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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro 15. August 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

  1. Rollei Digibase CN200 Pro (1)
  2. Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests (2)

Wie ich schon im ersten Beitrag dieser kleinen Serie angemerkt habe, ist das kein kontrollierter und abgesicherter Labortest. Durch die Werbung darauf aufmerksam geworden, war ich einfach an dem Film interessiert und habe diesen daraufhin untersucht, ob und wie er für meine Belange taugt.

Pamukkale, Rollei Digibase CN 200 Pro
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, Scan vom Negativ

Photo © Martin Frech, Berlin

Pamukkale Rollei, Digibase CN 200 Pro, Ilford MG IV
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, vergrößert auf Ilford MG IV (entwickelt in Tetenal Variospeed W), Scan vom Print

Photo © Martin Frech, Berlin

Farbnegative und sw-Photopapier

Ein Argument für die Verwendung des Rollei Digibase CN 200 Pro als Kamerafilm ist, dass die Negative gut für die Herstellung von klassischen sw-Vergrößerungen auf übliches Gradationswandelpapier geeignet seien.

Prinzipiell kann man natürlich auch orange maskierte Farbnegative im sw-Labor vergrößern. Das übliche sw-Photopapier ist jedoch unsensibilisiert, also nur UV- und blauempfindlich (festgraduiertes Papier) bzw. zusätzlich grünempfindlich (kontrastvariables Papier). Panchromatische Photopapiere wie Kodak Panalure(3) sind m.W. nicht mehr im Handel. Daher entsprechen die Tonwerte der Vergrößerung eines Farbnegativs meist nicht denen des aufgenommenen Motivs (man könnte allerdings versuchen, dies durch einen Blaufilter zu korrigieren). Außerdem sind die Belichtungszeiten wegen der Maske deutlich länger als bei sw-Negativen.

Laut Vertrieb unterscheidet sich der Rollei Digibase CN 200 Pro sowohl durch die fehlende Maske von allen anderen Farbnegativfilmen, als auch durch eine andere spektrale Sensibilisierung im Rotbereich. Leichte Unterschiede zu dem von mir gerne verwendeten Kodak Portra 160NC sind denn auch in den publizierten Kurven erkennbar:

Sensibilisierung Digibase-Portra
Spektrale Empfindlichkeiten
li: Rollei Digibase CN 200 Pro; re: Kodak Portra 160NC
(Screenshots aus den jeweiligen Datenblättern)

Mein Test

Ich habe ausprobiert, wie sich die Prints von auf sw-Papier vergrößerten Farbnegativen hinsichtlich der Grauwertumsetzung unterscheiden, wenn jene mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro bzw. einem maskierten Farbnegativfilm aufgenommen wurden.

Tests zur Kontraststeuerung mittels Gelb-/Magenta-Filtern habe ich ebensowenig unternommen wie einen Versuch, die Eignung des Splitgrade-Rechners für den Rollei-Film herauszufinden.
Den Vergleich der Farbnegativfilme mit einem klassischen sw-Film habe ich nur mit Testtafel-Bildern gemacht.

Als Referenz für die Darstellung der Farben als Grauwerte dient mir die Sensibilisierung eines modernen Schwarzweißfilms. Ohne großen Aufwand habe ich bei ansonsten identischen Bedingungen Farbtafeln mit einem sw-Film, einem maskierten Farbnegativfilm und dem Rollei Digibase CN 200 Pro aufgenommen.

Parameter für die Aufnahmen der Testtafeln:

  • Tageslicht
  • Micro-Nikkor 2.8/55 mm
  • Ilford Delta 400, EI 200, manuell in der Dose entwickelt mit Ilford Perceptol 1+0
  • Rossmann HR 200, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)
  • Rollei Digibase CN 200 Pro, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)

Die Negative habe ich dann im sw-Labor vergrößert.

Parameter für die Ausarbeitung im sw-Labor:

  • Schneider Componon-S 4/80 mm
  • Ilford MG IV RC glänzend
  • Moersch 4 SE Neutral 1+14

Grau-/Farbkeil Delta 400
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Grau-/Farbskalen
Munsell-Farben
zum Vergleich: die Farben farbig

Ilford Delta 400 EI 200 Perceptol
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Negativ

Rollei Digibase auf Ilford MG IV
Rollei Digibase CN 200 Pro | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Negativ

Rossmann HR 200 auf Ilford MG IV
Rossmann HR 200 | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Die m.E. harmonischste Grauwertumsetzung der Farben erreicht der dezidierte sw-Film. Wenig überraschend ist auch, dass die Negative des Rollei-Digibase-Films besser geeignet sind für die Ausarbeitung im sw-Labor als die eines konventionellen Farbnegativfilms: die Belichtungszeit für die Digibase-Negative beträgt nur etwa ein Viertel der Zeit, die für maskierte Negative nötig ist; außerdem erscheint die Farbskala bei den Digibase-Prints insgesamt differenzierter umgesetzt als bei den Abzügen vom konventionellen Farbnegativ. Ob es korrekt ist, die Farbumsetzung des Rollei-Films als „tonwertrichtig“ zu charakterisieren und als „dokumentenecht“ (was immer das sein soll), will ich hier nicht beurteilen. Nimmt man einen klassischen sw-Film als Maßstab, stimmt es jedoch nicht.

Und?

Ich habe mich intensiv mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro beschäftigt (ausgelassen habe ich das analoge Farbvergrößern der Negative; das bleibt als Thema für meinen vierten Text in dieser Serie).
Der Rollei Digibase CN 200 Pro ist ein interessanter Film — ich habe das in meinem ersten Beitrag schon geschrieben.(1)
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film für die Alltagsarbeit nicht benötige, ihn jedoch bestimmt irgendwann projektbezogen wegen des speziellen „Looks“ einsetzen werde — dann aber nicht zum scannen, sondern um die Negative analog farbig zu vergrößern.
Ich erwarte nicht, dass es für mich Anwendungen gibt, für die die Archivfestigkeit des PET-Trägers ein Argument ist.
Das Hybrid-Argument gilt für mich ebenfalls nicht. Als „Farbfilm für jeden Tag“ ist mir der Rollei Digibase CN 200 Pro in der Farbdarstellung zu ungenau, auch zu klumpig („körnig“) und wenn ich schwarzweiß arbeite, bevorzuge ich konventionelle sw-Filme.

Haben Sie diesen Beitrag gerne gelesen? Mussten Sie schmunzeln oder haben Sie etwas Neues erfahren? –> So unterstützen Sie diesen blog.

(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar:
https://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-15)
(2) Martin Frech: Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests. Online verfügbar:
https://medienfrech.wordpress.com/2008/08/13/rollei-digibase-cn-200-pro-weitere-tests/ (2008-08-15)
(3) KODAK PROFESSIONAL PANALURE SELECT RC Paper. online verfügbar: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/g27/g27.jhtml (2008-08-15)

Kommentare»

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