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Schwarz-Weiß-Dia 24. März 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Für ein neues Randgebiete-Projekt beschäftigt mich das Thema Schwarz-Weiß-Dias. Der Text wird noch eine Weile auf sich warten lassen, da vor allem der praktische Teil recht zeitaufwendig ist. Im Folgenden veröffentliche ich vorab eine Text-Skizze, quasi mein Leitfaden für das Vorhaben. Wer Lust hat, dazu etwas beizutragen — seien es Gedanken oder Bildbeispiele — ist hiermit herzlich zur Mitarbeit eingeladen (Kontakt).

Der Weg zum Schwarz-Weiß-Dia
von Martin Frech, März 2007/September 2007

Prinzipiell läßt sich jeder sw-Negativfilm zum Diafilm verarbeiten; ideal sind Filme mit einem möglichst klaren Träger. Es gibt auch sw-Filme, die speziell für die Verarbeitung zum Dia vorgesehen sind (z.B. Fomapan R 100) und solche, bei denen die „normale“ Entwicklung direkt zum Dia führt (z.B. Rollei Slide Direct). Darüberhinaus können weitere Techniken zielführend sein.

1. Umkehrentwicklung

1.1 Prinzip der Umkehrentwicklung

Der übliche Weg, der mit allen Negativfilmen funktioniert, ist die Umkehrentwicklung in folgenden Schritten(1) (für Ilford-Produkte ausführlich erklärt in (2)):

– Erst-Entwicklung zum Negativ
– Bleichen und Klären (das entwickelte Silber lösen)
– Nachbelichten (mit Licht oder chemisch: restliches Silber aktivieren)
– Zweitentwicklung
– Fixieren (wäre zwar theoretisch nicht nötig, in der Praxis ist aber immer noch ein bißchen Silber vorhanden)

1.2 Verfügbare Umkehrprozesse

Der Film Agfa Scala (1995 eingeführt) ist 2007 noch in Restbeständen auf dem Markt, einige wenige Labore verarbeiten ihn noch (lizenzpflichtiger Hochtemperaturprozess), nach Erfahrungsberichten in diversen Internet-Diskussionsforen jedoch nicht mehr immer mit optimalen Ergebnissen.
Alternative: Scala mit der Foma-Umkehrchemie (s.u.) entwickeln, Prozessablauf siehe (3)

Seit 1999 bietet das Labor dr5-chrome in Denver, Colorado/USA die Filmentwicklung im eigenen dr5-Prozess an, mit dem die meisten sw-Filme umkehrentwickelt werden.(4) Die auf der Web-Site publizierten Ergebnisse sehen sensationell aus (http://www.dr5.com/filmtests.html).

Zur Photokina 2006 hat Klaus Wehner die „Umkehrentwicklung nach Wehner“ als kommerziellen Service angekündigt (http://www.schwarzweiss-dia.de/), bislang jedoch nur für den Foma Pan R 100; der Service soll auf andere Filme erweitert werden.

Für Selbstverarbeiter gibt es spezielle Chemiesätze am Markt: von Kodak(5) (für T-Max 100), von Tetenal (2007 nicht mehr am Markt) und von Foma(6) (für Fomapan R 100, nur KB). Die Chemie funktioniert natürlich auch für andere Filme.

Die Zutaten für die Umkehrentwicklung von sw-Filmen sind kein Geheimnis, entsprechende Rezepte zum Selberansetzen findet man in der einschlägigen Literatur.

2. Direktpositivverfahren

Dieses Verfahren entwickelt Filme direkt zum Dia. Die Filme sind vom Hersteller vorbelichtet bis zum Beginn der Solarisation. Beim Photographieren nutzt man die Schicht im Bereich der Solarisation (Überbelichtungen sind daher nicht möglich). Die Empfindlichkeit dieser Filme ist gering, der Rollei Slide Direct hat zum Beispiel einen E.I. von ISO 10/20, je nach Entwickler.(7)

3. Weitere Techniken, die zum sw-Dia führen

3.1 Chromogene sw-Filme cross-entwickeln im E6-Prozess

Der unmaskierte Ilford XP2 SUPER mit seinem klaren Träger ist eventuell geeignet.
Testergebnisse: deutlich reduzierte Empfindlichkeit, Farbstich, geringer Kontrast.
Siehe dazu meinen Text Schwarz-Weiß-Dia (Forts.).

3.2 sw-Neg. umkopieren

(Repro oder Kontaktkopie) auf Dup-Film (z.B. auf EASTMAN Fine Grain Release Positive Film 5302/7302(8))

3.3 Modifizierter E6-Prozess

Im 3-Bad-Prozess wird der Farbentwickler gegen einen Toner getauscht(9)
Von Polaroid gab es den Polapan reversal film, ich weiß jedoch nicht, ob der auch in diese Kategorie fällt.

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4. Literatur

(1) Junge, Karl-Wilhelm u. Hübner, Günter: Fotografische Chemie. Aus Theorie und Praxis. 5., verb. Aufl. Leipzig: Fotokinoverlag, 1989. S. 70 ff.
(2) „APPLICATION SHEET REVERSAL PROCESSING USING ILFORD BLACK & WHITE FILMS TO MAKE MONOCHROME TRANSPARENCIES“. Ilford-Publikation. September 2003. pdf-Datei online via: http://www.ilfordphoto.com/applications/page.asp?n=90&t=Developing+Black+and+white+film (2007-03-23)
(3) Hilgert, Michael W. und Rohleder, Roman J.: „‚Kehrt um!‘ – AGFA Scala in Heimarbeit“. WWW-Dokument. August 2004. Online: http://www.fotoespresso.de/SW-Magazin/swmag_leser_09.htm (2013-07-28)
(4) „This page was created to further explain the dr5 process“. WWW-Dokument. Ohne Datum. Online: http://www.dr5.com/tech.html (2007-03-23)
(5) „KODAK PROFESSIONAL T-MAX 100 Direct Positive Film Developing Outfit“. Kodak-Publikation J-87. WWW-Dokument. November 2003. Online: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/j87/j87.jhtml?_loopback=1
(2007-03-23)
(6) „Processing set for FOMAPAN R100“. pdf-Dokument. November 2003. Online via: http://www.foma.cz/en/catalogue-processing-set-for-fomapan-r100-detail-440 (2013-07-28)
(7) „Dia? Aber bitte direkt!“. pdf-Datei. September 2006. Online: www.mahn.net/DL_MAHN/DiaDirec.pdf (2007-03-23)
(8) „EASTMAN Fine Grain Release Positive Film 5302/7302“. Kodak-Publikation H-1-5302. WWW-Dokument. 1997. Online: http://www.kodak.com/US/en/motion/products/lab/5302.shtml (2007-03-23)
(9) Garous, Mikhail: „A Method for Monochrome Transparency Processing“. WWW-Dokument. Ohne Datum. Online: http://www.profotos.com/education/promag/articles/monotrans/index.shtml (2007-03-23)

Die Einschläge kommen näher 20. März 2007

Posted by Martin Frech in Markt.
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Der aktuelle Kandidat auf der Liste der aussterbenden Photoprodukte ist der Negativentwickler FX-50 des englischen Herstellers Paterson(1). Nachdem die komplette Palette der Paterson’schen Photochemie längere Zeit nicht mehr lieferbar war, soll zwar die Produktion dieser Tage mit einem neuen Lieferanten wieder aufgenommen werden. Wie mir Roger Parry, der Merketing-Chef von Paterson, auf meine Anfrage mitteilte, wird das Angebot jedoch ausgedünnt und soll nur noch die Filmentwickler Aculux 3 (eher für die klassischen Filme) und FX-39 (eher für die Flachkristallfilme) sowie den Papierentwickler Acugrade und den Fixierer Acufix umfassen. Auf der Strecke bleiben die Negativentwickler Acutol und FX-50. Der Verlust von Acutol ist wohl zu verschmerzen, da FX-39 als dessen modernisierter Nachfolger gelten kann. Der Abschied vom FX-50 fällt jedoch schwer, handelt es sich dabei doch um ein konkurrenzloses Produkt des 21. Jahrhunderts.

Der FX-50 ist ein zweiteiliger Entwickler, der sowohl als Ein- wie auch als Zweibadentwickler genutzt werden kann, auch in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen. Zeitgemäß finde ich jedoch vor allem, dass Geoffrey Crawley (mit Blick auf Kodaks Xtol?) eine Rezeptur ohne Metol und Hydrochinon gelungen ist und er damit einen ungiftigen Entwickler geschaffen hat. (Einen lesenswerten Erfahrungsbericht aus der Zeitschrift Shutterbug gibt es bei Paterson.(2))

Sollte FX-50 jedoch entsprechend nachgefragt werden, wuerde er natuerlich auch wieder hergestellt werden …

(1) http://www.patersonphotographic.com/
(2) http://www.patersonphotographic.com/chemistry/fx50testreport.pdf

Ilfords SFX200 ist wieder da 15. März 2007

Posted by Martin Frech in Markt.
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Ilford SFX200-120 Lange angekündigt, hat Ilford den Autofahrer-Porträtfilm SFX200 nun wieder im Programm, auch für die nicht-Behörden-Nutzer; konfektioniert als KB- und 120er-Rollfilm.(1)

Der Film ist sensibilisiert bis in den nahen Infrarot-Bereich (maximale Empfindlichkeit bei etwa 720 nm), d.h. mit einem geeigneten Aufnahmefilter kann man bei geeignetem Wetter ähnliche Effekte erzielen wie mit echtem Infratotfilm: dunkler Himmel, helles Grün.

Ähnliche Filme gibt es auch von einigen Mitbewerbern. Aber auch wenn in diesem Zusammenhang viel von Infrarot zu hören ist: das sind keine echten Infrarotfilme! Meines Wissens ist der HSI von Kodak derzeit der einzige Film auf dem Markt, der bis in den nahen Infrarotbereich (ca. 900 nm) sensibilisiert ist (leider nur noch als 135er).(2)

Und wer jetzt Lust hat, entsprechende Bilder zu gucken, der sollte sich direkt zu flickr in die Infrared-Gruppe weiterklicken.(3)

(1) Ilford-Information online
(2) Kodak-Information online
(3) http://www.flickr.com/groups/infrared/

Bildertausch, dritte Runde 15. März 2007

Posted by Martin Frech in Events, gute Idee.
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Mein Bild aus Singapur (ThePrintSwap, zweite Runde; ich berichtete) habe ich noch nicht bekommen. Dafür ist das aus der dritten schon hier. Tom aus den USA hat mir diese Arbeit geschickt: ThePrintSwap3-Toms

Ich war langsamer, mein Tauschobjekt geht aber noch heute zur Post — versprochen Tom!
ThePrintSwap3-my-contribution
Mein Bild, eine sw-Lochkameraarbeit (PaintCanCam, 4×5″ FP4+, A49), zeigt eine Szene auf der Seebrücke von Binz auf Rügen.

Kauft Gefrierschränke! 13. März 2007

Posted by Martin Frech in Markt.
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Die Hinweise verdichten sich, dass Kodak die Filmherstellung aufgibt. „We will do whatever is good for this company and whatever is good for shareholders“ wird Kodak-Chef Antonio Perez zitiert.(1) Nach den Management-Fehlern der letzten Jahre, die das Unternehmen an den Abgrund geführt haben, ist das zwar eine reichlich gewagte Aussage, wird jedoch am Ergebnis nichts ändern: 30.000 gefeuerte Mitarbeiter in drei Jahren und schwer enttäuschte Photographen.

Aber eben marktwirtschaftlicher Alltag: die Umsätze mit Filmmaterial gehen laufend zurück, der Renditehunger wird nicht mehr gestillt, also wird die Produktion geschlossen, vielleicht auch verkauft — mehr Phantasie kann man den Bossen nicht zutrauen. Wie wir bei Agfa gesehen haben, kann letzteres auch das Ende bedeuten. Also: rechtzeitig einlagern — oder gleich auf Lucky eintesten?

„Neue Konzepte und Methoden erwarte ich geradezu neugierig. Ich glaube, dass das elektronische Bild den nächsten, größeren Fortschritt in der Bilderwelt darstellt.“ (Ansel Adams im Vorwort zu Das Negativ)


(1) Doran, James: Kodak may pull down the shutters on film business. In: Times Online vom 7. Februar 2007. online: http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/technology/article1343516.ece

Neuerscheinung Jahresbericht 6. März 2007

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Photo: Frech, Portfolio Druck.
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Jahresbericht 2006
Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi)

BDWi Jahresbericht 2006
(hier: hintere und vordere Umschlagseiten; Photos: Martin Frech, Berlin)

4+68 Seiten DIN A4, 4/4-farbig
Grundschrift: Avenir (Adrian Frutiger, 1988)

Gestaltung und Gesamtherstellung durch uns.
Maas & Frech | medienfrech.de:
Buchgestaltung und Buchherstellung in Berlin
Photos: Martin Frech, Berlin
–> Kontakt

Lochkameraarbeiten aus der Serie „sehens wert“
Panoramen aus der Serie „Machtbauten“
Veranstaltungsphotos: Auftragsarbeiten

komplette Broschüre als pdf-Datei via http://www.bdwi-online.de/index.php?id=23