, die Farbumsetzung des Rollei-Films als “tonwertrichtig” zu charakterisieren und als “dokumentenecht” (was immer das sein soll), will ich hier nicht beurteilen. Nimmt man einen klassischen sw-Film als Maßstab, stimmt es jedoch nicht.
Und?
Ich habe mich intensiv mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro beschäftigt (ausgelassen habe ich das analoge Farbvergrößern der Negative; das bleibt als Thema für meinen vierten Text in dieser Serie).
Der Rollei Digibase CN 200 Pro ist ein interessanter Film — ich habe das in meinem ersten Beitrag schon geschrieben.(1)
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film für die Alltagsarbeit nicht benötige, ihn jedoch bestimmt irgendwann projektbezogen wegen des speziellen “Looks” einsetzen werde — dann aber nicht zum scannen, sondern um die Negative analog farbig zu vergrößern.
Ich erwarte nicht, dass es für mich Anwendungen gibt, für die die Archivfestigkeit des PET-Trägers ein Argument ist.
Das Hybrid-Argument gilt für mich ebenfalls nicht. Als “Farbfilm für jeden Tag” ist mir der Rollei Digibase CN 200 Pro in der Farbdarstellung zu ungenau, auch zu klumpig (“körnig”) und wenn ich schwarzweiß arbeite, bevorzuge ich konventionelle sw-Filme.
(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar:
http://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-15)
(2) Martin Frech: Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests. Online verfügbar:
http://medienfrech.wordpress.com/2008/08/13/rollei-digibase-cn-200-pro-weitere-tests/ (2008-08-15)
(3) KODAK PROFESSIONAL PANALURE SELECT RC Paper. online verfügbar: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/g27/g27.jhtml (2008-08-15)
Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests 13. August 2008
Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.Tags: C-41, Digibase CN 200, Digital ICE, Farbnegativfilm, Filmtest, Luftbildfilm, Maco, Rollei, Rossmann HR 200, scannen
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Rollei Digibase CN 200 Pro — ein weiterer Filmtest
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache
Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Hinweis in der Spree, Berlin
auf Rollei Digibase CN 200 Pro
Photo © Martin Frech, Berlin
Im Februar habe ich für mich den Rollei Digibase CN 200 Pro (135-36) aus dem Hause Maco getestet und meine Ergebnisse hier im Randgebiete blog veröffentlicht.(1) In den letzten Monaten wurde mein Text in den unterschiedlichsten Diskussionsforen zu diesem Thema zitiert und teilweise kontrovers beurteilt. Um einige für mich noch offene Fragen zu klären habe ich nun weitere Tests durchgeführt.
Maco hat zwischenzeitlich den Preis für eine KB-Rolle etwa um die Hälfte gesenkt, im 5er-Pack kostet diese jetzt knapp vier Euro. Außerdem wurde das Info-pdf dahingehend überarbeitet, dass darin nicht mehr von einem monochromen sw-Film die Rede ist, sondern dieser korrekt als unmaskierter Farbnegativfilm bezeichnet wird.(2)
Für meinen ersten Test habe ich den Rollei-Film gegen den Fujicolor Superia 100 getestet (jeweils KB). Das brachte mir die berechtigte Kritik ein, es sei unseriös, einen 200-ASA-Film mit einem 100-ASA-Film zu vergleichen.
Für meinen zweiten Test (ebenfalls im Kleinbild-Format) habe ich mir daher einen 200-ASA-Farbnegativfilm gekauft, den Rossmann HR 200. Dieser kostete im Doppelpack im gleichnamigen Drogeriemarkt knapp 90 Cent pro Film.
Als Grund für das in meinem ersten Test aufgetretene Problem mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren hat ein Leser eine fehlerhafte Entwicklung vermutet, bei der Restsilber in der Schicht verblieben sein könnte. Meine Filme des ersten Tests habe ich damals in einem Fachlabor entwicklen lassen (opaque, Berlin). Die Filme dieses zweiten Tests wurden nun in einem anderen Fachlabor entwickelt (Pixel Grain, Berlin). Das Problem ist wieder aufgetreten und ich kann mir nicht vorstellen, dass beide Labore unabhängig voneinander derartige Probleme mit ihrem Standard-C-41-Prozess haben.
Aufnahmen jeweils mit Nikkor 2.8/135 mm, vom Stativ, mit Fernauslöser
Digitalisierung jeweils mit dem Scanner Nikon Super Coolscan 4000 ED und dem Scanprogramm Nikon Scan 4, Farbnegativ-Modus, automatische Belichtung, ohne und mit ICE
Alle 100%-Ausschnitte sind ohne nachträgliche Bearbeitung verlustfrei als png-Dateien gespeichert.

Rollei Digibase CN 200 Pro

Rossmann HR 200

Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE
Fazit
- Der Vertrieb bewirbt den Rollei Digibase CN 200 Pro als einen Film mit sehr gutem Auflösungsvermögen und sehr feinem Korn. In meinen Tests konnte ich das nicht nachvollziehen.
- Der Rollei Digibase CN 200 Pro eignet sich m.E. nicht für das Scannen mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren des Nikon Super Coolscan 4000 ED mit der Software Nikon Scan 4.
- Der Rossmann HR 200 ist ein guter Farbnegativfilm mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.
(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar: http://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-12)
(2) Rollei Digibase (R) CN 200 Pro, Stand Juli 2008. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/ROLLEI_Digibase_060308_dt.pdf (2008-08-12)
Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm 23. März 2008
Posted by Martin Frech in Gedanken, Markt.Tags: Fujifilm, Ilford, Neopan
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Fujifilm wird Fujipharma
Fujifilm ist dem Namen nach und speziell in unserer Branche ein Begriff für photographische Aufnahmefilme. Und in der Tat stellt die Firma diese auch her. Das Film-Geschäft trägt jedoch nur noch unbedeutend zum Ertrag der Fujifilm-Holding bei.(1)
Fujifilm-Chef Shigetaka Komori sieht die Zukunft des Unternehmens im Pharma-Bereich und kauft entsprechende Firmen im großen Stil auf: “We aim to become a comprehensive health-care company“. Offenbar lässt sich das Know-how, das sich bei Fujifilm zur Filmherstellung angesammelt hat, gut für die Herstellung von Medikamenten nutzen.

Probleme mit der Qualitätskontrolle?
Fujifilm Neopan-400-KB-Container mit falscher Kennzeichnung
Photo © Martin Frech, Berlin
Wichtige Geschäftsfelder von Fujifilm sind heute Flachbildschirme und Bürokopierer, zunehmend auch Medizintechnik (Gen-Analyse, Ultraschall- und Röntgenbild). Filmfabriken wurden schon geschlossen, die Kameraproduktion von Japan nach China verlagert. Es könnte also sein, dass Fujifilm sein Filmgeschäft bald aufgeben wird.
Bei Kodak sieht es ähnlich aus, Agfa und Polaroid sind Geschichte
Somit gibt es mit Ilford nur noch eine Firma, deren Kerngeschäft die komplette Palette an Schwarzweiss-Materialien ist und die diese mit hohem Qualitätsanspruch selbst produziert.
Es gibt kleine Anbieter, die sich in diese vermeintliche Lücke drängen und den sehr kleinen Markt fragmentieren. Dieser Markt lebt wesentlich von der Nachfrage der Liebhaber und der Künstler. Diese kleinen Anbieter, die entweder Material von den Großen/Verblichenen umetikettieren und/oder manufakturähnlich selbst herstellen (wollen), verstehen es teilweise sehr geschickt, das Internet als Marketingplattform zu nutzen. Sie versuchen, den Eindruck zu erwecken, sie seien die wahren Sachverwalter der silbernen Kunst.
Ich sehe das anders und kaufe bei Ilford. Dort glaube ich meinen Materialbedarf zukünftig am ehesten gesichert, und das in zuverlässiger Qualität und einer gewissen Bandbreite. Bei den “neuen kleinen” weiß ich zur Zeit nicht zuverlässig, welche Emulsionen sich unter den Etiketten verbergen und ob sich dies bei der nächsten Lieferung wieder geändert haben wird. Auch erwarte ich von dort kein modernes Material — diese Anbieter beschäftigen man sich m.W. nur mit klassischen Emulsionen und haben (außer mit Efkes 127er-Rollfilm) nichts zu bieten, das ich nicht auch bei Ilford bekäme. Und jeder Kauf bei denen schmälert Ilfords wacklige Zukunftschancen.
(1) Hall, Kenji: Fujifilm Focuses on Pharma. In: businessweek.com. Online verfügbar: http://www.businessweek.com/globalbiz/content/mar2008/gb20080312_471823.htm (2008-03-23)
Weitere Randgebiete-Beiträge zu dieser Thematik (Auswahl)
Requiescat in pace Polaroid 11. Februar 2008
Posted by Martin Frech in Geschichte, Markt.Tags: Polaroid, Sofortbild
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Die Differenz des instantanen Bildes zum Dualismus von Negativ und Abzug eröffnet Optionen, die das Polaroid im mehrfachen Wortsinne einzigartig machen. (Barbara Lauterbach, 2005)
… machten, muss man wohl sagen.