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Frieren macht schlau 28. März 2006

Posted by Martin Frech in Ärgernisse.
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Wir Deutschen sind nicht nur Papst, sondern auch die intelligentesten Europäer. Diese Gewissheit versüßte mir heute mein Frühstück — vielen Dank an den Tagesspiegel, der in seiner heutigen Ausgabe über eine entsprechende Studie berichtet. Demnach führt ein kühleres Klima zu leistungsfähigeren Gehirnen.
Nun erscheint mir auch die Praxis des Berliner Senats in einem anderen Lichte, der unsere Kinder planmäßig in den Schulen frieren lässt — möglicherweise ist diese Maßnahme doch nicht nur dem Haushalt geschuldet.
Vielleicht sollte auch in den Redaktionsstuben des Tagesspiegel öfter aufs Thermometer geschaut werden. Aus dem Artikel: „Mit einem durchschnittlichen Intelligenzquotienten von 107 liegen die Deutschen an der Spitze. Die Niederländer sind mit ebenfalls 107 fast gleichauf.“

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Herr Siebert hat den Kampf gewonnen 23. März 2006

Posted by Martin Frech in Gedanken, Geschichte, Typo.
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Albert Kaprs Buch Fraktur steht — neben anderen einschlägigen Werken — seit 1994 in meiner Handbibliothek. 1998 gestaltete ich — zum Entsetzen nicht weniger Zeitgenossen — meine Web-Seiten mit gebrochenen Schriften.
medienfrech1998.png
Meine Web-Seiten 1998 (Ausschnitt)

Schon damals war ich meiner Zeit offenbar voraus: Frakturschriften wird aus berufenem Munde dieser Tage ein Comeback prophezeit; soll mir recht sein, ich kann sie lesen und setzen. Klar, dass ich geil auf Typo-Sex bin und mir Frau Schalanskys Buch zum Thema sofort bestellt habe.
Vielen Dank Herr Siebert für die kundenpflegende Maßnahme! Und ich verspreche Ihnen, Frau Schalansky, dass Frakturschriften weiterhin angemessen Raum in den Randgebieten bekommen — vielleicht wollen Sie ja einen kleinen Text für die nächste Ausgabe beisteuern? Vielen Dank jedenfalls für die nette Widmung!
(Wem das alles zu kryptisch ist, der lese Herrn Sieberts Fontblog.)

Ein wenig bekannter Held 20. März 2006

Posted by Martin Frech in Geschichte.
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Die Relativitätstheorie verbindet man auch als Physik-Laie spontan mit Albert Einstein, die Unschärferelation vielleicht noch mit Werner Heisenberg. Doch an wen erinnert die für unsere moderne Welt nicht weniger wichtige Informationstheorie?
Es war der US-amerikanische Ingenieur Claude Elwood Shannon, der diese mathematische Theorie in den späten 40iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begründete und damit einen Grundstein heutiger elektronisch vermittelter Kommunikation legte.
Shannon, der zuvor schon den Begriff „Bit“ (aus „binary“ und „digit“) für die kleinste Informationseinheit erfand, arbeitete bei der Telefongesellschaft Bell. Er entwickelte dort eine effiziente Kodierung, um telegrafische Nachrichten möglichst sicher an den Empfänger zu übermitteln. Die Lösung beschrieb er in seiner Arbeit „A Mathematical Theory of Communication“ in Anlehnung an die statistische Physik. Er führte den Begriff der informationstheoretischen Entropie ein und lieferte damit auch die Basis für Komprimierungsalgorithmen und Fehlerkorrektursysteme in der Datenkommunikation. 1958 verließ Shannon die Bell Labs und arbeitete bis 1978  am legendären Massachusetts Institute of Technology (MIT). Digitale Computer, Mobiltelefone, das Internet und moderne Geschirrspülmaschinen sind ohne die Shannonschen Theorien schwer vorstellbar.
Claude Elwood Shannon, ein „Held des Cyberspace“, starb am 25. Februar 2001 in Medford, Massachusetts/USA. Er wurde 84 Jahre alt.

Shannons bekannteste Arbeit online: http://cm.bell-labs.com/cm/ms/what/shannonday/paper.html

Tagundnachtgleiche, also wwp 19. März 2006

Posted by Martin Frech in Events.
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am 20. März steht die Sonne um 19:26 h MEZ im Frühlingspunkt, der astronomische Frühling hält seinen Einzug. Das ist traditionell der Anlass, ein Panorama zu photographieren: als Beitrag zu The World Wide Panorama. Das Thema lautet diesmal „Borders“. Jeder darf teilnehmen! Photographiert wird zwischen dem 15. und dem 21. März, Sie haben also noch Zeit für Ihren Beitrag.
wwp-Logo
(Liste meiner bisherigen Beiträge)

Herzlichen Glückwunsch, Spex! 16. März 2006

Posted by Martin Frech in Geschichte.
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„Präpotenz“, „selbstgefälliges Seminaristen-Deutsch“, „Aufgeblasenheit“ — Christoph Twinkel läßt in seinem Text für die FR vom 16. Februar 2006 keinen der seit einigen Jahren regelmäßig zu lesenden Allgemeinplätze über die Spex aus. Er hätte sich ein Jubiläumsheft gewünscht, das analysiert, „wie der popkulturelle Schnack in die bürgerliche Presse gekommen ist“. Gut, Dietmar Dath ist seit Jahren FAZ-Feuilletonist und Dietrich Diederichsens Texte las ich auch gerne im Tagesspiegel.
Vielleicht ist Spex tatsächlich ein Pop-Magazin (mir gefiel der Untertitel Musik zur Zeit besser) — aber doch kein gewöhnliches!
Hier nachträglich (aber Ihr nehmt’s ja selbst nicht so genau mit dem Jubiläum) unser herzlichster Glückwunsch zum 25. nach Köln! Und wir freuen uns über Euren Umzug nach Berlin, mögen noch viele Kölner folgen.

Darf ich Deutscher bleiben? 16. März 2006

Posted by Martin Frech in Ärgernisse.
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Das war die bange Frage, die mich nach der morgendlichen Presseschau beschlich. Der Tagesspiegel druckte 100 Fragen ab, mit denen das hessische Innenministerium Einbürgerungsbewerber testen will. Die Lösungen waren leider nicht dabei — auch die Frage, wie viele Fragen richtig beantwortet werden müssen, um den Test zu bestehen, ist noch offen.
Ich bin wieder etwas beruhigt, da mir zu jeder Frage etwas eingefallen ist; ob meine Antworten jedoch im Sinne der Fragesteller wären, ist eine andere Frage.
Doch mir stellt sich eine ganz andere Frage: Will ich eigentlich Deutscher bleiben?

sind so kleine Dübel — mit Gewinde 15. März 2006

Posted by Martin Frech in Ärgernisse.
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…, wird dennoch beim Einkaufen keine Drei-Millimeter-Schrauben nehmen, wenn die Dübel ein Zwei-Millimeter-Gewinde haben.
Ein Schriftsteller-Argument pro Mathematik; aus einem Gespräch, das Marius Müller mit dem 31-jährigen Autor Daniel Kehlmann führte (abgedruckt im Tagesspiegel vom 15. März 2006).
Als ich diesen Mumpitz gelesen hatte, ist mir augenblicklich die Lust vergangen, Kehlmanns Buch Die Vermessung der Welt, ein Roman über Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß, zu lesen.

KB- statt 127er-Rollfilm 14. März 2006

Posted by Martin Frech in Technik.
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brownie_bathroom

brownie_bathroom,
originally uploaded by caralynne.

Das erinnert mich daran, es auch mal zu versuchen. Noch schöner finde ich, die komplette Filmbreite mit den Löchern zu scannen; ist ja überall noch Bild drauf — außer in den Löchern, klar. (Wie schon Kurt Tucholsky wusste: Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist.)

It’s where the pros go 14. März 2006

Posted by Martin Frech in Ärgernisse.
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Könnte man das Übersetzen als hier laufen die Profis davon?
Vom Photo-Händler Calumet bekam ich eine E-Mail mit folgenden Zeilen:
Gerade eine schnelle Anmerkung zum Sehen, wenn Sie interessiert waren, an, diese kurze Übersicht zu nehmen. Ich wirklich morgens, das versucht, herauszufinden, was Sie an die Anzeigenkampagne und den Slogan denken, daß die Agentur sich dargestellt hat. Es ist eine sehr kurze Übersicht mit einem Paar der Anzeigenlayouts. Sie können Ihre Antworten auch aktualisieren, wenn Sie ihn bereits heraus füllten. Eine der Fragen würde mehrfache Vorwähleren erlauben; wir reparierten diesen Teil.
(Wie sich inzwischen herausstellte, war das ein vom Chief Marketing Officer per Übersetzungsprogramm erstellter Text, der versehentlich unredigiert über den Verteiler veröffentlich wurde — wie peinlich.)

Gas in Synagoge — bitte hereinspaziert! 14. März 2006

Posted by Martin Frech in Events.
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Santiago Sierra parkt sechs Autos vor einer ehemaligen Synagoge, verlegt Schläuche von den Auspuffen in das ehemalige Bethaus und lässt die Motoren laufen. Das giftige Kohlenmonoxid aus den Abgasen erreicht schnell eine hohe Konzentration, die nach kurzer Zeit tödlich ist. Nun dürfen Interessierte die zur Gaskammer gewordene Synagoge besuchen.
Respekt, Herr Morisse! Danke für diese mutige Aktion — hoffentlich halten Sie die Kritik aus und lassen die — zur Zeit wegen der Kritik ausgesetzte — Veranstaltung bis zum 30. April laufen: ich möchte auch einen Besichtigungstermin.
(245 Kubikmeter, ein Werk von Santiago Sierra, Synagoge Stommeln/Pulheim, 12. März bis 30. April 2006)