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Kodak Xtol und Agfa Rodinal nach Rollei Retro 400S 28. April 2017

Posted by Martin Frech in Technik.
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Kodak Xtol 1+1 nach der Entwicklung eines Rollei-Retro-400S-Rollfilms.


Original Agfa Rodinal 1+25 nach der Entwicklung eines Rollei-Retro-400S-Rollfilms.
 

 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

bald ist es wieder soweit: am 30. April 2017 ist Worldwide Pinhole Photography Day 27. März 2017

Posted by Martin Frech in Events.
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Ankuendigung Worldwide Pinhole Photography Day 2017
Grafik: Mathias Berkenkamp; fix: Martin Frech

Markus Bollen: Blackbrook (zur Ausstellung 2017 in der schaelpic photokunstbar) 27. März 2017

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, schaelpic photokunstbar.
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Kürzlich haben wir in Köln die Ausstellung ‚Blackbrook‘ mit Arbeiten von Markus Bollen eröffnet (vgl. Markus Bollen: Blackbrook (schaelpic photokunstbar, Koeln), 27. März bis 12. Mai 2017).

Zur Einführung habe ich eine kurze Ansprache gehalten, die ich hier dokumentiere.

Anmerkungen zu Markus Bollens Arbeit ‚Blackbrook‘
© 2017 Martin Frech, Notizen zur Fotographie (NzF) (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

In dieser Ausstellung zeigen wir Ihnen Bilder einer Wasseroberfläche — auch wenn die überwiegend in Grün gehaltenen Fotos dies erstmal nicht erwarten lassen. Das Grün kommt von den vielen Algen im Wasser und deutet an, dass es sich wohl um ein stehendes Gewässer handelt — oder zumindest um ein nur träge dahinfließendes; vielleicht ist es überdüngt.

Fotos von der Oberfläche eines Weihers also, eventuell ist es auch ein Pfuhl oder sogar ein See. Den Bildern kann ich das nicht entnehmen — sie geben mir weder Informationen über die Ausdehnung des Gewässers noch über seine Tiefenstruktur. Ein Tümpel scheint es jedoch nicht zu sein: auf der Website des Fotografen ist jedenfalls ein Bild des felsigen Uferbereichs zu sehen, das auf ein ganzjähriges Gewässer hindeutet. [1]

Wo befindet sich das Gewässer? Wieder geben mir die Bilder keinen entsprechenden Hinweis — weder sind Landmarken zu sehen, noch ein Hinweisschild. Und auch der Titel hilft uns nicht wirklich weiter: Markus Bollen hat die Serie schlicht ‚Blackbrook‘ genannt; und übrigens auch nicht datiert. Da ‚Brook‘ besonders im Englischen häufig als Teil eines Gewässernamens auftritt, ist das immerhin eine Spur.

Wie auch immer — eine exakte Definition des Gewässers oder dessen Verortung ist in diesem Zusammenhang auch gar nicht nötig. Bei dieser Gruppe von Bildern geht es um die Strukturen auf der Wasseroberfläche. Strukturen die entstehen durch Spiegelungen, Reflexe, Farbkontraste, zufällig verteilte Blätter und andere Gegenstände sowie die Schlieren der Algen. Die Blätter sind auf den detailreichen Panoramen als solche zu erkennen, ebenfalls Ästchen und Steine sowie die Spiegelungen der Bäume — es sind also keine abstrakten Bilder. Allerdings erkenne ich kein oben und unten; die Bilder könnten andersrum hängen und es würde mir nicht auffallen — sogar gekippt, als extreme Hochformate, würde die Präsentation für mich funktionieren.

Mich erinnern diese Rahmenbedingungen an die ‚Equivalents‘ (= Entsprechungen), eine Serie von über 200 Bildern, die Alfred Stieglitz (1864–1946) ab 1925 etwa 10 Jahre lang fotografierte. Stieglitz hat die Wolken am Himmel aufgenommen, fast immer ohne Horizont als Bildanker. So hat sich damals auch bald die Frage gestellt, was oben und unten bei diesen Bildern sei. Stieglitz war das schlicht egal, es war nicht wichtig.

Die ‚Equivalents‘ gelten als die ersten Fotos in der Geschichte, bei denen der Bildautor die Interpretation bewusst vom Motiv getrennt hat. Stieglitz hat zwar Wolken fotografiert, die Bilder der Wolken sollten vom Betrachter jedoch nicht vorrangig als Bilder von Wolken (also als Bilder von meteorologischen Phänomenen) gesehen werden.

Ursprünglich nannte Stieglitz seine Wolkenbilder-Serien ‚Songs of the Sky‘ — es gibt da wohl auch eine synästhetische Komponente. Die Umbenennung in ‚Equivalents‘ begründete er so: „Ich habe eine bestimmte Sicht des Lebens und manchmal versuche ich Entsprechungen dafür in der Form von Photographien zu finden.“ bzw. die Wolkenbilder seien „Entsprechungen meiner tiefgründigsten Lebenserfahrung“. Der amerikanische Maler Abraham Walkowitz (1878–1965) hat das zuvor schon 1916 so formuliert: „Ich vermeide keine Objektivität und suche keine Subjektivität, sondern ich versuche eine Entsprechung für das zu finden, was der Effekt meiner Beziehung zu einem Ding ist.“ [2]

Diese Haltung war damals in Stieglitz‘ Umfeld nicht unüblich. Diese Künstler — neben Stieglitz etwa Georgia O’Keeffe (1887–1986) oder Paul Strand (1890–1976) — thematisierten mit den entsprechenden Werken ihre Spiritualität.

‚Spiritualität‘ — das ist ein gutes Stichwort, um wieder zurückzukommen zu Markus Bollen. Denn ihm geht es um Kontemplation: Die Blackbrook-Bilder sind im Zusammenhang mit Meditationsübungen entstanden, zu denen sich der Fotograf in einem katholischen Kloster in England aufgehalten hat.

Indirekt findet sich hier auch der Bezug zu unserer Ausstellungsreihe, die sich nun in der sechsten Folge mit fotografischen Positionen zum Phänomen Zeit befasst.

Wir wissen ja spätestens seit Heraklit, dass man nicht zweimal in den selben Fluss steigen kann. Mit der Fotografie ist es vergleichbar: zwischen dem Einrichten der Kamera und dem Auslösen des Verschlusses vergeht Zeit. Markus Bollen nutzte an seiner Panoramakamera — wie die Großformat-Fotografen — zur Bildkomposition nicht den Durchblick-Sucher, sondern eine Mattscheibe, die die Sicht des Objektivs zeigt. Diese befindet sich an genau der Stelle, wo später der Film belichtet wird; so kann man die Kamera präzise ausrichten. Vor dem Belichten muss die Mattscheibe dann gegen die Filmkassette getauscht werden. Bewegt sich das Motiv, beispielsweise ein fließendes Gewässer, hat es sich in dieser Zeit natürlich verändert. Für Markus Bollen eine Übung im Loslassen — gibt er doch ein wenig die Kontrolle über das Bildergebnis ab.

Das ist ein Problem, mit dem übrigens auch Michael Marten konfrontiert war, als er mit der Großformatkamera das Meer fotografierte. Nur, dass Michael das nicht in dem Maße schätzen konnte wie Markus Bollen und u.a. deswegen die Kamera wechselte. (Vielleicht erinnern Sie sich an Michael Marten: ‚Sea Change‘.)

Die Blackbrook-Serie fügt sich ein in die freien Arbeiten von Markus Bollen; die Arbeiten also, die er ohne Auftrag anfertigt — überwiegend Natur- und Landschaftsfotografien. Dabei nimmt er nicht nur die scheinbar unberührte Natur in den Blick. Seine Serien mit Panoramen von Alpenpässen und Tagebauen zeigen denn auch deutlich unsere zivilisatorischen Spuren. Ebenso natürlich seine Veduten aus China und Berlin; Stadt-Landschaften eben.

Da gibt es Werkgruppen, die vordergründig spannender sind als die Wasser-Bilder. Ich freue mich jedoch, dass wir aus diesem Bilder-Pool die eher sperrigen — und für mache sicher auch langweiligen — Blackbrook-Fotos zeigen. Denn wenn die Existenzialisten recht haben und das Gefühl der Langeweile tatsächlich ein Grundzustand des menschlichen Daseins ist, kann unsere Ausstellung ja vielleicht sogar erkenntnisfördernd sein.

—–
[1] http://www.panoramic-art.de/natur/blackbrook/ [2017-03-22]
[2] Zitate nach: Greenough Sarah: Eine neue Sprache für die Photographie. Alfred Stieglitz‘ Serie der Wolkenphotographien. In: Kat. Ausst. Notation. Kalkül und Form in den Künsten, Berlin, Akademie der Künste, 20.09.-16.11.2008, Berlin, Karlsruhe, 2008. S. 331–335.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch: Stieglitz, Alfred: How I Came to Photograph Clouds. In: The Amateur Photographer. 19.09.1023, S. 255. Online verfügbar: http://media.artic.edu/stieglitz/wp-content/uploads/sites/6/2016/06/1923-09-19-Stieglitz-How-I-came-to-photograph-clouds-American-Amatuer-Photographer.pdf [2017-03-22]
Einige von Stieglitz‘ Wolkenbildern: http://www.phillipscollection.org/research/american_art/artwork/Stieglitz-Equivalent_Series1.htm [2017-03-22]

Markus Bollen: Blackbrook
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
27. März bis 12. Mai 2017
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)
Vernissage:
Freitag, 24. März 2017, ab 18.30 Uhr

 

 
 


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mattierte Bilder 27. Februar 2017

Posted by Martin Frech in Ärgernisse.
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Im amerik. Englisch steht der Begriff ‘mat’ u.a. für „das Passepartout“ (die Briten sagen dazu eher ‘mount’).

Wenn Zoe Leonard sagt: ‘… they’re not matted, …’ [1], bedeutet das nicht: „… sie sind nicht mattiert, …“ [2]. Leonard meint stattdessen, dass sie ihre Fotografien nicht im Passepartout präsentiert.

Also: Immer mitdenken, auch beim Lesen von Wikipedia-Texten.

[1] http://www.jca-online.com/leonard.html (2017-02-27)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Zoe_Leonard (2017-02-27)

 


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Anmerkungen zu Mike Crawfords Projekt ‚Obsolete and Discontinued‘ 5. Februar 2017

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, Foto-Projekt, schaelpic photokunstbar.
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Im vergangenen Herbst haben wir in Köln die Ausstellung mit Arbeiten aus dem Projekt ‚Obsolete and Discontinued‘ von Mike Crawford eröffnet (vgl. Mike Crawford: ‚Obsolete and Discontinued‘ (schaelpic photokunstbar, Köln), 7. November 2016 bis 3. Februar 2017).

Zur Einführung habe ich einen kurzen Text geschrieben, den ich hier dokumentiere.

Anmerkungen zu Mike Crawfords Projekt ‚Obsolete and Discontinued‘
© 2016 Martin Frech, Notizen zur Fotographie (NzF) (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Es gibt Fotografen, für die der Material-Aspekt integraler Bestandteil ihrer Arbeit ist. Die Auswahl und die angepasste Entwicklung der Filme, das Anfertigen der Kontakte und schließlich die Ausarbeitung der Abzüge sind für sie neben der Wahl des Motivs wichtige und bewusste Schritte zum endgültigen Bild. Für diese Fotografen ist der Abzug Teil des Kunstwerks. Denn das Ringen mit den Eigenschaften des Materials bleibt in jedem analog hergestellten Werk mehr oder weniger sichtbar und macht dessen Aura mit aus.

Dieser Ansatz ist mitnichten rückwärtsgewandt oder gar überholt. Als ob es eine Gesetzmäßigkeit gäbe, dass die jeweils digitale „Weiter“-Entwicklung das bessere und somit die natürliche Ablösung des vordigitalen wäre. Ist es aber nicht! Das Arbeiten mit analoger Signalaufzeichnung zeitigt eben andere Ergebnisse als der digitale Workflow — das ist der Punkt!

Mike Crawfords Projekt, dessen Ergebnisse wir hier in Teilen ausstellen, deutet die Bandbreite dessen an, was mit emulsionsbasiertem — lichtempfindlichem — Fotopapier möglich ist. Es ist eben nicht damit getan, ein bestimmtes Papier zu wählen. Mitentscheidend für das Ergebnis ist die Art der chemischen Bearbeitung.

Mike betreibt in London ein Fotofachlabor. Das Projekt ‚Obsolete and Discontinued‘ begann damit, dass ihm ein Kunde zahlreiche Schachteln mit altem und abgelaufenem Fotopapier brachte. Fotopapier verliert zwar nach einigen Jahren seine zugesagte Qualität und wird dann üblicherweise weggeworfen. Andererseits kann das Papier durch die Alterung aber auch interessante nichtvorhersehbare Ergebnisse liefern.

Mike verteilte das Material daher international an über 50 Fotografen mit der Bitte, damit zu experimentieren und etwas daraus zu machen.

Er bekam Abzüge zurück, die mit einer Vielzahl an Verfahren erarbeitet wurden: klassisch ausgearbeitete Prints und Lith-Prints, getont oder nicht, Abzüge von Nassplatten- und Papier-Negativen, Collagen, Fotogramme, Arbeiten mit manipulierten Emulsionen und diverse mit hybriden analog/digitalen Techniken angefertigte Bilder.

Ja, die neuen Medien eröffnen neue Möglichkeiten, die ich schätze und gerne nutze. Doch sie ersetzen eben nicht die anderen, ihre angeblich veralteten angeblichen Vorgänger. Dabei ist es kein entweder/oder — es ist ein sowohl-als-auch. Unsere Ausstellung verdeutlicht das sehr schön.

Die Medienwissenschaft hat das Phänomen beschrieben: ist ein Medium lange genug da, verschwindet es nicht einfach. Das mag sein, solange die technischen Voraussetzungen nicht allzu kompliziert sind. Die Drucktechniken oder das Pressen einer Schallplatte beispielsweise sind sowohl hinsichtlich der Produktionsmaschinen als auch der eingesetzten Rohstoffe vergleichsweise einfach — Produktionsstrukturen und die Materialversorgung können mehr oder weniger geschmeidig der Nachfrage abgepasst werden.

Im Foto- und Filmkontext haben wir jedoch folgendes Problem. Sowohl die Apparate- als auch die Verbrauchsmaterial-Technik waren in den 1990er-Jahren nach einer mehr als 150jährigen Entwicklung auf einem entsprechend hohen Niveau. Komplizierte industrielle Fertigungsprozesse waren bei international etwa zwei handvoll Firmen implementiert. Es gab keinen Markt für die Produktionsmaschinen, diese wurden als Sonderanlagen individuell gebaut. Die chemischen Rezepte und Prozesse waren ebenfalls Ergebnis jahrzehntelanger firmeninterner Entwicklungen und sind kein Gemeingut. Das gilt für den Schwarzweiß- und insbesondere für den Farbbereich.

Wird eine solche Struktur aufgegeben, ist sie unter radikal veränderten Marktbedingungen skaliert kaum wiederzubeleben. Die Aktivitäten von Mirko Böddecker in Bad Saarow (ADOX Fotowerke), Florian Kaps‘ Impossible Project [sic] oder die nur zähen Fortschritte in Ferrania (FILM Ferrania; Nicola Baldini, Marco Pagni; 2013) legen mir diesen Schluss jedenfalls nahe; das ist vergleichbar mit dem Abschalten eines Hochofens, der auch nicht einfach wieder angefeuert werden kann.

Foto- und Medienkünstler, die emulsionsbasiert arbeiten, haben daher zunehmend Probleme mit der Materialbeschaffung.

Sie haben gegenüber den Kollegen in den anderen Sparten — beispielsweise den Malern oder Bildhauern — das Problem, dass sie am Tropf einer Industrie hängen. Und zwar einer Industrie, die mit der angewandten Fotografie und den Vorführkopien des Kinos groß geworden ist. Zu groß für heutige Verhältnisse.

Die angewandten Fotografen sind umgestiegen und im Kino werden Bilder aus Daten projiziert. Jetzt reicht die Material-Nachfrage der Fotokünstler offenbar nicht, um die industrielle Produktion zu finanzieren. Also verschwinden die Produkte vom Markt.

Wie anfangs dargelegt, haben die Künstler jedoch ernsthafte Gründe, an ihrem Material festzuhalten. Was tun, wenn man weiterhin emulsionsbasiert arbeiten will?

Die US-amerikanische Fotokünstlerin Judith Joy Ross hat mit der Schwarzweiß-Fotografie aufgehört, als ihre Vorräte an Auskopierpapier aufgebraucht waren. Dito Manfred Hamm mit der Farbfotografie, weil sein bevorzugtes Diamaterial nicht mehr erhältlich ist.

Eine andere Möglichkeit ist, sich von Industrieprodukten unabhängig zu machen; wie beispielsweise die Kollegen von der Nassplatten-Fraktion, die ihr Material selbst beschichten oder Lomig Perrotin, der in Frankreich primitive Rollfilme selbst herstellt.

Eine weitere Möglichkeit wären staatliche Subventionen zum Erhalt der Film- und Fotopapierproduktion. Das — und den Welterbe-Titel für den fotochemischen Film — fordert beispielsweise die Medienkünstlerin Tacita Dean.

Als ob das Materialproblem nicht schon schlimm genug wäre, habe ich zudem von Kollegen gehört, die sich für das Festhalten an ihrer Arbeitsweise rechtfertigen müssen. Im Sinne von: steig‘ doch endlich um — digital ist doch eh‘ viel besser.

Wäre es nicht sinnvoller, die Kollegen in ihrem Tun zu bestärken: „Don’t kill film, shoot it“ — und sich nebenbei dafür einzusetzen, dass diese Kulturtechnik erhalten bleibt?

 
 


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ab 24. März in der schaelpic photokunstbar: Markus Bollens Arbeit Blackbrook 1. Februar 2017

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, schaelpic photokunstbar.
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Die Serie Blackbrook erarbeitete Markus Bollen während eines Aufenthalts in einem Trappisten-Kloster in England. Es sind Beobachtungen der Oberfläche eines Sees in der Nähe des Klosters. Bei der Fotografie der Spiegelungen und der langsam von der Strömung sich fortbewegenden Teile auf der Oberfläche kam eine neue Qualität des Loslassens hinzu. Dieses Loslassen war auch technisch in Markus Bollens Arbeitsweise begründet. Während er die Mattscheibe seiner Kamera gegen die Filmkassette austauschte, bewegte sich der See durch die Strömung unaufhörlich weiter und das Bild war ein anderes als das noch Sekunden zuvor eingestellte.

Woher weiß ich, wie die Welt beschaffen ist? Durch Beobachten. — Lao Tses Weisheiten aus dem Tao Te Ching haben Markus Bollen, sein Leben und seine Arbeit bereits in frühen Jahren geprägt. Seine intensive Beschäftigung mit der Meditations­technik Zazen sowie ein zweijähriger Aufenthalt in China führten ihn zur bis heute andauernden spirituellen Auseinandersetzung mit dem Buddhismus.

Fast immer haben Bollens Landschaftsfotografien und Naturstudien eine nahezu kontemplative Wirkung; sie ermöglichen uns ein Erkennen der Ruhe und Ausgeglichenheit in der Natur — einer Ruhe, die Kraft ausstrahlt und die er den Betrachter spüren lassen will.

(bearbeiteter Text aus der Pressemitteilung)

1936-15 002
aus Markus Bollen: Blackbrook

Markus Bollen: Blackbrook
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
27. März bis 12. Mai 2017
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)
Vernissage:
Freitag, 24. März 2017, ab 18.30 Uhr

 
 


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Vom Nutzen der Skizzenbücher: das Buch „Photographer’s Sketchbooks“ 22. Januar 2017

Posted by Martin Frech in Foto-Buch.
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Notiz- und Skizzenbücher umweht ja gelegentlich der Nimbus, ein Kreativer könne gar nicht ohne; zurecht, wie ich denke. Doch, was schreiben, skizzieren oder collagieren die da rein?

Nun ist mir das schon 2014 erschienene Buch „Photographer’s Sketchbooks“ untergekommen, das dieses Thema im Hinblick auf Fotografen behandelt. Die Herausgeber Stephen McLaren und Bryan Formhals sind neben ihrer Autorentätigkeit (u.a. „Street Photography Now“ und LPV Magazine) auch selbst als Fotografen unterwegs.

Sie versprechen, ihr gewichtiges Buch gewähre einen seltenen Einblick in den Arbeitsalltag von 43 Fotografinnen, Fotografen und entsprechenden Kollektiven, indem diese mit jeweils eigenen Texten Ausschnitte ihrer Skizzenbücher vorstellen — wobei der Begriff des Skizzenbuchs ausdrücklich weit gefasst wird. Die Idee ist, uns Lesern über jeweils sechs bis acht Seiten quasi einen Blick über die Schultern der Fotografen zu ermöglichen und damit Einblicke in deren kreativen Prozess.

Das etwa A4 große querformatige Buch ist schön anzuschauen, keine Frage (Gestaltung: Kummer und Herrman, Utrecht). Jeder Eintrag beginnt mit einem kurzen Text und zeigt anschließend Seiten aus Skizzenbüchern oder Kalendern, Fotos von Artefakten oder Blicke auf Kontaktbögen, Bildcollagen, Polaroids und Arbeitsprints des jeweiligen Autors; je nachdem. Warum was gezeigt wird, ist nicht begründet; eine Kritik findet nicht statt.

Ich habe das Buch gerne durchgesehen, es jedoch wieder zurückgegeben. Die Informationen sind eher anekdotisch und die Auswahl der Künstler (Dokumentarfotografen im weitesten Sinne) folgt keinem für mich erkennbaren Schema. Einige kannte ich schon, auf andere hat mich das Buch allerdings so neugierig gemacht, dass ich mich näher mit ihnen beschäftigt habe.

Photographer’s Sketchbooks, Hg. Stephen McLaren und Bryan Formhals. London: Thames & Hudson, 2014. 320 Seiten, ca. 1850 g. ISBN 9780500544341.

 
Foto (Spree/Berlin) © Martin Frech 2016
Foto © Martin Frech 2016

 


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In knapp einem Jahr soll es wieder Ektachrome-Filme geben. 5. Januar 2017

Posted by Martin Frech in Film, gute Idee, Markt.
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Das Jahr fängt gut an: Kodak Alaris hat anlässlich der CES 2017 (Consumer Electronics Show) mitgeteilt, dass die Produktion der Ektachrome-Filme wieder angefahren werden wird: #EktachromeIsBack.

Wow!

Der Retro-Trend hält also an — oder gibt es tatsächlich die Analog Renaissance, von der Kodak seit der Ankündigung der neuen Super-8-Kamera redet?

Ab dem vierten Quartal 2017 soll das Diamaterial in Kleinbild- und Super-8-Konfektionierung wieder erhältlich sein.
Da bekommen die Helden aus Ferrania ja mächtig Konkurrenz — allerdings versprechen die zusätzlich Rollfilme.

Screenshot von der Kodak-Website:

2017-01-05_ektachrome-kommt-zurueck

 


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Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2016 19. Oktober 2016

Posted by Martin Frech in Markt, Technik.
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Aktuell gibt es zwölf (zumindest dem Namen nach) verschiedene Baryt-Fotopapiere (kontrast­variabel, glänzend) auf dem deutschen Markt. Sieben davon werden — teils im Auftrag — von Harman in England produziert; der Rest kommt von Foma und Adox.
Die Preise sind in den letzten Jahren erfreulich stabil.

In einer Übersicht habe ich die Marktsituation abgebildet, mitsamt den Nettopreisen ausgewählter deutscher Lieferanten und den Preisänderungen gegenüber dem Vorjahr für die 24×30-Größe.

Martin Frech: Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2016

–> Download meiner Marktübersicht Barytpapiere 10/2016 (pdf-Datei).

–> Mission: analog ≠ retro

 
 


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Marktübersicht Farbnegativ-Filme (Aug. 2016) 28. September 2016

Posted by Martin Frech in Ärgernisse, Film, Markt.
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Im Zuge der Vorbereitungen für einen Workshop habe ich mir kürzlich eine Übersicht verschafft über die noch erhältlichen Farbnegativ-Filme für die bildmäßige Fotografie.
Auf den ersten Blick sieht das Angebot angenehm vielfältig aus. Klammert man jedoch den Junk aus und benötigt zusätzlich zu den Kleinbild- auch Roll- bzw Planfilme, sieht’s düster aus:
Fuji hat den Pro 160 kürzlich abgekündigt. Nun liefert nur noch Kodak 4×5″- bzw. 8×10″-Blattware; für brutto je etwa 5 € bzw. 25 € je Blatt.

Martin Frech, NzF: Marktuebersicht Farbnegativ-Filme (Aug. 2016)
 

–> Shoot film, don’t kill it: http://www.savefilm.org/

 
 


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