neues Online-Portfolio 4. April 2013
Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Photo, Photo: Frech.Tags: Fotografie, Online-Portfolio
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Ich habe mein Online-Portfolio neu aufgesetzt:
dreister Bilderklau (aktualisiert) 4. August 2009
Posted by Martin Frech in Ärgernisse, Photo: Frech.add a comment
Zum gemütlichen Ausklang des Tages habe ich eben noch ein wenig bei ebay gestöbert.
Und was muss ich sehen — mein Photo als Werbebild für mehrere Auktionen:

Mein Photo wird widerrechtlich als Werbebildchen für mehrere Angebote bei ebay verwendet (hier in der Listenansicht).

Mein Photo wird widerrechtlich als Werbebildchen für ein Angebot bei ebay verwendet (hier in der Detailansicht).
Der ebay-Anbieter hat mich übrigens nicht gefragt, ob er das Bild verwenden darf — weist jedoch seine potentiellen Käufer darauf hin, dass es sich bei seinem Angebot nicht um die abgebildete Ware handelt.
Aufmerksame Leser werden bemerkt haben, dass es sich um ein Bild handelt, das ich angefertigt habe zur Illustration meines Beitrags sofobomo 2009 | ORWO NP 20 vom 15. Mai 2009. Obwohl es rechtlich gar nicht nötig wäre, ist dort sogar vermerkt, dass es sich um mein Photo handelt.
Ich habe mich bei ebay für das Verifizierte Rechteinhaber-Programm (VeRI) angemeldet und im ersten Schritt beantragt, dass die Auktionen beendet werden (Grund 4.2, widerrechtliche Verwendung geschützten Bildmaterials).
Nachtrag:
Ebays VeRI-Programm funktioniert prima. Ich habe meine Beschwerde in der Nacht gefaxt, am frühen Morgen kam die Bestaetigung per E-Mail und mittags waren die Angebote gelöscht.
neue Photos in meinem Online-Portfolio 28. Juli 2009
Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Photo, Photo: Frech.Tags: Fotos, Mappe, Photo: Frech, Photos, Portfolio
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Ich habe heute meiner Online-Mappe (Portfolio) neue Photos hinzugefügt: eine Auswahl aus der Serie en passant.

Aus der Serie en passant
Photo © Martin Frech
Film: Rollei R3 26. Juli 2009
Posted by Martin Frech in Ärgernisse, Photo: Frech, Technik.Tags: Adox Fine Print Variotone Premium, Cube 400c, Fomatol PW, ORWO TC27, RHS, Rollei R3, Rollei RHS
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Vor einiger Zeit habe ich mich praktisch mit dem Film Rollei R3 beschäftigt, der vom Vertrieb vielversprechend angekündigt wurde (Hamburger Prosa); beispielsweise mit dem Versprechen, er sei langfristig in einer großen Formatvielfalt lieferbar.

aus der Serie Teltowkanal-Brücken (TeK-B)
Photo © Martin Frech
Der Rollei R3 ist der Nachfolger des Maco Cube 400c. Die Emulsion ist identisch, der R3 hat jedoch eine Beschichtung zur Verbesserung der Planlage. Grundlage ist der ORWO TC27, ein Verkehrsüberwachungsfilm (erweiterter Rotbereich), den Filmotec (Wolfen) 1996 lancierte. (1), (2)

aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Photo © Martin Frech
Die technischen Daten klingen interessant: Der Rollei R3 ist ein dreischichtiger superpanchromatischer Schwarzweiß-Negativ-Film mit klassischer Kristallstruktur (sensibilisiert im Bereich ca. 380 nm bis >700 nm) auf Polyester-Basis mit einer Nennempfindlichkeit von ISO 400/27°.
Der Schwarzschildeffekt bewegt sich laut Datenblatt im üblichen Bereich klassischer Filme, d.h., ist die gemessene Belichtungszeit länger als eine Sekunde, muss tatsächlich deutlich länger belichtet werden (z.B. 2 s statt 1 s, 10 s statt 4 s 60 s statt 15 s, 350 s statt 60 s). (3)

aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Photo © Martin Frech
Der Film wird mit der Eigenschaft beworben, er sei über den riesigen Empfindlichkeitsbereich von ISO 25 bis 6400 einsetzbar; bei angepasster Entwicklung der jeweiligen Schichten. Empfohlene Entwickler für den Rollei R3 sind Rollei Low Speed (RLS = CG 512) und Rollei High Speed (RHS = LP Supergrain = Amaloco AM 74).
Filmotec empfiehlt in der ORWO-Vorschrift 1102 Kodaks Klassiker D76 zur Entwicklung des TC-27. (4)

Aus der Serie en passant
Photo © Martin Frech
Wie auch immer. Ich habe den Film in der Kleinbild-Variante ausprobiert mit einem EI zwischen 200 und 800, entwickelt in RHS (1+7) und 3 min. Vorwässerung. Die Ergebnisse bei einem EI von 400 gefallen mir, der Film zeigt bei meiner Verarbeitung ein gepflegtes Korn, wie ich es auch bei Ilfords HP5+ schätze; knapper belichtet konnte ich dem Film jedoch nichts abgewinnen. Großartig ist der Polyester-Träger des Rollei R3; die Negative liegen im Scanner über das volle Format perfekt flach.
Diese Erfahrungen haben mich jedoch weder dazu bewogen, meine Standardfilme aufzugeben, noch dazu verleitet, mich intensiver mit dem Rollei R3 zu befassen. Neben den für mich unbefriedigenden Ergebnissen bei knappem Licht (EI größer 400) ärgert mich, dass das Formatvielfalt-Versprechen des Vertriebs schnell gebrochen war: die Planfilme sind schon eine Weile nicht mehr lieferbar und wie zu hören ist, wird auch der Rest nur noch abverkauft; und das nur wenige Jahre nach Produkteinführung! Wieder ein Beispiel, das meine bereits dargelegten Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm(5) bestätigt.

aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Rollei R3, EI 400 entwickelt in RHS 1+7, 4000-dpi-Scan vom Negativ mit Nikon Coolscan 4000 und VueScan als Raw-Datei, Ausarbeitung mit Photoshop
Photo © Martin Frech

100%-Ausschnitt aus obigem Scan, unbearbeitet, png-Datei
Photo © Martin Frech

100%-Ausschnitt aus dem Scan (Epson V750) einer Vergrößerung des selben Negativs (11-fach linear, mit EL-Nikkor 4/50mm auf Adox Fine Print Variotone Premium, entwickelt in Fomatol PW), unbearbeitet, png-Datei
Photo © Martin Frech
Alle Photos in diesem Beitrag wurden auf den Film Rollei R3/KB (EI 400 und 800) aufgenommen und in Rollei High Speed (1+7) nach Herstellerangabe entwickelt.
(1) CUBE 400c (Datenblatt Januar 2004). Online verfügbar: http://www.mahn.net/TAcube4e.pdf (2009-07-26)
(2) TECHNISCHE INFORMATIONEN ORWO Verkehrsüberwachungsfilm TC 27. online verfügbar: http://www.filmotec.de/Produkte/TC_27/tc_27.html (2009-07-26)
(3) Rollei R3. Ein überzeugendes Film- und Entwicklungskonzept für alle Bereiche der bildmäßigen SchwarzWeiß-Fotografie. Produktinformation und Bedienungshinweise. 2. Aufl. Nov. 2005. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/TA_Rollei_R3_dt.pdf (2009-07-26)
(4) ORWO-Vorschrift 1102 (2003). Online verfügbar: http://www.filmotec.de/Informationen/Verarbeitung/1102/V-I-VV-1102_4.pdf (2009-07-26)
(5) Martin Frech: Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm (23.03.2008), online verfügbar: http://medienfrech.wordpress.com/2008/03/23/gedanken-zum-markt-fur-schwarzweissfilm/ (2009-07-26)
Toy camera: Debonair 15. Juli 2009
Posted by Martin Frech in Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, Technik.Tags: Debonair, Diana, Diana clone, Holga, Holga 120N, lo-fi, low fidelity photography, plastic camera, toy camera
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Die Debonair ist ein detailgetreuer Diana-Clone und sieht dem Original bis auf den geänderten Schriftzug zum Verwechseln ähnlich.

Photo © Martin Frech, Berlin
Die Diana wurde in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren in Hong-Kong von der Great Wall Plastic Factory hergestellt und ist quasi die Mutter aller Toy cameras, einer Kamera-Gattung, die — im Gegensatz zur Holga oder zur Lomo — ursprünglich nicht zum ernsthaften Photographieren gedacht waren: Der Hersteller hat die Kamera inklusive Objektiv komplett aus Kunststoff gefertigt; so waren diese für etwa zwei US$ wirklich billig zu kaufen und wurden auch gerne als Werbegeschenke genutzt. Die Debonair war nur ein Clone unter vielen weiteren, die damals auf dem Markt waren.(1)

Photo © Martin Frech, Berlin

Photo © Martin Frech, Berlin
Während die Holga bei sonst vergleichbarer Ausstattung zusätzlich über ein Stativgewinde und einen Blitzschuh verfügt, ist die Diana/Debonair technisch auf das Wesentliche reduziert (für Details siehe Tab. 1). Die sog. Toy cameras wurden dennoch — oder gerade deswegen — schon früh bewusst zum ernsthaften Arbeiten genutzt, lange vor der aktuellen lo-fi-Bewegung (Nancy Rexroth, 1974; Mark Schwartz, späte 1970er-Jahre; 1980 zeigte David Featherstone mit The Diana Show in Carmel Arbeiten von 43 Photographen).

Photo © Martin Frech, Berlin
Ich arbeite sowohl mit einer Holga 120N als auch mit der Debonair. Die Bildergebnisse unterscheiden sich nicht spürbar; das Stativgewinde und den Blitzanschluss habe ich bei letzterer auch noch nicht vermisst. Die Debonair wirkt eleganter, ist besser proportioniert und nicht so klobig wie die Holga; außerdem hat sie einen größeren Sucher.
Ein Nachteil der Debonair ist das Bildformat. Die Holga belichtet 12 Aufnahmen auf das volle Mittelformat, während die Debonair nur ein ca. 4×4-cm-Quadrat nutzt, dafür aber 16 Aufnahmen pro Rollfilm ermöglicht. Cewe, das Großlabor meines Vertrauens, fertigt jedoch leider nur Abzüge von 6×6-Negativen, die ich gerne als Ersatz für den Kontaktabzug nutze; so macht das kleine Format etwas mehr Arbeit.

Photo © Martin Frech, Berlin

Photo © Martin Frech, Berlin
| Tabelle 1: Technische Daten der Debonair | |
| Typ | Sucherkamera |
| Objektiv | Super-Lens No. 809 |
| Blende | Kreisrunde Löcher, die vor den Verschluß eingeschwenkt werden; drei Wettersymbole zur Einstellung: sonnig, bewölkt, trüb |
| Filtergewinde | – |
| Fokusierung | stufenlos ab 1 m mit Markierungen für 1-2 m, 2-4 m und ab 4 m |
| Belichtungsmesser | - |
| Verschlußzeiten | B und I (keine Doppelbelichtungssperre) |
| Anschluß für Fernauslöser | – |
| Selbstauslöser | - |
| Blitzkontakt/ Zubehörschuh |
-/ - |
| eingebauter Blitz | - |
| Stativgewinde | - |
| Film-/ Bildformat |
120er-Rollfilm/ 4,5×4,5 cm |
| Stromversorgung | - |
| Maße/ Gewicht |
ca. 125x90x75 mm/ ca. 170 g (mit Rollfilm, Aufwickelspule und Trageriemen) |
| Zubehör | Handbuch, Trageriemen, Aufwickelspule |
| Hersteller/ Produktionszeit/ Vertrieb in D. |
N.N. (Hong Kong)/ N.N./ Deutsche Mewa Industries |
(1) Encyclopedia of twentieth-century photography. Vol. 1. Hg. Lynne Warren. New York: Taylor & Francis, 2006. S. 216 f.
sofobomo 2009 | fertig 26. Juni 2009
Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.Tags: sofobomo, Solo Photo Book Month
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Ich habe es vollbracht: mein Beitrag zum sofobomo 2009 ist fertig und online.
Download via: http://www.sofobomo.org/2009/books/frech/Abschied/

Seite 1 meiner pdf-Datei ‘Abschied’
Wer mein sofobomo-blogging verfolgt hat und die geposteten Kontaktabzüge mit dem fertigen pdf-File vergleicht wird feststellen, dass ich mittendrin die Technik gewechselt habe. Die ersten Aufnahmen habe ich analog auf Rollfilm photographiert, alle Bilder im finalen pdf sind mit der Vintage-Digitalkamera QuickTake 100 aufgenommen.
Obwohl die Veranstaltung Solo Photo Book Month heißt, ist das Ziel doch eine pdf-Datei und mithin kein Buch. Letztes Jahr habe ich mit Uferzonen dennoch ein Buch gestaltet und dieses als pdf-Datei veröffentlicht (vgl. http://medienfrech.wordpress.com/2008/06/01/solo-photo-book-month-2008-geschafft/).
Das aktuelle Werk Abschied habe ich dagegen konsequent als pdf-Datei angelegt — inkl. Navigationselementen und Links ins Web.
Meine bisherigen sofobomo-Notizen:
- Apple QuickTake 100 | Teil 1, die Technik (26.06.2009)
- sofobomo 2009 | Digitalisieren (12.06.2009)
- sofobomo 2009 | Kontakte 3 und 4 (05.06.2009)
- sofobomo 2009 | Photo-pdf statt Photobuch (01.06.2009)
- sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte (31.05.2009)
- sofobomo 2009 | ORWO NP 20 (15.05.2009)
Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/
Apple QuickTake 100 | Teil 1, die Technik 26. Juni 2009
Posted by Martin Frech in Geschichte, Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, sofobomo, Technik.Tags: Apple QuickTake, digital lo-fi, Digitalkamera, lo-fi, QuickTake, QuickTake 100, sofobomo, Solo Photo Book Month, vintage
1 comment so far
Ich mag die Anmutung analog aufgenommener Lo-fi-Photos und vermute, dass es — aus ästhetischer Sicht — digital entsprechendes gibt. Das ist jedoch eher unabhängig vom Alter der Kamera oder von der Auflösung des Sensors; analog lo-fi wird ja auch mit High-tech-Filmen photographiert.
Ich habe noch keine schlüssige Theorie, was dieses lo-fi sein könnte — ob für analog oder für digital. Mit einem Randgebiete-Projekt will ich das mittelfristig für mich klären.

ohne Titel (aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert)
Photo © Martin Frech, Berlin
Ein Baustein in diesem Vorhaben war mein sofobomo-Projekt 2009. Dafür habe ich im Juni 2009 drei Wochen lang täglich mit der Vintage-Digitalkamera Apple QuickTake 100 photographiert. Als Ergebnis liegt die pdf-Datei Abschied vor.
Ein Bericht über die Erfahrungen aus dieser Arbeit folgt in Teil 2 dieses Beitrags; in diesem ersten Teil beschreibe ich die Technik der Kamera.
Die Digitalkamera QuickTake 100 von Apple Computer wurde mit Kodak entwickelt und kam 1994 für etwa 1500 DM auf den Markt. Ich weiß nicht, für welche Zielgruppe diese Kamera gedacht war, vielleicht wusste Apple das selbst nicht so genau. Vergleichbare Produkte gab es im Preissegment unter 2000 DM damals m.W. jedenfalls nicht — abgesehen vielleicht von Logitechs drei Jahre zuvor eingeführter Kamera FotoMan FM-1 (Dycam Model 1; 376×240 Pixel), die jedoch nur 8-Bit-Schwarzweißbilder liefert (spätere Modelle waren farbfähig).
Die QuickTake 100 war die erste von drei Apple-Kameras. Es folgten die QuickTake 150 und die QuickTake 200. Die QuickTake 150 entspricht hardwaremäßig der QuickTake 100, durch eine geänderte Firmware passen jedoch doppelt so viele Bilder in den Speicher; außerdem wurde sie mit einer Nahlinse ausgeliefert. Die QuickTake 200 wurde von Fuji entwickelt und ist eine völlig andere Kamera. Die Serie wurde jedoch bereits 1997 wieder eingestellt. Kodak entwickelte die QuickTake 100 zur DC40 weiter und vertrieb diese ab 1995 als Kodak-Kamera.

Apple QuickTake 100, Vorderansicht
Photo © Martin Frech, Berlin
Die Rahmendaten der QuickTake 100: Auflösung 640×480 oder 320×240 Pixel, 24 Bit Farbe, Kameraspeicher für acht Bilder, kein Display zur Anzeige der Bilder, Fixfokus-Objektiv, automatische Belichtung, eingebauter Blitz (Details siehe Tab. 1).
Wie von Apple nicht anders zu erwarten, ist das Design der QuickTake schnörkellos, haptisch angenehm und intuitiv verständlich.
Die Kamera wird eingeschaltet, indem die kombinierte Objektiv- und Sucherabdeckung beiseite geschoben wird; nach etwa einer Sekunde ist sie betriebsbereit. Nun wird die QuickTake mit beiden Händen wie ein Fernglas gehalten. Sie hat ein angenehmes Gewicht und liegt sehr gut und ruhig in der Hand. Der Sucher ist hell und bis auf ein grünes Licht (= funktionsbereit) ohne zusätzliche Anzeigen.
Der Auslöser befindet sich oben und wird mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand bedient. Ein leichter, doch spürbarer Druck löst mit einem mechanischen Klick aus. Nach kurzer Verzögerung hört man ein leises, schnarrendes Geräusch, wahrscheinlich den Verschluss. Nun dauert es etwa zehn Sekunden bis die Kamera wieder auslösebereit ist.
Das vergütete Objektiv hat eine Brennweite von 8 mm, das entspricht laut Handbuch etwa einem 50-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera. Ein Filtergewinde ist nicht vorhanden, jedoch kann eine Nahlinse angeklippt werden. Das Objektiv ist nicht fokusierbar, die Nahgrenze liegt ohne Vorsatzlinse bei etwa 1,20 m.
Die Empfindlichkeit des 0,31-MP-CCD-Sensors entspricht etwa ISO 85. Die Belichtung erfolgt ausschließlich automatisch (Bl. 2,8 bis 16, Zeiten von 1/30 s bis 1/175 s). Der eingebaute Blitz ist abschaltbar und hat eine Reichweite bis etwa 2,70 m.
Drei Mignon-Zellen liefern die Energie für den laufenden Betrieb. Apple hat NiCad-Akkus vorgesehen und das entsprechende Ladegerät mitgeliefert. Der Betrieb mit gewöhnlichen Alkaline-Zellen ist jedoch laut Handbuch ausdrücklich möglich. Nach einer Minute Inaktivität schaltet das Gerät in den Ruhezustand, der durch Drücken des Auslösers beendet wird.
Für den stationären Betrieb kann die Kamera auch mit einem Netzteil betrieben werden (nicht im Lieferumfang).
Ein solch praktisches Energiekonzept war damals nicht selbstverständlich (und ist es heute leider immer noch nicht). Logitechs FotoMan muss beispielsweise ständig unter Strom stehen, da die Bilddaten in einem dynamischen RAM gespeichert werden: Batterie leer — Bilder weg. Andere Hersteller setzen auf Spezialakkus, die nach einigen Jahren nur umständlich oder gar nicht mehr beschafft werden können.

Das Kontrollfeld der QuickTake 100: Vier Bilder sind gespeichert, 19 können noch aufgenommen werden mit der verminderten Auflösung (Symbol o. re.).
Photo © Martin Frech, Berlin
Neben dem Sucher befinden sich auf der Rückseite der QuickTake 100 ein LC-Display und vier Tasten. Mit den Tasten kontrolliert man den eingebauten Blitz, schaltet die Auflösung um, startet den Selbstauslöser oder löscht alle Bilder im Kameraspeicher. Diese Taste ist praktischerweise versenkt und nur mit einer Spitze bedienbar. Angezeigt werden der Ladezustand der Batterien, die gewählte Auflösung, die Anzahl der gespeicherten Bilder und die Anzahl der noch möglichen Bilder. Die Auflösung kann pro Bild auf 640×480 oder 320×240 Pixel eingestellt werden; jeweils bei einer Farbtiefe von 24 Bit.
Die Bilddaten der QuickTake werden in ein fest eingebautes 1-MB-EPROM gespeichert, welches die Daten für — je nach Auflösung — acht bis 32 Bilder unabhängig von Batteriespannung speichert. Meine QuickTake lag bis zu ihrer Wieder-Erweckung etwa fünf Jahre im Schrank; die letzten Bilder, die ich damals aufgenommen hatte, waren noch da.
Kodak/Apple haben für die QuickTake das proprietäres Dateiformat PICT QuickTake erfunden. In diesem Format werden die Bilder in der Kamera gespeichert. Will man die Daten verwenden, benötigt man einen entsprechenden QuickTake-Dekompressor, der in Form einer Apple-Systemerweiterung mitgeliefert wird und nur zusammen mit QuickTime funktioniert.

Die QuickTake 100 kann komplett per Software fernbedient werden.
(Screenshot)
Der Datenaustausch mit dem Computer läuft über die damals Apple-typische runde serielle achtpolige Schnittstelle. Darüber werden nicht nur die Bilddaten kopiert. Die Kamera kann mit dem mitgelieferten QuickTake-Programm auch komplett fernbedient werden. Da ein Standard-Stativgewinde vorhanden ist, sind Anwendungen im Studio durchaus denkbar.
Interessant ist, dass der Kameraspeicher über ein mitgeliefertes System-Kontrollfeld als nur-lesbar gemountet werden kann. So ist man für die Arbeit mit der Kamera nicht auf die rudimentäre QuickTake-Software angewiesen.

Das Kontrollfeld zum mounten des QuickTake-Speichers.
(Screenshot)
Computerseitig ist ein altes Apple-System Voraussetzung für die Arbeit mit der QuickTake; mit Mac OS X kann die Kamera nicht genutzt werden. Zum einen wegen dem Dateiformat: The QuickTake 100 and QuickTake 150 digital cameras have a unique codec (compressor-decompressor) that is not available in Mac OS X. QuickTake Pictures must be converted to a different compression format under Mac OS 9 or earlier to be opened in Mac OS X.(1)
Zum anderen wurde bei neueren Macs die serielle Schnittstelle durch USB ersetzt und das alte Apple-Seriell-Protokoll wird unter OS X nicht unterstützt. Eventuell könnte man mit Adaptern zum Ziel kommen (z.B. Keyspan, Griffin gPort oder Gee three Stealth Port), ich habe das jedoch nicht getestet, zumal das Problem des fehlenden Codecs damit nicht gelöst würde (evtl. jedoch unter Classic).
Ich arbeite mit dem Apple Quadra 650 unter MacOS 7.6.1. Die QuickTake-Software verwende ich nicht. Über das Kontrollfeld mounte ich den Kameraspeicher, kopiere die Bilddateien über den Finder und konvertiere sie mit Photoshop 3.0 in Tiff-Dateien. Diese Rohdaten brenne ich mit einem per SCSI angeschlossenen CD-Brenner auf CD-ROMs. Damit stehen mir alle Wege für eine zeitgenössische Bildbearbeitung auf anderen Systemen offen.
| Tabelle 1: Technische Daten der QuickTake 100 | |
| Typ | Sucherkamera |
| Sensor/ Auflösung/ Farbtiefe |
CCD/ 640×480 Pixel und 320×240 Pixel/ 24 Bit |
| Empfindlichkeit | entsprechend ISO 85 |
| Objektiv | 1:2.8/8 mm (entspricht etwa 50 mm bei KB) |
| Filtergewinde | –- |
| Fokusierung | fixfokus ab 1,2 m |
| Belichtungsmesser | (automatisch) |
| Verschlußzeiten | 1/30 s bis 1/175 s (automatisch) |
| Anschluß für Fernauslöser | –- (fernbedienbar über Software) |
| Selbstauslöser | 10 s Vorlaufzeit |
| Blitzkontakt/ Zubehörschuh |
-–/ -– |
| eingebauter Blitz | ja (Reichweite bis 2,70 m) |
| Stativgewinde | 1/4 Zoll |
| Dateiformat | QuickTake PICT (proprietär) |
| Schnittstelle | seriell (Macintosh zum Anschluß an Drucker-/Modemport) |
| Speicher/-karte | 1 MB/–- |
| Computersystem | MacOS 7 bis 9 (Prozessor 68020 aufwärts), evtl. MS-Win 3.1 u. 95 (es gab ein QuickTake 100 Connection Kit für Windows) |
| Stromversorgung | drei AA-Batterien/Akkus, ext. Netzteil |
| Maße/ Gewicht |
ca. 130x160x50 mm/ ca. 530 g (mit Batterien und Trageriemen) |
| Zubehör | Batterieladegerät, serielles Kabel, Software, Handbuch, Trageriemen |
| Hersteller/ Produktionszeit |
Apple Computer/ 1994-–1995 |
sofobomo 2009 | Kontakte 3 und 4 5. Juni 2009
Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.2 comments
Auf kleiner Flamme arbeite ich weiterhin an meinem sofobomo-Projekt — zwei weitere Filme habe ich entwickelt und kontaktet.

Abschied | sofobomo 2009 | Kontakte 3 und 4
© Martin Frech, Berlin
Meine bisherigen sofobomo-Notizen:
- sofobomo 2009 | Photo-pdf statt Photobuch (01.06.2009)
- sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte (31.05.2009)
- sofobomo 2009 | ORWO NP 20 (15.05.2009)
Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/
sofobomo 2009 | Photo-pdf statt Photobuch 1. Juni 2009
Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.Tags: pdf, sofobomo, Solo Photo Book Month
3 comments
Die Regeln sind klar, Paul Butzi wies uns gestern nochmal darauf hin: Das Endprodukt für den sofobomo ist eine pdf-Datei. So steht es ja auch “offiziell” geschrieben: What qualifies as a completed photo book? The goal is a nicely formatted PDF with the photos in it … So I don’t need to actually finish with a printed copy of the book? Nope. A PDF file will do.

Abschied | sofobomo 2009 | Film 3 trocknet
© Martin Frech, Berlin
Kein gedrucktes Buch also, sondern eine Datei. Irreführend ist daher der Name der Veranstaltung: Solo Photo Book Month (sofobomo). Nun ist eine pdf-Datei aber kein Buch. Solo Photo pdf file Month (sofopdfimo) wäre also passender, würde jedoch blöd klingen.
Dem sofobomo-pdf-Zwang könnte man zwar auch genügen, wenn man ein geklebtes Photoalbum scannt (auch wenn diejenigen Teilnehmer, die Ihre Bilder schon in der Kamera digitalisieren, wohl kaum auf diese Idee kämen).
Das pdf-Format bietet jedoch außerbuchliche Möglichkeiten wie Navigationsstrukturen jenseits eines Inhaltsverzeichnisses oder eigebettete Töne, die es auszuloten gilt. Gordon McGregor hat auf seinem blog PhotoExpressions einen Text des Lenswork-Herausgebers Brooks Jensen veröffentlicht, in welchem dieser entsprechende Gedanken zum Photo-pdf formuliert.
Schöne Ideen; jetzt muss man nur noch was draus machen — in nur 30 Tagen. Aber der Vorteil des Termins ist ja gerade, dass dann das fertig ist, was eben fertig ist. Und wenn es nur die Vorstudie zu etwas besserem ist. Oder im übertragenen Sinne: There’s nothing like standing somewhere and actually taking pictures for ending the theorising. (Colin Jago)
Meine bisherigen sofobomo-Notizen:
- sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte (31.05.2009)
- sofobomo 2009 | ORWO NP 20 (15.05.2009)
Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/
sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte 31. Mai 2009
Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.4 comments
Mit dem Pfingstwochenende beginnt mein sofobomo fuzzy month. Das heißt, ich muss bin Ende Juni mit meinem Buch fertig sein. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, das Leben geht ja trotzdem weiter, gehe aber davon aus, dass es klappen wird.
Die ersten beiden Filme habe ich schon entwickelt (TMY-2 in XTOL 1+2):

Abschied | sofobomo 2009 | Kontakte 1 und 2
© Martin Frech, Berlin
Über die Form des Buches habe ich auch nachgedacht, bisher jedoch ohne Ergebnis. Die klassische Form passt hier wohl nicht. Vielleicht wird es etwas im Stil von Boris Michailows Unvollendeter Dissertation; formal würde das passen. Mal sehen.
Meine bisherigen sofobomo-Notizen:
Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

