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schaelpic photokunstbar wird Eins 15. September 2011

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, schaelpic photokunstbar.
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Die schaelpic photokunstbar in Köln (www.schaelpic.de) wird dieser Tage ein Jahr alt.

Ein Geburtstagsstrauss für die schaelpic photokunstbar

Im September 2010 eröffneten wir mit der Ausstellung Eine Allegorie des Urbanen im Rahmen der 20. Internationalen Photoszene Köln. Die aktuelle Ausstellung Lecken am Glas ist noch bis zum 30. September zu sehen.

Blick in die Ausstellung "Lecken am Glas" (Foto: Tobias D. Kern)
Blick in die Ausstellung "Lecken am Glas" (Foto: Tobias D. Kern)

Die schaelpic photokunstbar ist ein gemeinsames Projekt von randgebiete.de und dem Atelier für Mediengestaltung. Treibende Kräfte sind die Photographen Tobias D. Kern (Köln) und Martin Frech (Berlin/Tübingen). Sie präsentieren regelmäßig photographische Positionen zu ihrem Leit-Thema Aspekte des Urbanen. Die Kataloge erscheinen in der Edition randgebiete.de.
Diese Initiative ist die Fortsetzung der seit 2006 laufenden Ausstellungsaktivitäten am selben Ort. Das Archiv und Hinweise auf laufende Projekte finden Sie unter www.schaelpic.de.

Toy camera: Debonair 15. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Die Debonair ist ein detailgetreuer Diana-Clone und sieht dem Original bis auf den geänderten Schriftzug zum Verwechseln ähnlich.

Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Diana wurde in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren in Hong-Kong von der Great Wall Plastic Factory hergestellt und ist quasi die Mutter aller Toy cameras, einer Kamera-Gattung, die — im Gegensatz zur Holga oder zur Lomo — ursprünglich nicht zum ernsthaften Photographieren gedacht waren: Der Hersteller hat die Kamera inklusive Objektiv komplett aus Kunststoff gefertigt; so waren diese für etwa zwei US$ wirklich billig zu kaufen und wurden auch gerne als Werbegeschenke genutzt. Die Debonair war nur ein Clone unter vielen weiteren, die damals auf dem Markt waren.(1)

Martin Frech: Rettungshubschrauber
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Mietshaus in Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

Während die Holga bei sonst vergleichbarer Ausstattung zusätzlich über ein Stativgewinde und einen Blitzschuh verfügt, ist die Diana/Debonair technisch auf das Wesentliche reduziert (für Details siehe Tab. 1). Die sog. Toy cameras wurden dennoch — oder gerade deswegen — schon früh bewusst zum ernsthaften Arbeiten genutzt, lange vor der aktuellen lo-fi-Bewegung (Nancy Rexroth, 1974; Mark Schwartz, späte 1970er-Jahre; 1980 zeigte David Featherstone mit The Diana Show in Carmel Arbeiten von 43 Photographen).

Martin Frech: Kraftwerk am Teltowkanal
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich arbeite sowohl mit einer Holga 120N als auch mit der Debonair. Die Bildergebnisse unterscheiden sich nicht spürbar; das Stativgewinde und den Blitzanschluss habe ich bei letzterer auch noch nicht vermisst. Die Debonair wirkt eleganter, ist besser proportioniert und nicht so klobig wie die Holga; außerdem hat sie einen größeren Sucher.

Ein Nachteil der Debonair ist das Bildformat. Die Holga belichtet 12 Aufnahmen auf das volle Mittelformat, während die Debonair nur ein ca. 4×4-cm-Quadrat nutzt, dafür aber 16 Aufnahmen pro Rollfilm ermöglicht. Cewe, das Großlabor meines Vertrauens, fertigt jedoch leider nur Abzüge von 6×6-Negativen, die ich gerne als Ersatz für den Kontaktabzug nutze; so macht das kleine Format etwas mehr Arbeit.

Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Debonair Kamera mit Zubehör
Photo © Martin Frech, Berlin

Tabelle 1: Technische Daten der Debonair
Typ Sucherkamera
Objektiv Super-Lens No. 809
Blende Kreisrunde Löcher, die vor den Verschluß eingeschwenkt werden; drei Wettersymbole zur Einstellung: sonnig, bewölkt, trüb
Filtergewinde
Fokusierung stufenlos ab 1 m mit Markierungen für 1-2 m, 2-4 m und ab 4 m
Belichtungsmesser -
Verschlußzeiten B und I (keine Doppelbelichtungssperre)
Anschluß für Fernauslöser
Selbstauslöser -
Blitzkontakt/
Zubehörschuh
-/
-
eingebauter Blitz -
Stativgewinde -
Film-/
Bildformat
120er-Rollfilm/
4,5×4,5 cm
Stromversorgung -
Maße/
Gewicht
ca. 125x90x75 mm/
ca. 170 g (mit Rollfilm, Aufwickelspule und Trageriemen)
Zubehör Handbuch, Trageriemen, Aufwickelspule
Hersteller/
Produktionszeit/
Vertrieb in D.
N.N. (Hong Kong)/
N.N./
Deutsche Mewa Industries

(1) Encyclopedia of twentieth-century photography. Vol. 1. Hg. Lynne Warren. New York: Taylor & Francis, 2006. S. 216 f.

Apple QuickTake 100 | Teil 1, die Technik 26. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Geschichte, Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, sofobomo, Technik.
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Ich mag die Anmutung analog aufgenommener Lo-fi-Photos und vermute, dass es — aus ästhetischer Sicht — digital entsprechendes gibt. Das ist jedoch eher unabhängig vom Alter der Kamera oder von der Auflösung des Sensors; analog lo-fi wird ja auch mit High-tech-Filmen photographiert.
Ich habe noch keine schlüssige Theorie, was dieses lo-fi sein könnte — ob für analog oder für digital. Mit einem Randgebiete-Projekt will ich das mittelfristig für mich klären.

Martin Frech: ohne Titel (aus der Serie 'Kindheit im 21. Jahrhundert')
ohne Titel (aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert)
Photo © Martin Frech, Berlin

Ein Baustein in diesem Vorhaben war mein sofobomo-Projekt 2009. Dafür habe ich im Juni 2009 drei Wochen lang täglich mit der Vintage-Digitalkamera Apple QuickTake 100 photographiert. Als Ergebnis liegt die pdf-Datei Abschied vor.

Ein Bericht über die Erfahrungen aus dieser Arbeit folgt in Teil 2 dieses Beitrags; in diesem ersten Teil beschreibe ich die Technik der Kamera.

Die Digitalkamera QuickTake 100 von Apple Computer wurde mit Kodak entwickelt und kam 1994 für etwa 1500 DM auf den Markt. Ich weiß nicht, für welche Zielgruppe diese Kamera gedacht war, vielleicht wusste Apple das selbst nicht so genau. Vergleichbare Produkte gab es im Preissegment unter 2000 DM damals m.W. jedenfalls nicht — abgesehen vielleicht von Logitechs drei Jahre zuvor eingeführter Kamera FotoMan FM-1 (Dycam Model 1; 376×240 Pixel), die jedoch nur 8-Bit-Schwarzweißbilder liefert (spätere Modelle waren farbfähig).

Die QuickTake 100 war die erste von drei Apple-Kameras. Es folgten die QuickTake 150 und die QuickTake 200. Die QuickTake 150 entspricht hardwaremäßig der QuickTake 100, durch eine geänderte Firmware passen jedoch doppelt so viele Bilder in den Speicher; außerdem wurde sie mit einer Nahlinse ausgeliefert. Die QuickTake 200 wurde von Fuji entwickelt und ist eine völlig andere Kamera. Die Serie wurde jedoch bereits 1997 wieder eingestellt. Kodak entwickelte die QuickTake 100 zur DC40 weiter und vertrieb diese ab 1995 als Kodak-Kamera.

Apple QuickTake 100, Vorderansicht
Apple QuickTake 100, Vorderansicht
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Rahmendaten der QuickTake 100: Auflösung 640×480 oder 320×240 Pixel, 24 Bit Farbe, Kameraspeicher für acht Bilder, kein Display zur Anzeige der Bilder, Fixfokus-Objektiv, automatische Belichtung, eingebauter Blitz (Details siehe Tab. 1).

Wie von Apple nicht anders zu erwarten, ist das Design der QuickTake schnörkellos, haptisch angenehm und intuitiv verständlich.

Die Kamera wird eingeschaltet, indem die kombinierte Objektiv- und Sucherabdeckung beiseite geschoben wird; nach etwa einer Sekunde ist sie betriebsbereit. Nun wird die QuickTake mit beiden Händen wie ein Fernglas gehalten. Sie hat ein angenehmes Gewicht und liegt sehr gut und ruhig in der Hand. Der Sucher ist hell und bis auf ein grünes Licht (= funktionsbereit) ohne zusätzliche Anzeigen.

Der Auslöser befindet sich oben und wird mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand bedient. Ein leichter, doch spürbarer Druck löst mit einem mechanischen Klick aus. Nach kurzer Verzögerung hört man ein leises, schnarrendes Geräusch, wahrscheinlich den Verschluss. Nun dauert es etwa zehn Sekunden bis die Kamera wieder auslösebereit ist.

Das vergütete Objektiv hat eine Brennweite von 8 mm, das entspricht laut Handbuch etwa einem 50-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera. Ein Filtergewinde ist nicht vorhanden, jedoch kann eine Nahlinse angeklippt werden. Das Objektiv ist nicht fokusierbar, die Nahgrenze liegt ohne Vorsatzlinse bei etwa 1,20 m.

Die Empfindlichkeit des 0,31-MP-CCD-Sensors entspricht etwa ISO 85. Die Belichtung erfolgt ausschließlich automatisch (Bl. 2,8 bis 16, Zeiten von 1/30 s bis 1/175 s). Der eingebaute Blitz ist abschaltbar und hat eine Reichweite bis etwa 2,70 m.

Drei Mignon-Zellen liefern die Energie für den laufenden Betrieb. Apple hat NiCad-Akkus vorgesehen und das entsprechende Ladegerät mitgeliefert. Der Betrieb mit gewöhnlichen Alkaline-Zellen ist jedoch laut Handbuch ausdrücklich möglich. Nach einer Minute Inaktivität schaltet das Gerät in den Ruhezustand, der durch Drücken des Auslösers beendet wird.
Für den stationären Betrieb kann die Kamera auch mit einem Netzteil betrieben werden (nicht im Lieferumfang).
Ein solch praktisches Energiekonzept war damals nicht selbstverständlich (und ist es heute leider immer noch nicht). Logitechs FotoMan muss beispielsweise ständig unter Strom stehen, da die Bilddaten in einem dynamischen RAM gespeichert werden: Batterie leer — Bilder weg. Andere Hersteller setzen auf Spezialakkus, die nach einigen Jahren nur umständlich oder gar nicht mehr beschafft werden können.

Das Kontrollfeld der QuickTake 100.
Das Kontrollfeld der QuickTake 100: Vier Bilder sind gespeichert, 19 können noch aufgenommen werden mit der verminderten Auflösung (Symbol o. re.).
Photo © Martin Frech, Berlin

Neben dem Sucher befinden sich auf der Rückseite der QuickTake 100 ein LC-Display und vier Tasten. Mit den Tasten kontrolliert man den eingebauten Blitz, schaltet die Auflösung um, startet den Selbstauslöser oder löscht alle Bilder im Kameraspeicher. Diese Taste ist praktischerweise versenkt und nur mit einer Spitze bedienbar. Angezeigt werden der Ladezustand der Batterien, die gewählte Auflösung, die Anzahl der gespeicherten Bilder und die Anzahl der noch möglichen Bilder. Die Auflösung kann pro Bild auf 640×480 oder 320×240 Pixel eingestellt werden; jeweils bei einer Farbtiefe von 24 Bit.

Die Bilddaten der QuickTake werden in ein fest eingebautes 1-MB-EPROM gespeichert, welches die Daten für — je nach Auflösung — acht bis 32 Bilder unabhängig von Batteriespannung speichert. Meine QuickTake lag bis zu ihrer Wieder-Erweckung etwa fünf Jahre im Schrank; die letzten Bilder, die ich damals aufgenommen hatte, waren noch da.

Kodak/Apple haben für die QuickTake das proprietäres Dateiformat PICT QuickTake erfunden. In diesem Format werden die Bilder in der Kamera gespeichert. Will man die Daten verwenden, benötigt man einen entsprechenden QuickTake-Dekompressor, der in Form einer Apple-Systemerweiterung mitgeliefert wird und nur zusammen mit QuickTime funktioniert.

Die QuickTake 100 kann komplett per Software fernbedient werden.
Die QuickTake 100 kann komplett per Software fernbedient werden.
(Screenshot)

Der Datenaustausch mit dem Computer läuft über die damals Apple-typische runde serielle achtpolige Schnittstelle. Darüber werden nicht nur die Bilddaten kopiert. Die Kamera kann mit dem mitgelieferten QuickTake-Programm auch komplett fernbedient werden. Da ein Standard-Stativgewinde vorhanden ist, sind Anwendungen im Studio durchaus denkbar.
Interessant ist, dass der Kameraspeicher über ein mitgeliefertes System-Kontrollfeld als nur-lesbar gemountet werden kann. So ist man für die Arbeit mit der Kamera nicht auf die rudimentäre QuickTake-Software angewiesen.

Das Kontrollfeld zum mounten des QuickTake-Speichers.
Das Kontrollfeld zum mounten des QuickTake-Speichers.
(Screenshot)

Computerseitig ist ein altes Apple-System Voraussetzung für die Arbeit mit der QuickTake; mit Mac OS X kann die Kamera nicht genutzt werden. Zum einen wegen dem Dateiformat: The QuickTake 100 and QuickTake 150 digital cameras have a unique codec (compressor-decompressor) that is not available in Mac OS X. QuickTake Pictures must be converted to a different compression format under Mac OS 9 or earlier to be opened in Mac OS X.(1)
Zum anderen wurde bei neueren Macs die serielle Schnittstelle durch USB ersetzt und das alte Apple-Seriell-Protokoll wird unter OS X nicht unterstützt. Eventuell könnte man mit Adaptern zum Ziel kommen (z.B. Keyspan, Griffin gPort oder Gee three Stealth Port), ich habe das jedoch nicht getestet, zumal das Problem des fehlenden Codecs damit nicht gelöst würde (evtl. jedoch unter Classic).

QuickTake 100 gemountet Ich arbeite mit dem Apple Quadra 650 unter MacOS 7.6.1. Die QuickTake-Software verwende ich nicht. Über das Kontrollfeld mounte ich den Kameraspeicher, kopiere die Bilddateien über den Finder und konvertiere sie mit Photoshop 3.0 in Tiff-Dateien. Diese Rohdaten brenne ich mit einem per SCSI angeschlossenen CD-Brenner auf CD-ROMs. Damit stehen mir alle Wege für eine zeitgenössische Bildbearbeitung auf anderen Systemen offen.

Tabelle 1: Technische Daten der QuickTake 100
Typ Sucherkamera
Sensor/
Auflösung/
Farbtiefe
CCD/
640×480 Pixel und 320×240 Pixel/
24 Bit
Empfindlichkeit entsprechend ISO 85
Objektiv 1:2.8/8 mm (entspricht etwa 50 mm bei KB)
Filtergewinde –-
Fokusierung fixfokus ab 1,2 m
Belichtungsmesser (automatisch)
Verschlußzeiten 1/30 s bis 1/175 s (automatisch)
Anschluß für Fernauslöser –- (fernbedienbar über Software)
Selbstauslöser 10 s Vorlaufzeit
Blitzkontakt/
Zubehörschuh
-–/
-–
eingebauter Blitz ja (Reichweite bis 2,70 m)
Stativgewinde 1/4 Zoll
Dateiformat QuickTake PICT (proprietär)
Schnittstelle seriell (Macintosh zum Anschluß an Drucker-/Modemport)
Speicher/-karte 1 MB/–-
Computersystem MacOS 7 bis 9 (Prozessor 68020 aufwärts), evtl. MS-Win 3.1 u. 95 (es gab ein QuickTake 100 Connection Kit für Windows)
Stromversorgung drei AA-Batterien/Akkus, ext. Netzteil
Maße/
Gewicht
ca. 130x160x50 mm/
ca. 530 g (mit Batterien und Trageriemen)
Zubehör Batterieladegerät, serielles Kabel, Software, Handbuch, Trageriemen
Hersteller/
Produktionszeit
Apple Computer/
1994-–1995

(1) http://support.apple.com/kb/TA26494?viewlocale=en_US

Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro 15. August 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

  1. Rollei Digibase CN200 Pro (1)
  2. Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests (2)

Wie ich schon im ersten Beitrag dieser kleinen Serie angemerkt habe, ist das kein kontrollierter und abgesicherter Labortest. Durch die Werbung darauf aufmerksam geworden, war ich einfach an dem Film interessiert und habe diesen daraufhin untersucht, ob und wie er für meine Belange taugt.

Pamukkale, Rollei Digibase CN 200 Pro
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, Scan vom Negativ

Photo © Martin Frech, Berlin

Pamukkale Rollei, Digibase CN 200 Pro, Ilford MG IV
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, vergrößert auf Ilford MG IV (entwickelt in Tetenal Variospeed W), Scan vom Print

Photo © Martin Frech, Berlin

Farbnegative und sw-Photopapier

Ein Argument für die Verwendung des Rollei Digibase CN 200 Pro als Kamerafilm ist, dass die Negative gut für die Herstellung von klassischen sw-Vergrößerungen auf übliches Gradationswandelpapier geeignet seien.

Prinzipiell kann man natürlich auch orange maskierte Farbnegative im sw-Labor vergrößern. Das übliche sw-Photopapier ist jedoch unsensibilisiert, also nur UV- und blauempfindlich (festgraduiertes Papier) bzw. zusätzlich grünempfindlich (kontrastvariables Papier). Panchromatische Photopapiere wie Kodak Panalure(3) sind m.W. nicht mehr im Handel. Daher entsprechen die Tonwerte der Vergrößerung eines Farbnegativs meist nicht denen des aufgenommenen Motivs (man könnte allerdings versuchen, dies durch einen Blaufilter zu korrigieren). Außerdem sind die Belichtungszeiten wegen der Maske deutlich länger als bei sw-Negativen.

Laut Vertrieb unterscheidet sich der Rollei Digibase CN 200 Pro sowohl durch die fehlende Maske von allen anderen Farbnegativfilmen, als auch durch eine andere spektrale Sensibilisierung im Rotbereich. Leichte Unterschiede zu dem von mir gerne verwendeten Kodak Portra 160NC sind denn auch in den publizierten Kurven erkennbar:

Sensibilisierung Digibase-Portra
Spektrale Empfindlichkeiten
li: Rollei Digibase CN 200 Pro; re: Kodak Portra 160NC
(Screenshots aus den jeweiligen Datenblättern)

Mein Test

Ich habe ausprobiert, wie sich die Prints von auf sw-Papier vergrößerten Farbnegativen hinsichtlich der Grauwertumsetzung unterscheiden, wenn jene mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro bzw. einem maskierten Farbnegativfilm aufgenommen wurden.

Tests zur Kontraststeuerung mittels Gelb-/Magenta-Filtern habe ich ebensowenig unternommen wie einen Versuch, die Eignung des Splitgrade-Rechners für den Rollei-Film herauszufinden.
Den Vergleich der Farbnegativfilme mit einem klassischen sw-Film habe ich nur mit Testtafel-Bildern gemacht.

Als Referenz für die Darstellung der Farben als Grauwerte dient mir die Sensibilisierung eines modernen Schwarzweißfilms. Ohne großen Aufwand habe ich bei ansonsten identischen Bedingungen Farbtafeln mit einem sw-Film, einem maskierten Farbnegativfilm und dem Rollei Digibase CN 200 Pro aufgenommen.

Parameter für die Aufnahmen der Testtafeln:

  • Tageslicht
  • Micro-Nikkor 2.8/55 mm
  • Ilford Delta 400, EI 200, manuell in der Dose entwickelt mit Ilford Perceptol 1+0
  • Rossmann HR 200, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)
  • Rollei Digibase CN 200 Pro, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)

Die Negative habe ich dann im sw-Labor vergrößert.

Parameter für die Ausarbeitung im sw-Labor:

  • Schneider Componon-S 4/80 mm
  • Ilford MG IV RC glänzend
  • Moersch 4 SE Neutral 1+14

Grau-/Farbkeil Delta 400
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Grau-/Farbskalen
Munsell-Farben
zum Vergleich: die Farben farbig

Ilford Delta 400 EI 200 Perceptol
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Negativ

Rollei Digibase auf Ilford MG IV
Rollei Digibase CN 200 Pro | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Negativ

Rossmann HR 200 auf Ilford MG IV
Rossmann HR 200 | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Die m.E. harmonischste Grauwertumsetzung der Farben erreicht der dezidierte sw-Film. Wenig überraschend ist auch, dass die Negative des Rollei-Digibase-Films besser geeignet sind für die Ausarbeitung im sw-Labor als die eines konventionellen Farbnegativfilms: die Belichtungszeit für die Digibase-Negative beträgt nur etwa ein Viertel der Zeit, die für maskierte Negative nötig ist; außerdem erscheint die Farbskala bei den Digibase-Prints insgesamt differenzierter umgesetzt als bei den Abzügen vom konventionellen Farbnegativ. Ob es korrekt ist, die Farbumsetzung des Rollei-Films als “tonwertrichtig” zu charakterisieren und als “dokumentenecht” (was immer das sein soll), will ich hier nicht beurteilen. Nimmt man einen klassischen sw-Film als Maßstab, stimmt es jedoch nicht.

Und?

Ich habe mich intensiv mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro beschäftigt (ausgelassen habe ich das analoge Farbvergrößern der Negative; das bleibt als Thema für meinen vierten Text in dieser Serie).
Der Rollei Digibase CN 200 Pro ist ein interessanter Film — ich habe das in meinem ersten Beitrag schon geschrieben.(1)
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film für die Alltagsarbeit nicht benötige, ihn jedoch bestimmt irgendwann projektbezogen wegen des speziellen “Looks” einsetzen werde — dann aber nicht zum scannen, sondern um die Negative analog farbig zu vergrößern.
Ich erwarte nicht, dass es für mich Anwendungen gibt, für die die Archivfestigkeit des PET-Trägers ein Argument ist.
Das Hybrid-Argument gilt für mich ebenfalls nicht. Als “Farbfilm für jeden Tag” ist mir der Rollei Digibase CN 200 Pro in der Farbdarstellung zu ungenau, auch zu klumpig (“körnig”) und wenn ich schwarzweiß arbeite, bevorzuge ich konventionelle sw-Filme.

(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar:
http://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-15)
(2) Martin Frech: Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests. Online verfügbar:
http://medienfrech.wordpress.com/2008/08/13/rollei-digibase-cn-200-pro-weitere-tests/ (2008-08-15)
(3) KODAK PROFESSIONAL PANALURE SELECT RC Paper. online verfügbar: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/g27/g27.jhtml (2008-08-15)

Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests 13. August 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Rollei Digibase CN 200 Pro — ein weiterer Filmtest
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Rollei Digibase CN 200 Pro
Hinweis in der Spree, Berlin
auf Rollei Digibase CN 200 Pro

Photo © Martin Frech, Berlin

Im Februar habe ich für mich den Rollei Digibase CN 200 Pro (135-36) aus dem Hause Maco getestet und meine Ergebnisse hier im Randgebiete blog veröffentlicht.(1) In den letzten Monaten wurde mein Text in den unterschiedlichsten Diskussionsforen zu diesem Thema zitiert und teilweise kontrovers beurteilt. Um einige für mich noch offene Fragen zu klären habe ich nun weitere Tests durchgeführt.
Maco hat zwischenzeitlich den Preis für eine KB-Rolle etwa um die Hälfte gesenkt, im 5er-Pack kostet diese jetzt knapp vier Euro. Außerdem wurde das Info-pdf dahingehend überarbeitet, dass darin nicht mehr von einem monochromen sw-Film die Rede ist, sondern dieser korrekt als unmaskierter Farbnegativfilm bezeichnet wird.(2)

Für meinen ersten Test habe ich den Rollei-Film gegen den Fujicolor Superia 100 getestet (jeweils KB). Das brachte mir die berechtigte Kritik ein, es sei unseriös, einen 200-ASA-Film mit einem 100-ASA-Film zu vergleichen.
Für meinen zweiten Test (ebenfalls im Kleinbild-Format) habe ich mir daher einen 200-ASA-Farbnegativfilm gekauft, den Rossmann HR 200. Dieser kostete im Doppelpack im gleichnamigen Drogeriemarkt knapp 90 Cent pro Film.

Als Grund für das in meinem ersten Test aufgetretene Problem mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren hat ein Leser eine fehlerhafte Entwicklung vermutet, bei der Restsilber in der Schicht verblieben sein könnte. Meine Filme des ersten Tests habe ich damals in einem Fachlabor entwicklen lassen (opaque, Berlin). Die Filme dieses zweiten Tests wurden nun in einem anderen Fachlabor entwickelt (Pixel Grain, Berlin). Das Problem ist wieder aufgetreten und ich kann mir nicht vorstellen, dass beide Labore unabhängig voneinander derartige Probleme mit ihrem Standard-C-41-Prozess haben.

Aufnahmen jeweils mit Nikkor 2.8/135 mm, vom Stativ, mit Fernauslöser
Digitalisierung jeweils mit dem Scanner Nikon Super Coolscan 4000 ED und dem Scanprogramm Nikon Scan 4, Farbnegativ-Modus, automatische Belichtung, ohne und mit ICE
Alle 100%-Ausschnitte sind ohne nachträgliche Bearbeitung verlustfrei als png-Dateien gespeichert.

Rollei Digibase CN 200
Rollei Digibase CN 200 Pro

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200

Rollei Digibase CN 200, ohne ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200, mit ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, ohne ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, mit ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rollei Digibase CN 200, ohne ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200, ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, ohne ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, mit ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Fazit

  • Der Vertrieb bewirbt den Rollei Digibase CN 200 Pro als einen Film mit sehr gutem Auflösungsvermögen und sehr feinem Korn. In meinen Tests konnte ich das nicht nachvollziehen.
  • Der Rollei Digibase CN 200 Pro eignet sich m.E. nicht für das Scannen mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren des Nikon Super Coolscan 4000 ED mit der Software Nikon Scan 4.
  • Der Rossmann HR 200 ist ein guter Farbnegativfilm mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar: http://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-12)
(2) Rollei Digibase (R) CN 200 Pro, Stand Juli 2008. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/ROLLEI_Digibase_060308_dt.pdf (2008-08-12)

Rollei Digibase CN200 Pro 27. Februar 2008

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Rollei Digibase CN200 Pro — ein Filmtest
Text und Bilder © Martin Frech, Februar 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Brückenlager
Brückenlager
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Maske beim typischen Farbnegativfilm

Ein Farbnegativfilm ohne die inzwischen typische orangefarbene Maskierung war mit dem Agfacolor CN zuletzt in den 1960er-Jahren auf dem Markt. Farbrichtige Vergrößerungen von diesen Negativen waren die Ausnahme. Der Grund ist, dass die farbempfindlichen Schichten im Film das Licht nicht schmalbandig genug absorbieren. So entstehen bei der Belichtung Nebendichten in anderen Farbbereichen; beim Umkopieren auf das Positivmaterial setzt sich der Fehler fort, da auch dieses Material prinzipiell mit dem selben Fehler behaftet ist. Es entstehen entsättigte Bilder mit fehlerhaften und verschwärzlichten Farben.
Dieses Problem wurde bei allen späteren Farbnegativfilmen weitgehend gelöst durch entsprechende rote und gelbe Filterschichten im Film, die sich nach der Entwicklung als orangefarbener Schleier zeigen. Das ist bis heute so.

Rollei Digibase CN200 Pro

Nun gibt es wieder einen maskenlosen Farbnegativfilm. Maco vertreibt diesen unter dem Namen Rollei Digibase CN200 Pro als Rollfilm (135/120). Angeblich ist das ein umkonfektionierter Luftbildfilm der belgischen Firma Agfa-Gevaert.

Rollei Digibase CN200 Pro 135-36
Rollei Digibase CN200 Pro 135-36
Photo © Martin Frech, Berlin

Technische Daten:

  • unmaskierter Farbnegativfilm für den C-41-Prozess
  • Nennempfindlichkeit 24 °DIN
  • angeblich transparenter Träger aus Polyester

Belastbare technische Informationen sind nicht veröffentlicht. Von Maco gibt es lediglich einen Werbezettel als pdf-Datei(1) mit rudimentären Informationen zu diesem Film, der allerdings kritisch beurteilt werden muss. Heißt es darin doch schon auf der Titelseite fälschlicherweise, es handele sich beim Rollei CN200 um einen Schwarzweiss-Film für den C-41-Prozess; das ist Unfug.

Maco nennt vor allem zwei Vorteile dieses Films gegenüber den Konkurrenzprodukten:

  • Durch die fehlende Maske lassen sich die Negative im sw-Labor einfacher Vergrößern.
  • Die Polyesterunterlage ist maßhaltig und archivfest.

Daneben wird der Film als hochempfindlich (bei 200 ASA!) und hochauflösend beworben und sei durch die fehlende Maske gut zum Scannen geeignet. Durch entsprechendes Filtern könne man zudem auch gute Farbvergrößerungen herstellen.

Das klingt für mich doch alles etwas bemüht:

  • Unabhängig von gestalterischen Fragen: Da es kein panchromatisches sw-Photopapier mehr gibt, ist die Eignung fürs sw-Labor eine für mich uninteressante Eigenschaft. (Wer aus praktischen Gründen einen chromogenen sw-Film sucht, ist m.E. mit Ilfords XP2 Super bestens bedient.(2))
  • Ich habe keine Probleme mit dem Scannen von maskierten Negativfilmen.
  • Es gibt einige hervorragende und wirklich hochempfindliche Farbnegativfilme auf dem Markt.

Bleiben die Polyesterunterlage als Argument und eventuell bildwirksame Eigenschaften jenseits der technischen Parameter.
Also habe ich mir einige Rollen gekauft und den Film für mich getestet.

Meine Beobachtungen

Rollei-CN200-Negativ
Die Munsell-Farbtafel (X-Rite ColorChecker) als Negativ des Rollei Digibase CN200 Pro 135.
Photo © Martin Frech, Berlin

  • Der Träger ist mitnichten klar, sondern grau. Ich habe eine Dichte (= log O) von D=0.4 gemessen.

Lichtleitung beim Rollei CN200
Filmanfänge zweier Rollei Digibase CN200 Pro 135
Photo © Martin Frech, Berlin

  • Die Polyesterunterlage wirkt als Lichtleiter. Legt man den Film nicht sehr lichtgeschützt in die Kamera ein, sind die ersten Bilder unbrauchbar. Den unteren der beiden oben abgebildeten Filme habe ich bei Sonnenschein im Körperschatten eingelegt, die ersten sechs Bilder sind vorbelichtet.

Vergleich Fujifilm Superia 100 mit Rollei CN200
Parallel angefertigte Vergleichsaufnahmen auf Fujifilm Superia 100 und Rollei Digibase CN200 Pro 135.
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich habe keinen Labortest durchgeführt, sondern den Film auf seine Alltagstauglichkeit für mich untersucht. Unter anderem habe ich zwei identische Kleinbild-Kameras nebeneinander montiert (mein Aufbau für Stereo-Aufnahmen) und unterschiedliche Motive gleichzeitig auf Fujifilms Fujicolor Superia 100 und Macos Rollei Digibase CN200 Pro belichtet (E.I. 100 bzw. 200 ASA; 2 x Nikkor 2.0/35mm). Weitere Aufnahmen habe ich mit dem AF Nikkor 1.8/85mm D sowie dem AF Nikkor 1.4/50mm D angefertigt.

  • Den Rollei-Film konnte ich erwartungsgemäß problemlos scannen, ebenso wie den Fuji-Film.

Das ganz oben gezeigte Eingangsbild ist vom Rollei-Film. Unterschiede zum Fuji-Film werden vor allem an den Bildausschnitten deutlich.
Alle Scans für diesen Test habe ich mit dem Nikon Super Coolscan 4000 ED und dem Programm Nikon Scan 4 im Farbnegativ-Modus ohne ICE hergestellt (sofern nicht anders vermerkt). Die Detailbilder sind unbearbeitete 100%-Ausschnitte aus den 4000-dpi-Scans (unkomprimierte .png-Dateien).
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, 100%-Ausschnitt
Rollei Digibase CN200 Pro

Superia 100, 100%-Ausschnitt
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200, 100%-Ausschnitt
Rollei Digibase CN200 Pro

Superia 100, 100%-Ausschnitt
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200
Rollei Digibase CN200 Pro

Fujifilm Superia 100
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200, Detail
Rollei Digibase CN200 Pro

Fujifilm Superia 100, Detail
Fujifilm Superia 100

Kompatibilität zur Infrarot-Staubentfernung (Digital ICE)

Rollei CN200
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan ohne ICE

Digital ICE (Digital Image Correction and Enhancement) ist ein Korrekturverfahren, das durch einen dem eigentlichen Scan vorhergehenden Infrarot-Scan Staub und Kratzer auf der Filmoberfläche erkennt. Diese Defekte werden dann durch die Scansoftware aus dem eigentlichen Bild herausgerechnet. Dabei gehen jedoch im gesamten Bild Details verloren.
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, Detail
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan ohne ICE

Rollei CN200, Detail, mit ICE
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan mit ICE

Fuji Superia 100, Detail
Fujifilm Superia 100, Scan ohne ICE

Fuji Superia 100, Detail, mit ICE
Fujifilm Superia 100, Scan mit ICE

Fazit

  • Der CN200 hat eine deutlich eigene Farbanmutung, die mich etwas an 70er-Jahre-Farbbilder erinnert. Im Gegensatz dazu wirkt der Superia eher neutral.
  • Auffallend ist, dass es sich beim Rollei Digibase CN200 Pro um einen deutlich “körnigen” (farbklumpigen) Film handelt. Das passt zwar gut zu dessen Farbigkeit — der Maco-Werbezettel verspricht jedoch einen RMS-Wert von 7; das entspräche der Körnigkeit eines Fujifilm Astia 100F.(3) Das kann ich visuell nicht bestätigen.
  • Der CN200 bildet die Farbklumpen sehr scharf ab, das gefaellt mir bei manchen Motiven durchaus.
  • Durch das Digital-ICE-Korrekturverfahren gehen bei den Scans vom CN200 insgesamt mehr Details verloren als beim Superia 100 — ein für mich überraschender Befund. Liegt das eventuell an der rückseitigen Beschichtung, die Interferenzfarben entgegenwirken soll?

Wohlgemerkt: Der Rollei Digibase CN200 Pro wird nicht als Film zum Erzielen eines bestimmten “Retro-Looks” beworben, sondern als hochauflösender und feinkörniger Spitzenfilm zum Preis von über 8 Euro pro Rolle KB-Film angeboten. Diese Charakterisierung ist nach meiner Einschätzung übertrieben. Dennoch finde ich es gut, dass Maco diesen Film auf den Markt gebracht hat. Im Schwarzweiß-Segment haben wir ja auch die Bandbreite von sehr grobkörnig bis hin zum fast schon digital-glatt anmutenden Acros.
Für Bilder mit der spezifischen Anmutung des CN200, die wohl kein anderer zur Zeit erhältlicher Film vergleichbar produziert, ist er mir eine willkommene Ergänzung im photographischen Werkzeugkasten.

Sollte es sich beim Rollei Digibase CN200 Pro tatsächlich um einen aktuellen Luftbildfilm handeln, gibt es dazu vom Hersteller handfeste technische Informationen. Diese sollte Maco publizieren (vielleicht wurde aber auch nur ein lange vergessenes Kühlhaus geräumt).

Literatur

(1) Rollei Digibase (R) CN 200 Pro, Stand September 2007. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/ROLLEI_DigibaseCN200_dt.pdf (2008-02-26)
(2) Informationen zum XP2 sind online verfügbar: http://www.ilfordphoto.com/products/product.asp?n=11&t=Consumer+%26+Professional+Films (2008-02-27)
(3) zum RMS-Wert siehe meine entsprechende Notiz hier im Randgebiete-blog: http://medienfrech.wordpress.com/2006/08/19/nachfolger-fur-provia-400f/

Anhang: Weitere Beispielbilder vom Rollei Digibase CN200 Pro
wie oben jeweils unbearbeitete 100%-Ausschnitte von 4000-dpi-Scans;
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail

Delta 100 in MZB, Scannervergleich 11. Februar 2008

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Reichstagsgebäude, Berlin
Reichstagsgebäude (Südseite), Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

2008-02-04_reichstag-detail_v750.png
Epson Perfection V750 Pro,
Scan als Farbdia, sw in Photoshop,
nicht geschärft,
100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan (.png-Datei)

2008-02-04_reichstag-detail_cs4000.png
Nikon Super Coolscan 4000 ED,
Scan als Farbdia, sw in Photoshop,
nicht geschärft,
100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan (.png-Datei)

TMZ in Kaffee 4. Oktober 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Caffenol
Die Zutaten für Caffenol: löslicher Kaffee und Soda
Photo © Martin Frech (Lomo-FA/TMZ/Caffenol)

In meinem kürzlich hier erschienenen Text (Filmentwicklung in Kaffee) habe ich beschrieben, wie Kaffee als Entwickler für Schwarzweißfilme verwendet wird. Das Thema beschäftigt mich weiterhin.

Lomo fisheye So habe ich gestern einen deutlich abgelaufenen Kodak TMZ (Tmax p3200) mit dieser Lomo-Fischaugen-Kamera(1) belichtet, zur Entwicklung in Caffenol.

Die aufgedruckten 36° DIN (3200 ASA) erreicht dieser Film — wenn überhaupt — bekanntermaßen nur mit einer forcierten Entwicklung. Da Caffenol zudem die Filmempfindlichkeit schlecht ausnutzt, sind real für die Kombination TMZ/Caffenol nur etwa 27° DIN zu erwarten. Das ist bei der Arbeit mit dieser Kamera aber auch zweitrangig (weil 1. ”Die zehn goldenen Lomo-Regeln” und 2. fix f/8; 1/100 s).

Kraken-Lounge
Kraken-Lounge, Berlin (Detail)
Photo © Martin Frech (Lomo-FA/TMZ/Caffenol)

Im Vergleich zum ersten Versuch habe ich nun zuerst die Soda komplett aufgelöst und dann den Kaffee eingerührt, diesmal zwei EßlöffelTeelöffel mehr und etwas weniger Soda, entwickelt habe ich auch etwas länger (30 Minuten).

Ergebnis: Die Färbung des Negativs ist jetzt sehr gleichmäßig und das Korn kann sich wirklich sehen lassen!

Zum Vergleich: weitere Aufnahmen mit dieser Kamera

(1) Einen Erfahrungsbericht zur Arbeit mit dieser Kamera: Frech, Martin: Lomo-Fisheye. In: Randgebiete 3 2(2005)2, S. 7 ff. Online verfügbar: http://www.medienfrech.de/randgebiete/archiv/R3-2005.pdf

Filmentwicklung in Kaffee 30. September 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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© 2007 Martin Frech, randgebiete.de (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Spätestens seit 1995 ist bekannt, dass Kaffee silberhalogenidhaltige Schichten entwickeln kann(1). In einschlägigen Diskussionsforen finden sich seither diverse lange Threads zu diesem Thema, vereinzelt mit Bildbeispielen.

Immer an kuriosen Randgebieten interessiert, habe nun auch ich meinen ersten Film mit Kaffee entwickelt — und um es vorwegzunehmen: es wird nicht der letzte gewesen sein.

Für den Versuch habe ich zwei Rollen Ilford FP4 plus belichtet (Belichtungsreihen mit und ohne Testtafeln): Eine zur Entwicklung in Kaffe, die andere zum Vergleich in Agfa Rodinal.

Vorbereitung der Filmentwicklung mit Kaffee (Caffenol)
Vorbereitung der Filmentwicklung mit Kaffee (Caffenol)
Photo © Martin Frech

Das Rezept für den Kaffee-Entwickler — Einmalentwickler nach den Angaben für Caffenol bei digitaltruth(2) — ist simpel:

  • 500 ml Wasser
  • 8 Teelöffel löslicher Kaffee
  • 4 Teelöffel Natriumkarbonat (Soda)

Wirksam für die Entwicklung ist im Kaffee nicht das Koffein, sondern die Kaffeesäure. Ein Blick auf deren Strukturformel offenbart sofort Ähnlichkeiten mit Brenzcatechin, einer altbekannten Entwicklersubstanz(3) (Pyro).
Die Soda wird benötigt zur Herstellung und Pufferung der alkalischen Lösung.

Ich habe das Kaffee- und das Sodapulver vermischt und mit etwa 27 °C warmem Wasser angesetzt, es jedoch versäumt, die Brühe auf die üblichen 20 °C runterzukühlen.
Den Film habe ich direkt anschließend 25 Minuten lang entwickelt; dabei in der ersten Minute ständig und dann alle 30 Sekunden zweimal gekippt. Gestoppt habe ich wie üblich mit Wasser, fixiert in einem alkalischen Fixierbad.

FP4 in Rodinal und Caffenol
Vergleich der in Rodinal (li.) und Caffenol (re.) entwickelten Negative
Photo © Martin Frech

Ergebnisse:

  • Der Filmstreifen ist stark braun gefärbt; Caffenol ist ein färbender Entwickler (staining developer).
  • Die Färbung ist deutlich ungleichmäßig.
  • Die Empfindlichkeitsausnutzung ist — wie so oft — nicht sehr gut; etwa die Hälfte der Nennempfindlichkeit.
  • Die Negative lassen sich sehr gut scannen (die Beispielbilder habe ich als Dias/48-Bit-Farbe gescannt und mit Photoshop in schwarz-weiß gewandelt); ich habe sie noch nicht konventionell ausgearbeitet.
  • Für den Bildeindruck siehe Bildausschnitte:

FP4 entwickelt in Caffenol (klick ins Bild für große Ansicht)

FP4 in Caffenol (Detail)
Testbild auf FP4 plus, entwickelt in Caffenol (Detail)
Photo © Martin Frech

FP4 in Rodinal (klick ins Bild für große Ansicht)

FP4 in Rodinal (Detail)
Testbild auf FP4 plus, entwickelt in Rodinal 1+50 (Detail)
Photo © Martin Frech

Beim nächsten Mal werde ich zuerst die Soda komplett auflösen bevor ich den Kaffee einrühre.
Wie groß der Einfluß der Temperatur bei der Entwicklung mit Caffenol ist, weiß ich nicht. Verschiedene Quellen geben unterschiedliche Empfehlungen; ich werde mit den klassischen 20 °C weiterarbeiten.
Der Grad der Färbung soll von der Kaffeesorte und der Entwicklungszeit abhängig sein. Den Kaffee werde ich nicht wechseln — die Entwicklungszeit kann jedoch durch Zugabe von 2 g Vitamin C zu obigem Rezept (das gibt dann Caffenol C) deutlich auf etwa 12 Minuten verkürzt werden. Die Färbung soll dann fast verschwinden.

Den Fixierer ebenfalls durch etwas haushaltsübliches zu ersetzen, ist kaum möglich. Man könnte den Film zwar, wie weiland William Talbot seine Kalotypien, in Salzwasser baden. Das wäre jedoch keine dauerhafte Fixage, da die Silbersalze dabei nur in Silberchloride umgewandelt werden würden, die schwer löslich sind und daher in der Schlußwässerung kaum auswaschbar wären; die Schicht würde mit der Zeit schwarz werden. Schon Talbot hat daher bald (auf John Herschels Rat) mit Thiosulfat fixiert.

Für Caffenol gibt es neben Caffenol C noch Varianten zur bildmäßigen Entwicklung von Mikrofilmen (Caffenol LC und Caffenol LC+C). Die Zugabe von Salz zu Caffenol ergibt Caffenol Plus; die sichtbare Körnigkeit und der Schleier sollen damit reduziert werden.

Neben Kaffe gibt es noch andere mehr oder weniger haushaltsübliche Substanzen, die zur Filmentwicklung genutzt werden können, beispielsweise der schmerzlindernde und fiebersenkende Arzneistoff Acetaminophen/Paracetamol. Dessen Strukturformel hat Ähnlichkeiten mit p-Aminophenol, der entwicklungswirksamen Zutat in Agfa Rodinal. Der Entsprechende alternative Entwickler ist unter dem Namen Parodinal bekannt; ein Rezept findet sich auf den Seiten von Donald Qualls(4), die Entwicklungszeiten entsprechen denen von Rodinal. Bei flickr gibt es eine Gruppe zu diesem Thema(5). Eine allgemeinere Gruppe, die alle alternativen Entwickler umfasst ist die homemade soup-Gruppe(6).

Literatur:
(1) Williams, Scott: A Use for that Last Cup of Coffee: Film and Paper Development. Online im Internet. URL: http://www.rit.edu/˜andpph/text-coffee.html (Das ist die online-Version ohne Bilder eines Textes, der 1995 in der Zeitschrift Darkroom & Creative Camera Techniques erschienen ist.)
(2) http://www.digitaltruth.com/techdata/caffenol.php
(3) Junge, Karl-Wilhelm und Hübner, Günter: Fotografische Chemie. Aus Theorie uns Praxis. 5. verb. Aufl. Leipzig: VEB Fotokinoverlag, 1989.
(4) http://silent1.home.netcom.com/Photography/Dilutions%20and%20Times.html#Parodinal
(5) http://www.flickr.com/groups/parodinal/
(6) http://www.flickr.com/groups/53495661@N00/

Schwarz-Weiß-Dia (Forts.) 8. September 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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In meiner Textskizze Der Weg zum Schwarz-Weiß-Dia habe ich die Entwicklung des chromogenen Schwarz-Weiß-Films Ilford XP2 Super im E6-Prozeß (Cross-Entwicklung) als eine Möglichkeit erwähnt, sw-Dias zu produzieren.
Inzwischen habe ich erste Tests durchgeführt.

Ilford XP2, E6-Entwicklung, Dias auf Leuchtkasten
Photo © Martin Frech

Testmotive: Architektur in kontrastreichem Licht
(Belichtungsreihen mit 27, 24 und 21° DIN)
normale E6-Entwicklung (jedoch doppelte Bleichbad-Zeit)

Ergebnisse:

  • Die Filmbasis ist nicht neutral, sondern leicht magentafarben.
  • Die Filmbasis hat eine Dichte von 0.3 — der belichtete Filmanfang erreicht eine Dichte von 1.9 (2.2).
    zum Vergleich die Werte des Kodak EBX (aus der gleichen Entwicklung): 0.14 und 3.26 (3.3)
  • Die Dias haben einen starken blau-grünen Farbstich.
  • Selbst die Belichtung mit einem E.I. von 21° DIN ist noch etwas knapp.
  • Der Kontrast ist zu gering.

Ein Testmotiv, als Farbdia gescannt:
Ilford XP2 zum Dia entwickelt
Photo © Martin Frech

Nach der Bearbeitung:
Ilford XP2 zum Dia entwickelt, bearbeitetes sw-Bild
Photo © Martin Frech

Mit etwas Bildbearbeitung kann man aus den so gewonnenen Dias zwar brauchbare Bilder erzeugen — wenn es nur darum ginge, könnte man sich den Umweg jedoch sparen.
Zum Projizieren taugen die Dias definitiv nicht. In einem weiteren Test werde ich den Film mit einem E.I. von 27° DIN belichten und um drei Blenden forciert entwickelt. Das sollte den Kontrast erhöhen und den Farbstich etwas mildern.
Ich denke jedoch nicht, daß ein cross-entwickelter XP2 jemals neutrale und kontrastreiche Schwarz-Weiß-Dias liefern wird.