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Fotobuch boomt — SoFoBoMo schließt 9. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Events, Geschichte, sofobomo.
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Logo des Solo Photo Book Month Der Solo Photo Book Month (SoFoBoMo) war ein internationaler Aufruf, in 31 Tagen ein Fotobuch-pdf mit mindestens 35 Aufnahmen zu produzieren. Er fand dieses Jahr zum vierten und letzten Mal statt; die Web-Site sofobomo.org soll zum Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Es erstaunt mich immer wieder, warum manche web-gestützten Projekte erfolgreich sind und andere zwar vielversprechend starten, dann aber stagnieren oder eben aufgeben. Wahrscheinlich hat das etwas zu tun mit der Aufwand/Nutzen-Relation für die Teilnehmer. Der Aufwand an Zeit und gedanklicher Energie war beim SoFoBoMo recht hoch, den Nutzen dagegen konnte man eher im Stillen genießen, Preise waren keine zu gewinnen.
Wer ernsthaft an einer Fotobuch-Karriere interessiert ist, findet prestigeträchtigere Plattformen.

Ein Fotobuch zu produzieren ist natürlich aufwendiger, als nur ein Bild einzureichen (wie beim wppd) oder ein Panorama zu produzieren (wie bei wwp). Für das Publikum ist es dagegen wenig attraktiv, durch eine lange Liste zu blättern und auf Verdacht pdf-Dateien zu laden, zumal die Web-Site kaum Feedback-Möglichkeiten bot. So war der Hauptnutzen für die Teilnehmer die Aussicht, ein eigenes Projekt in einer überschaubaren Zeit zu stemmen.

Die Organisatoren haben wohl auch keinen Nutzen für sich gesehen, der ihren Aufwand längerfristig rechtfertigte. Die Web-Site war werbefrei, eine Teilnahmegebühr wurde nicht erhoben. Die eingereichten Arbeiten waren wohl auch nicht attraktiv genug, die Sache höher zu hängen.

Der SoFoBoMo wurde 2008 gestartet. Die Idee stammt von dem amerikanischen Amateurphotographen Paul Butzi, der sie im Dezember 2007 auf seinem blog postete. Butzis Vorbilder waren der National Novel Writing Month und der National Solo Album Month. Der Vorschlag fand Anhänger und die Sache kam ins Rollen. Schon im ersten Jahr 2008 beendeten 70 von 210 Teilnehmen ihren SoFoBoMo erfolgreich, 2009 wurden 218 von 885 angefangenen “Büchern” vollendet, 2010 wurden 210 Projekte fertig und in diesem Jahr 150 von 392. Eine Episode — nun ist Schluß.

sofobomo 2009 | fertig 26. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.
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Ich habe es vollbracht: mein Beitrag zum sofobomo 2009 ist fertig und online.
Download via: http://www.sofobomo.org/2009/books/frech/Abschied/

Martin Frech: Abschied
Seite 1 meiner pdf-Datei ‘Abschied’

Wer mein sofobomo-blogging verfolgt hat und die geposteten Kontaktabzüge mit dem fertigen pdf-File vergleicht wird feststellen, dass ich mittendrin die Technik gewechselt habe. Die ersten Aufnahmen habe ich analog auf Rollfilm photographiert, alle Bilder im finalen pdf sind mit der Vintage-Digitalkamera QuickTake 100 aufgenommen.

Obwohl die Veranstaltung Solo Photo Book Month heißt, ist das Ziel doch eine pdf-Datei und mithin kein Buch. Letztes Jahr habe ich mit Uferzonen dennoch ein Buch gestaltet und dieses als pdf-Datei veröffentlicht (vgl. http://medienfrech.wordpress.com/2008/06/01/solo-photo-book-month-2008-geschafft/).
Das aktuelle Werk Abschied habe ich dagegen konsequent als pdf-Datei angelegt — inkl. Navigationselementen und Links ins Web.

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

Apple QuickTake 100 | Teil 1, die Technik 26. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Geschichte, Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, sofobomo, Technik.
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Ich mag die Anmutung analog aufgenommener Lo-fi-Photos und vermute, dass es — aus ästhetischer Sicht — digital entsprechendes gibt. Das ist jedoch eher unabhängig vom Alter der Kamera oder von der Auflösung des Sensors; analog lo-fi wird ja auch mit High-tech-Filmen photographiert.
Ich habe noch keine schlüssige Theorie, was dieses lo-fi sein könnte — ob für analog oder für digital. Mit einem Randgebiete-Projekt will ich das mittelfristig für mich klären.

Martin Frech: ohne Titel (aus der Serie 'Kindheit im 21. Jahrhundert')
ohne Titel (aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert)
Photo © Martin Frech, Berlin

Ein Baustein in diesem Vorhaben war mein sofobomo-Projekt 2009. Dafür habe ich im Juni 2009 drei Wochen lang täglich mit der Vintage-Digitalkamera Apple QuickTake 100 photographiert. Als Ergebnis liegt die pdf-Datei Abschied vor.

Ein Bericht über die Erfahrungen aus dieser Arbeit folgt in Teil 2 dieses Beitrags; in diesem ersten Teil beschreibe ich die Technik der Kamera.

Die Digitalkamera QuickTake 100 von Apple Computer wurde mit Kodak entwickelt und kam 1994 für etwa 1500 DM auf den Markt. Ich weiß nicht, für welche Zielgruppe diese Kamera gedacht war, vielleicht wusste Apple das selbst nicht so genau. Vergleichbare Produkte gab es im Preissegment unter 2000 DM damals m.W. jedenfalls nicht — abgesehen vielleicht von Logitechs drei Jahre zuvor eingeführter Kamera FotoMan FM-1 (Dycam Model 1; 376×240 Pixel), die jedoch nur 8-Bit-Schwarzweißbilder liefert (spätere Modelle waren farbfähig).

Die QuickTake 100 war die erste von drei Apple-Kameras. Es folgten die QuickTake 150 und die QuickTake 200. Die QuickTake 150 entspricht hardwaremäßig der QuickTake 100, durch eine geänderte Firmware passen jedoch doppelt so viele Bilder in den Speicher; außerdem wurde sie mit einer Nahlinse ausgeliefert. Die QuickTake 200 wurde von Fuji entwickelt und ist eine völlig andere Kamera. Die Serie wurde jedoch bereits 1997 wieder eingestellt. Kodak entwickelte die QuickTake 100 zur DC40 weiter und vertrieb diese ab 1995 als Kodak-Kamera.

Apple QuickTake 100, Vorderansicht
Apple QuickTake 100, Vorderansicht
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Rahmendaten der QuickTake 100: Auflösung 640×480 oder 320×240 Pixel, 24 Bit Farbe, Kameraspeicher für acht Bilder, kein Display zur Anzeige der Bilder, Fixfokus-Objektiv, automatische Belichtung, eingebauter Blitz (Details siehe Tab. 1).

Wie von Apple nicht anders zu erwarten, ist das Design der QuickTake schnörkellos, haptisch angenehm und intuitiv verständlich.

Die Kamera wird eingeschaltet, indem die kombinierte Objektiv- und Sucherabdeckung beiseite geschoben wird; nach etwa einer Sekunde ist sie betriebsbereit. Nun wird die QuickTake mit beiden Händen wie ein Fernglas gehalten. Sie hat ein angenehmes Gewicht und liegt sehr gut und ruhig in der Hand. Der Sucher ist hell und bis auf ein grünes Licht (= funktionsbereit) ohne zusätzliche Anzeigen.

Der Auslöser befindet sich oben und wird mit Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand bedient. Ein leichter, doch spürbarer Druck löst mit einem mechanischen Klick aus. Nach kurzer Verzögerung hört man ein leises, schnarrendes Geräusch, wahrscheinlich den Verschluss. Nun dauert es etwa zehn Sekunden bis die Kamera wieder auslösebereit ist.

Das vergütete Objektiv hat eine Brennweite von 8 mm, das entspricht laut Handbuch etwa einem 50-mm-Objektiv an einer Kleinbildkamera. Ein Filtergewinde ist nicht vorhanden, jedoch kann eine Nahlinse angeklippt werden. Das Objektiv ist nicht fokusierbar, die Nahgrenze liegt ohne Vorsatzlinse bei etwa 1,20 m.

Die Empfindlichkeit des 0,31-MP-CCD-Sensors entspricht etwa ISO 85. Die Belichtung erfolgt ausschließlich automatisch (Bl. 2,8 bis 16, Zeiten von 1/30 s bis 1/175 s). Der eingebaute Blitz ist abschaltbar und hat eine Reichweite bis etwa 2,70 m.

Drei Mignon-Zellen liefern die Energie für den laufenden Betrieb. Apple hat NiCad-Akkus vorgesehen und das entsprechende Ladegerät mitgeliefert. Der Betrieb mit gewöhnlichen Alkaline-Zellen ist jedoch laut Handbuch ausdrücklich möglich. Nach einer Minute Inaktivität schaltet das Gerät in den Ruhezustand, der durch Drücken des Auslösers beendet wird.
Für den stationären Betrieb kann die Kamera auch mit einem Netzteil betrieben werden (nicht im Lieferumfang).
Ein solch praktisches Energiekonzept war damals nicht selbstverständlich (und ist es heute leider immer noch nicht). Logitechs FotoMan muss beispielsweise ständig unter Strom stehen, da die Bilddaten in einem dynamischen RAM gespeichert werden: Batterie leer — Bilder weg. Andere Hersteller setzen auf Spezialakkus, die nach einigen Jahren nur umständlich oder gar nicht mehr beschafft werden können.

Das Kontrollfeld der QuickTake 100.
Das Kontrollfeld der QuickTake 100: Vier Bilder sind gespeichert, 19 können noch aufgenommen werden mit der verminderten Auflösung (Symbol o. re.).
Photo © Martin Frech, Berlin

Neben dem Sucher befinden sich auf der Rückseite der QuickTake 100 ein LC-Display und vier Tasten. Mit den Tasten kontrolliert man den eingebauten Blitz, schaltet die Auflösung um, startet den Selbstauslöser oder löscht alle Bilder im Kameraspeicher. Diese Taste ist praktischerweise versenkt und nur mit einer Spitze bedienbar. Angezeigt werden der Ladezustand der Batterien, die gewählte Auflösung, die Anzahl der gespeicherten Bilder und die Anzahl der noch möglichen Bilder. Die Auflösung kann pro Bild auf 640×480 oder 320×240 Pixel eingestellt werden; jeweils bei einer Farbtiefe von 24 Bit.

Die Bilddaten der QuickTake werden in ein fest eingebautes 1-MB-EPROM gespeichert, welches die Daten für — je nach Auflösung — acht bis 32 Bilder unabhängig von Batteriespannung speichert. Meine QuickTake lag bis zu ihrer Wieder-Erweckung etwa fünf Jahre im Schrank; die letzten Bilder, die ich damals aufgenommen hatte, waren noch da.

Kodak/Apple haben für die QuickTake das proprietäres Dateiformat PICT QuickTake erfunden. In diesem Format werden die Bilder in der Kamera gespeichert. Will man die Daten verwenden, benötigt man einen entsprechenden QuickTake-Dekompressor, der in Form einer Apple-Systemerweiterung mitgeliefert wird und nur zusammen mit QuickTime funktioniert.

Die QuickTake 100 kann komplett per Software fernbedient werden.
Die QuickTake 100 kann komplett per Software fernbedient werden.
(Screenshot)

Der Datenaustausch mit dem Computer läuft über die damals Apple-typische runde serielle achtpolige Schnittstelle. Darüber werden nicht nur die Bilddaten kopiert. Die Kamera kann mit dem mitgelieferten QuickTake-Programm auch komplett fernbedient werden. Da ein Standard-Stativgewinde vorhanden ist, sind Anwendungen im Studio durchaus denkbar.
Interessant ist, dass der Kameraspeicher über ein mitgeliefertes System-Kontrollfeld als nur-lesbar gemountet werden kann. So ist man für die Arbeit mit der Kamera nicht auf die rudimentäre QuickTake-Software angewiesen.

Das Kontrollfeld zum mounten des QuickTake-Speichers.
Das Kontrollfeld zum mounten des QuickTake-Speichers.
(Screenshot)

Computerseitig ist ein altes Apple-System Voraussetzung für die Arbeit mit der QuickTake; mit Mac OS X kann die Kamera nicht genutzt werden. Zum einen wegen dem Dateiformat: The QuickTake 100 and QuickTake 150 digital cameras have a unique codec (compressor-decompressor) that is not available in Mac OS X. QuickTake Pictures must be converted to a different compression format under Mac OS 9 or earlier to be opened in Mac OS X.(1)
Zum anderen wurde bei neueren Macs die serielle Schnittstelle durch USB ersetzt und das alte Apple-Seriell-Protokoll wird unter OS X nicht unterstützt. Eventuell könnte man mit Adaptern zum Ziel kommen (z.B. Keyspan, Griffin gPort oder Gee three Stealth Port), ich habe das jedoch nicht getestet, zumal das Problem des fehlenden Codecs damit nicht gelöst würde (evtl. jedoch unter Classic).

QuickTake 100 gemountet Ich arbeite mit dem Apple Quadra 650 unter MacOS 7.6.1. Die QuickTake-Software verwende ich nicht. Über das Kontrollfeld mounte ich den Kameraspeicher, kopiere die Bilddateien über den Finder und konvertiere sie mit Photoshop 3.0 in Tiff-Dateien. Diese Rohdaten brenne ich mit einem per SCSI angeschlossenen CD-Brenner auf CD-ROMs. Damit stehen mir alle Wege für eine zeitgenössische Bildbearbeitung auf anderen Systemen offen.

Tabelle 1: Technische Daten der QuickTake 100
Typ Sucherkamera
Sensor/
Auflösung/
Farbtiefe
CCD/
640×480 Pixel und 320×240 Pixel/
24 Bit
Empfindlichkeit entsprechend ISO 85
Objektiv 1:2.8/8 mm (entspricht etwa 50 mm bei KB)
Filtergewinde –-
Fokusierung fixfokus ab 1,2 m
Belichtungsmesser (automatisch)
Verschlußzeiten 1/30 s bis 1/175 s (automatisch)
Anschluß für Fernauslöser –- (fernbedienbar über Software)
Selbstauslöser 10 s Vorlaufzeit
Blitzkontakt/
Zubehörschuh
-–/
-–
eingebauter Blitz ja (Reichweite bis 2,70 m)
Stativgewinde 1/4 Zoll
Dateiformat QuickTake PICT (proprietär)
Schnittstelle seriell (Macintosh zum Anschluß an Drucker-/Modemport)
Speicher/-karte 1 MB/–-
Computersystem MacOS 7 bis 9 (Prozessor 68020 aufwärts), evtl. MS-Win 3.1 u. 95 (es gab ein QuickTake 100 Connection Kit für Windows)
Stromversorgung drei AA-Batterien/Akkus, ext. Netzteil
Maße/
Gewicht
ca. 130x160x50 mm/
ca. 530 g (mit Batterien und Trageriemen)
Zubehör Batterieladegerät, serielles Kabel, Software, Handbuch, Trageriemen
Hersteller/
Produktionszeit
Apple Computer/
1994-–1995

(1) http://support.apple.com/kb/TA26494?viewlocale=en_US

sofobomo 2009 | Digitalisieren 12. Juni 2009

Posted by Martin Frech in sofobomo.
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Während mein fünfter sofobomo-Film trocknet, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich die Negative digitalisieren werde. Da ich keinen Dienstleister beauftragen möchte, habe ich drei Möglichkeiten:

  1. Negative vergrößern und die Abzüge scannen,
  2. Negative auf dem Flachbettscanner scannen und
  3. Negative mit der Digitalkamera von der Leuchtplatte abphotographieren.

Martin Frech | sofobomo | Negativ
Abschied | sofobomo 2009 | Negativ auf der Leuchtplatte
© Martin Frech, Berlin

Option eins entfällt für mich, da es mir zu aufwendig ist, die Negative nur für das Scannen zu vergrößern; zumal diese dann maximal A4 groß sein dürften.
Die beiden anderen Möglichkeiten sind praktikabel mit vergleichbaren Bildergebnissen:
2009-06_sofobomo_Test_V700_VueScan_3200dpi_RGB_Pos_Detail
Abschied | sofobomo 2009 |
100%-Ausschnitt, ungeschärft: Negativscan, Epson V750, VueScan
© Martin Frech, Berlin

2009-06_sofobomo_Test_D70_MicroNikkor-55-28_Pos-Detail
Abschied | sofobomo 2009 |
100%-Ausschnitt, ungeschärft: Negativ auf Leuchtplatte abphotographiert, Nikon D70, Micro-Nikkor 2.8/55 mm
© Martin Frech, Berlin

Die mit der D70 angefertigten Repros haben mit netto etwa 1700×1700 Pixeln eine geringere Auflösung als die Scans vom V750; für mein sofobomo-pdf reicht das jedoch.
Da das Abphotographieren deutlich schneller geht als das Scannen, werde ich meine sofobomo-Negative auf diese Art digitalisieren.

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

sofobomo 2009 | Kontakte 3 und 4 5. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.
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Auf kleiner Flamme arbeite ich weiterhin an meinem sofobomo-Projekt — zwei weitere Filme habe ich entwickelt und kontaktet.

Martin Frech | sofobomo 2009 | Kontakte 3+4
Abschied | sofobomo 2009 | Kontakte 3 und 4
© Martin Frech, Berlin

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

sofobomo 2009 | Photo-pdf statt Photobuch 1. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.
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Die Regeln sind klar, Paul Butzi wies uns gestern nochmal darauf hin: Das Endprodukt für den sofobomo ist eine pdf-Datei. So steht es ja auch “offiziell” geschrieben: What qualifies as a completed photo book? The goal is a nicely formatted PDF with the photos in itSo I don’t need to actually finish with a printed copy of the book? Nope. A PDF file will do.

Martin Frech | sofobomo 2009 | Film 3 trocknet
Abschied | sofobomo 2009 | Film 3 trocknet
© Martin Frech, Berlin

Kein gedrucktes Buch also, sondern eine Datei. Irreführend ist daher der Name der Veranstaltung: Solo Photo Book Month (sofobomo). Nun ist eine pdf-Datei aber kein Buch. Solo Photo pdf file Month (sofopdfimo) wäre also passender, würde jedoch blöd klingen.

Dem sofobomo-pdf-Zwang könnte man zwar auch genügen, wenn man ein geklebtes Photoalbum scannt (auch wenn diejenigen Teilnehmer, die Ihre Bilder schon in der Kamera digitalisieren, wohl kaum auf diese Idee kämen).

Das pdf-Format bietet jedoch außerbuchliche Möglichkeiten wie Navigationsstrukturen jenseits eines Inhaltsverzeichnisses oder eigebettete Töne, die es auszuloten gilt. Gordon McGregor hat auf seinem blog PhotoExpressions einen Text des Lenswork-Herausgebers Brooks Jensen veröffentlicht, in welchem dieser entsprechende Gedanken zum Photo-pdf formuliert.

Schöne Ideen; jetzt muss man nur noch was draus machen — in nur 30 Tagen. Aber der Vorteil des Termins ist ja gerade, dass dann das fertig ist, was eben fertig ist. Und wenn es nur die Vorstudie zu etwas besserem ist. Oder im übertragenen Sinne: There’s nothing like standing somewhere and actually taking pictures for ending the theorising. (Colin Jago)

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte 31. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.
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Mit dem Pfingstwochenende beginnt mein sofobomo fuzzy month. Das heißt, ich muss bin Ende Juni mit meinem Buch fertig sein. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, das Leben geht ja trotzdem weiter, gehe aber davon aus, dass es klappen wird.

Die ersten beiden Filme habe ich schon entwickelt (TMY-2 in XTOL 1+2):
Martin Frech | sofobomo 2009 | Kontakte 1+2
Abschied | sofobomo 2009 | Kontakte 1 und 2
© Martin Frech, Berlin

Über die Form des Buches habe ich auch nachgedacht, bisher jedoch ohne Ergebnis. Die klassische Form passt hier wohl nicht. Vielleicht wird es etwas im Stil von Boris Michailows Unvollendeter Dissertation; formal würde das passen. Mal sehen.

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

sofobomo 2009 | ORWO NP 20 15. Mai 2009

Posted by Martin Frech in sofobomo, Technik.
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Mitte der 1980er-Jahre habe ich in Essen projektbezogen eine größere Menge Rollfilme vom Typ ORWO NP 20 gekauft. Einige sind damals übriggeblieben und befinden sich noch in meinem Filmlager.

ORWO NP20
ORWO NP 20
Photo © Martin Frech, Berlin

Nun steht mein sofobomo-Projekt 2009 an und ich dachte darüber nach, die Aufnahmen mit diesem NP-20-Restbestand anzufertigen.
Zum sofobomo-Konzept gehört, dass die Teilnehmer über den Werdegang ihrer Projekte berichten — daher will ich meine Überlegungen zur Filmwahl hier kundtun.

Die Filme sind im August 1990 abgelaufen und waren all die Jahre nicht fachgerecht gelagert; das sollte mittelempfindlichem Schwarzweiss-Material jedoch nicht allzuviel anhaben.
Ich habe dennoch einige Testaufnahmen gemacht.

NP-20-Kleber_blog
ORWO: Original Wolfen (Markenname für Produkte des VEB Fotochemisches Kombinat Wolfen/DDR); N: Negativfilm; P: panchromatisch sensibilisiert; 20: 20 DIN

NP 20 läßt sich in allen gängigen Entwicklern verarbeiten. Jedem Film liegt ein ausführlicher Zettel bei, auf dem als bevorzugte Entwickler A03, R09 und A49 aufgeführt sind. A03 ist ein Feinkorn-Entwickler für die Tank- und Maschinenentwicklung, R09 entspricht im wesentlichen Rodinal und A49 ist ein Feinstkornentwickler (wird heute als ADOLUX ATM 49 vertrieben). Sowohl A49 als auch Rodinal habe ich neben XTOL und HC-110 immer vorrätig.

Ich habe mich für Rodinal entschieden. Zu den Entwicklungszeiten macht der Zettel keine Angaben, es gilt die ORWO-Vorschrift 1100.
In meiner Bibliothek befindet sich das sehr ausführliche Datenblatt zum NP-20-Nachfolger NP 22 sowie das Buch Fotografische Chemie von Junge/Hübner. Für Rodinal (1+40) werden in beiden Publikationen 9-11 Minuten Entwicklungszeit bei 20 °C und ständiger mäßiger Bewegung empfohlen.

Für meinen ersten Test habe ich für den NP 20 einen E.I. von 17 DIN festgelegt und das Negativ (vorgewässert) 12,5 Minuten lang entwickelt. Das ergab etwa folgende Dichten:

Minimale Dichte (b&f) 0.22
Zone III V VIII X
Dichte über Unterlage und Schleier 0.38 0.63 1.26 1.6

Diese Werte sind ok. Für die minimale Dichte des NP 22 (Rollfilm) gibt das Datenblatt einen Wert von 0.15 an. Es ist klar, dass ein so deutlich überlagerter Film eine höhere Grunddichte aufweist als das frische Material (hier etwa zwei Blenden). Das stört mich jedoch nicht, da belichte ich später einfach durch.

Die nächste Rolle habe ich dann für mehr Kontrast mit 14 Minuten etwas länger entwickelt und bin mit den Ergebnissen zufrieden; vielleicht sollte ich noch etwas reichlicher belichten.
Zum Vergleich habe ich jedes Motiv außerdem auf Kodak T-Max 400 (TMY-2) belichtet.
Die Testaufnahmen habe ich auf Ilford Multigrade IV vergrößert und mit dem Epson V750 gescannt.

2009_sofobomo_Test-NP20_Print_Detail
Testmotiv (100%-Ausschnitt aus 300-dpi-Scan, png-Datei)
ORWO NP 20 (17 DIN), Agfa Rodinal 1+40,
6,7-fach linear vergrößert auf Ilford MG IV

2009_sofobomo_Test-TMY-2_Print-Detail
Testmotiv (100%-Ausschnitt aus 300-dpi-Scan, png-Datei)
Kodak T-Max 400 (24 DIN), Kodak XTOL 1+2,
6,7-fach linear vergrößert auf Ilford MG IV

2009_sofobomo_Testmotiv-NP20_Print_450px
ORWO NP 20 (17 DIN), Agfa Rodinal 1+40, vergrößert auf Ilford MG IV
Photo © Martin Frech, Berlin

2009_sofobomo_Testmotiv-TMY-2_Print_450px
Kodak T-Max 400 (24 DIN), Kodak XTOL 1+2, vergrößert auf Ilford MG IV
Photo © Martin Frech, Berlin

Das soll kein Vergleich von NP 20 und 400T-Max sein!
Vielmehr ging es mir darum, beide Filme auf die Tauglichkeit für mein konkretes Projekt abzuklopfen. Die hier gezeigten Scans sind zudem rein illustrativ. Was für mich zählt, ist die Anmutung der Vergrößerung. Und da macht der NP 20 eine überraschend gute Figur, die Aufnahmen sind jedoch teilweise wolkig verschleiert.
Ich werde meine NP-20-Restbestände aus folgenden Gründen dennoch nicht verwenden:

  1. Ich kann nicht sicher sein, dass jede der NP-20-Rollen von gleicher Qualität ist und Aufnahmen zu wiederholen ist bei diesem engen Zeitplan nicht angenehm.
  2. Da ich in Innenräumen mit vorhandenem Licht arbeiten werde, sind mir 15-17 DIN eine zu geringe Empfindlichkeit (laut der Tabelle für den NP 22 muss der Film bei einer gemessenen Belichtungszeit von 5 s schon 2,3mal so lange belichtet werden um den Schwarzschildeffekt auszugleichen, bei 30 s muss man daher schon 2 Minuten belichten).
  3. Die Vergrößerungen zeigen keinen speziellen NP-20-Look, der diese Nachteile aufwiegen würde.
  4. Ich habe keine sentimentalen Erinnerungen an diesen Film.
  5. Warum soll ich dann auf Aufnahme-Komfort und Bildqualität verzichten?