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FX-55 und MaxPyro: zwei neue sw-Entwickler 24. November 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Technik.
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FX-55
Man sollte meinen, es gibt genug Rezepte für Filmentwickler. Aber nein: regelmäßig wird irgendwo ein neues Süppchen vorgestellt. Wie auch immer — man muss wohl nicht jedes nachkochen.
Wenn jedoch der legendäre Geoffrey Crawley in die Trickkiste greift, werde ich hellhörig. Kürzlich war es wieder soweit: im Amateur Photographer vom 13. September 2008 veröffentlichte Crawley die Ansatzvorschrift für FX-55, inzwischen auch bei Wikipedia(1) nachzulesen.
Ich habe den Entwickler nicht ausprobiert und bisher auch keine weiteren handfesten Infos zu FX-55 gefunden. Für mich liegt jedoch der Schluss nahe, dass FX-55 ein naher Verwandter des einstmals kommerziellen FX-50 ist, den Paterson letztes Jahr aus dem Vertrieb genommen hat (ich berichtete).(2)

MaxPyro
Pyrogallol- und Catechol-Entwickler gerben und färben das Negativ; es entsteht eine Grundfärbung (durch die später einfach durchbelichtet wird) sowie eine Färbung proportional zur Silberdichte. Der gerbende Effekt bewirkt eine deutliche Schärfesteigerung; die Färbung (der stain) blockiert das Licht beim Vergrößern wie das Silber, hat jedoch bei kontrastvariablem Papier zusätzlich einen kontrastmindernden Effekt, vor allem in den Lichtern. Angenehm ist zudem, dass die Färbung die unterschiedlichen Anforderungen von Kondensor- und Mischlichtvergrößerern an die Negativgradation nivelliert (reduzierter Callier-Effekt des gefärbten Negativs).
Pyro-Entwickler waren in der Anfangszeit der Photographie recht verbreitet, sind ab den 1920er-Jahren jedoch etwas aus der Mode gekommen. Das änderte sich wieder ab den 1980er Jahren, als Gordon Hutchings seinen Pyro-Entwickler PMK propagierte (der Name leitet sich ab aus den Anfangsbuchstaben der Hauptbestandteile Pyro, Metol und Kodalk).
Der von mir gerne verwendete Tanol von Wolfgang Moersch ist übrigens ein Catechol-Entwickler und gehört damit auch in diese Kategorie.

Ilford Delta 3200 in Tanol
Ilford Delta 3200, entwickelt in Tanol
Photo © Martin Frech, Berlin

In einem von Bergger finanzierten Projekt hat Gordon Hutchings seinen PMK zu MaxPyro weiterentwickelt. Das Ergebnis stellt er in der aktuellen Ausgabe des Magazins View Camera vor.(3) Hutchings Designziele waren vor allem eine höhere Empfindlichkeitsausnutzung des Filmmaterials (full ISO speed), eine geringere Färbung und eine kürzere Entwicklungszeit. Die selben Gründe übrigens, die Herrn Moersch zu Tanol Speed führten.

Anders als für PMK hat Gordon Hutchings das Rezept für MaxPyro nicht offengelegt. Der Entwickler soll als Fertigprodukt exklusiv von Bostick & Sullivan (http://www.bostick-sullivan.com/) vertrieben werden.

(1) FX-55 (film developer). online: http://en.wikipedia.org/wiki/FX-55_(film_developer) (2008-11-23)
(2) Martin Frech: Die Einschläge kommen näher. online: https://medienfrech.wordpress.com/2007/03/20/die-einschlage-kommen-naher/
(3) Gordon Hutchings: „MaxPyro© A New Pyro Developer“. In: View Camera, 21(2008)11/12, S. 48-49.

Der lange Abschied 22. November 2008

Posted by Martin Frech in Geschichte.
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Meine letzte Packung Optima, unmittelbar vor dem Anbruch.
Mein letzter Zehnerpack Agfa-Optima, unmittelbar vor dem Anbruch am 17.11.2008.
Photo © Martin Frech, Berlin

Nun ist es knapp drei Jahre her, dass die Agfa abgewickelt wurde.
— Schweigend wollen wir gedenken. —

Im Rahmen meiner Möglichkeiten habe ich damals Material bevorratet; ein Bestand, der dieser Tage zu Ende geht. (Vom RSX, meinem Lieblings-Lochkamera-Diafilm, habe ich allerdings noch eine schöne Menge 120er-Rollen eingefroren und Rodinal wird weiterhin produziert, trotzdem.)

Agfa-Restbestaende
Die Reste meiner Agfa-Material-Restbestände.
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Flasche Rodinal habe ich am 26. April 2005 geöffnet. Nun, dreieinhalb Jahre später, habe ich damit dieses letzte Negativ entwickelt, das sich im übrigen ganz wunderbar vergrößern lässt:
Adox CHS 100, Rodinal
Photo © Martin Frech, Berlin

Neuerscheinung Deutsch (Grundschule) 21. November 2008

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Portfolio Druck.
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Duden Eselsbrücke 4
mit Köpfchen richtig schreiben

Hrsg. Hartmut Günther; 64 Seiten
Berlin u. Frankfurt/M.: Duden Paetec, 2008
ISBN: 978-3-8355-8015-2

Arbeitsheft: 21 x 29,7 cm | 4/4-farbig CMYK
technische Umsetzung mit Adobe InDesign und Photoshop

Layout und Gestaltung sowie technische Umsetzung und Herstellung durch uns.
Maas & Frech | medienfrech.de:
Buchgestaltung und Buchherstellung in Berlin
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Sofortbild-Simulation, aber nicht sofort (aktualisiert) 7. November 2008

Posted by Martin Frech in Technik.
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Die Bilderzeugung mit einer Digitalkamera ist vielleicht deshalb so reizlos, weil das Bild quasi sofort zu sehen ist. Beim Sofortbildverfahren war das nicht so — ein Polaroid brauchte seine Zeit, das Warten auf das Bild gehörte dazu und war reizvoll.

Mit Poladroid(1) tritt ein Programm an, den Polaroid-Prozess zu simulieren: man legt eine Bilddatei auf dem Programmsymbol ab … und wartet … nach einiger Zeit ist eine neue Bilddatei — die digitale Polaroid-Simulation einer digitalen Bilddatei — entstanden. Gerahmt und farbverändert.

Datensatz aus der Digitalkamera:
Rettungsturm 2

Poladroid-Umrechnung:
Rettungsturm 2 (poladroidisiert)

Photos © Martin Frech, Berlin

(1) http://www.poladroid.net/

Bei flickr gibt es mit „be Poladroid !“ eine Gruppe für mit dieser Software erzeugte Bilder: http://www.flickr.com/groups/poladroid/

Ein weiterer Randgebiete-Beitrag zum Thema Polaroid:
https://medienfrech.wordpress.com/2008/02/11/requiescat-in-pace-polaroid/

Und noch zwei Literaturhinweise:

  • du. Die Zeitschrift der Kultur. Juni 2002, Heft Nr. 727.
    Thema: Polaroid. Eine Episode.
  • Polaroid als Geste — über die Gebrauchsweisen einer fotografischen Praxis. Hrsg. von Meike Kröncke, Barbara Lauterbach, Rolf Nohr. Ostfildern: Hatje Cantz, 2005.