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Neu im Kameralager: Agfa Parat-I 9. April 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Kürzlich bin ich wieder einmal dem Gear Acquisition Syndrome erlegen und habe mein Kameralager um eine gebrauchte Agfa Parat-I ergänzt (technische Daten siehe Tab. 1).

Agfa Parat-I
Abb. 1: Agfa Parat-I mit Blitz isi (Photo: Martin Frech)

Die Kamera ist in einem guten Zustand, fast wie neu. Als Zubehör mitgeliefert wurden das Blitzgerät Agfa isi sowie eine lederne Bereitschaftstasche. Das Blitzgerät verfügt über einen Mittenkontakt, ein Anschluß für ein Synchronkabel ist jedoch nicht vorhanden. Im Blitzgerät befand sich noch eine angejahrte, jedoch noch dichte Trockenbatterie vom Typ Varta 74 (15 Volt); Blitzbirnchen waren leider nicht dabei.

Die etwa 40 Jahre alte Parat-I benötigt keine Batterie, funktioniert prächtig und ist ausreichend lichtdicht. Ungewohnt — aber dem Halbformat geschuldet (vgl. Abb. 2) — ist, dass man mit der üblichen Kamerahaltung Photos im Hochformat aufnimmt. Blende und Verschlußzeiten werden über Schieber, nicht wie üblich über Drehringe eingestellt.

Der Auslöser befindet sich neben dem Objektiv an der Vorderseite der Kamera und ist ebenfalls als Schieber ausgeführt. Das Auslösen benötigt dadurch relativ viel Kraft. Etwas unhandlich ist dieser Mechanismus, wenn man die Kamera für Aufnahmen im Querformat hochkant hält.

Freunde kreisrunder Blendenöffnungen kommen nicht auf ihre Kosten: Die viereckige Blende wird nur aus vier Lamellen gebildet. Das Bokeh ist mir jedoch nicht als unschön oder gar störend aufgefallen.

Der Zeitenbereich mag im Einzelfall zu eng sein, war für mich bisher jedoch ausreichend. Ich empfehle jedoch, mit Negativfilm zu arbeiten (ideal ist der Ilford XP2, dann kann man den Belichtungsmesser zu Hause lassen). Stativgewinde und B-Einstellung machen die Kamera zudem uneingeschränkt nachttauglich.

Mit ungefähr 72 Aufnahmen pro Film, einem Minox-Stativ-tauglichen Gewicht, dem geringen Packmaß sowie der praxisgerechten Nahgrenze hat sich die Parat-I für mich als Immer-dabei-Kamera bewährt und teilt sich diese Aufgabe zur Zeit mit der Yashica T5 und der Minox 35 GT.

Bilder von mir und anderen, die mit einer Agfa Parat-1 entstanden, sehen Sie bei flickr.

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Halbformat-Filmstreifen
Abb. 2: Halbformat-Negativstreifen (Photos: Martin Frech)

Tab. 1: Technische Daten der Agfa Parat-I

Agfa Parat-I
Typ Sucherkamera
Filmformat/
Negativformat
Kleinbild/
Halbformat (18 mm x 24 mm)
Objektiv Color Apotar 1:2,8/30 mm
(entspricht 43 mm bei KB)
3 Linsen, vergütet
Blende 2,8 bis 22
Nahgrenze: 90 cm
Filtergewinde
Fokusierung manuell, Rasten und Symbole für Portrait, Gruppe und Landschaft sowie eine Entfernungsskala
Belichtungsmesser
Verschluß Agfa Paratic
Zeiten: B, 1/30 s, 1/60 s, 1/125 s
Anschluß für Drahtauslöser vorhanden
Selbstauslöser
Blitzkontakt Mittenkontakt im Zubehörschuh (X-Synchronisation)
Filmtransport manuell, Schnellschalthebel
Filmzählwerk rückwärtszählend, Anfang einstellbar
Stativgewinde 1/4 Zoll
Maße/
Gewicht
ca. 105 mm x 70 mm x 50 mm (BxHxT)/
ca. 320 g (mit Film, ohne Zubehör)
Hersteller/
Produktionszeit
AGFA-Camerawerke, München/
1963 bis 1968

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Kommentare»

1. Horatio - 11. August 2009

Hallo, haben Sie diese Kamera immernoch immer dabei? Ich habe gerade das Halbformat für mich entdeckt, fotografiere mit einer „Golden Half“ Plastik-Kamera, die auch annehmbare Bilder macht. Aber ich will eine solche Parat 1 haben. Empfehlen Sie sie nach wie vor? MfG, Hornblaeser

Martin Frech - 15. August 2009

Die „Parat-I“ kann ich nach wie vor empfehlen — die Kamera ist wirklich klasse! Es ist allerdings keine sog. Toy-camera wie beispielsweise die „Golden Half“. Sollten Sie also auf den Low-fi-Look aus sein, ist die „Parat I“ eine schlechte Wahl.

2. Horatio - 15. August 2009

Ich fotografiere öfters mit der „Golden Half“. Sie hat in der Tat ihre Grenzen, aber ich habe durch sie das Halbformat entdeckt. Und die bisherigen Grenzen möchte ich überschreiten können. Aus diesem Grunde meine Suche und Frage. Danke für Ihre Auskunft.

3. Horatio - 23. August 2009

Nun habe ich auch eine Parat 1. Sie gefällt mir und die ersten Versuche machen Lust auf mehr. Ich finde es nur etwas umständlich, meine natürlich viel zu großen Filter beim Auslösen vor der Linse zu halten und schaue mich nach passenden Filtern für die Kamera um. Mein Problem: ich traue meiner eigenen Messung nicht und habe im Internet Filtergewindeangaben von 25mm und 25,5 mm gefunden. Können Sie mir sagen, welche Zahl die richtige ist?

4. Verena - 22. Mai 2012

Kann hier einem Mädchen von 15 Jahren weitergeholfen werden?

Weiß jemand , wo ich für den Fotoapperat Agfa Isorette noch die Filme Afga B-2 Isopan oder Isochrom bekomme? Wenn wie teuer wären dann diese?
Es wäre wirklich nett, wenn das jemand wüsste, denn ich interessiere mich wirklich sehr für alte Objekte und würde sie gern selbst einmal ausprobieren.
Vielen Dank!

Martin Frech - 23. Mai 2012

Verwenden Sie handelsüblichen 120er-Rollfilm egal welcher Marke (Isopan- bzw. Isochrom-Filme waren Agfa-Filme der frühen Jahre).
Zu kaufen gibts Rollfilme im gutsortierten Foto-Fachhandel bzw. online.
Für weitere Infos fragen Sie hier bitte nochmal konkret nach.

5. Verena - 31. Mai 2012

Vielen vielen Dank! :)


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