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sofobomo 2009 | Projektstart, erste Kontakte 31. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, sofobomo.
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Mit dem Pfingstwochenende beginnt mein sofobomo fuzzy month. Das heißt, ich muss bin Ende Juni mit meinem Buch fertig sein. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe, das Leben geht ja trotzdem weiter, gehe aber davon aus, dass es klappen wird.

Die ersten beiden Filme habe ich schon entwickelt (TMY-2 in XTOL 1+2):
Martin Frech | sofobomo 2009 | Kontakte 1+2
Abschied | sofobomo 2009 | Kontakte 1 und 2
© Martin Frech, Berlin

Über die Form des Buches habe ich auch nachgedacht, bisher jedoch ohne Ergebnis. Die klassische Form passt hier wohl nicht. Vielleicht wird es etwas im Stil von Boris Michailows Unvollendeter Dissertation; formal würde das passen. Mal sehen.

Meine bisherigen sofobomo-Notizen:

Die sofobomo-Website: http://www.sofobomo.org/

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Skia Photography: Posterdruck de luxe (aktualisiert) 23. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Technik.
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Ist ein Handabzug vom Negativ — vom Photographen selbst oder von einem Laboranten seines Vertrauens in der Dunkelkammer ausgearbeitet — vergleichbar mit einem Druck vom digitalisierten Negativ?
Nein, das sind zwei verschiedene Dinge.

Im ersten Fall wird (kunst)handwerklich ein Unikat auf direktem Weg vom Kamera-Originalnegativ erarbeitet; im prinzipiell gleichen Prozess wie das Negativ entsteht das Positiv mit echten Halbtönen. Auch wenn mehrere Abzüge nacheinander angefertigt werden, ist jeder einzelne ein Unikat.
Im zweiten Fall wird das Negativ digitalisiert (in Bildpunkte zerlegt), der Datensatz bearbeitet, gerastert und in einem anderen Medium mit simulierten Halbtönen ausgegeben. Über den digitalen Umweg entstehen keine Unikate, höchstens beliebig viele Originale.

Unter der Überschrift Schwärzeste Kunst erschien kürzlich im Spiegel ein Text, dessen Autor Hilmar Schmundt diesen fundamentalen Unterschied übergeht und davon schwärmt, wieviel besser doch ein Offsetdruck sein kann im Vergleich zum Barytabzug.(1)
Der Artikel ist ein Werbetext für die Druckerei Benatzky (Hannover) und den Reproduktioner Dieter Kirchner (Berlin). Beide arbeiten mit einer optimierten Prozesskette von der Reproduktion über die Bildbearbeitung bis zum Offsetdruck um eine höhere Maximalschwärze im Vergleich zum Standard-Offsetdruck zu erzielen. Ihre so gedruckten Bilder haben einen höheren Kontrastumfang als im Bilderdruck üblich, dunklen Bildbereiche sind besser differenziert.

Der Qualitätssprung wird möglich durch Abweichungen von üblichen Offsetdruck-Standards: spezielle ICC-Profile für einen gegenüber dem Standard erweiterten Farbraum, spezielle Druckfarben, ein höherer Farbauftrag beim Drucken und eine ausgefeilte Druckmaschinentechnik. Voraussetzung ist natürlich eine angepasste Reproduktion der Vorlage.

Die Protagonisten nennen ihr Verfahren High Definition Skia Photography (HDSP) — ein anmaßendes Marketing-buzzword, hat das Verfahren doch gar nichts mit Photographie zu tun. (Skia ist das griechische Wort für Schatten; William Henry Fox Talbot nannte seine Photogramme sciagraphs.)

Mit HDSP kann eine Dichte von 3.0 erreicht werden — das sind beachtliche drei Blenden mehr als im Offsetdruck üblich; traditionelle Abzüge aus der Dunkelkammer erreichen eine Dichte von knapp 2.5, Tintenstrahldrucke liegen dazwischen.

Der oben angesprochene Unterschied zwischen handwerklicher Laborarbeit und dem Druck vom Datensatz wird augenfällig bei einem Blick auf die Drucktechnik. Kirchner/Benatzki drucken auf einer Industrie-Maschine (Speedmaster XL 162 von Heidelberger), die für eine Druckleistung von 15.000 Bogen pro Stunde ausgelegt ist.(2) Da ist es doch widersinnig, die Auflage aus markttaktischen Gründen auf 100 Exemplare zu begrenzen.

Sinnvoll genutzt ist das eine wunderbare Technik zur Herstellung von Photobüchern oder Postern.
Dass Kenner für einen Offsetdruck dem Barytabzug abschwören kann ich mir jedoch nicht vorstellen.

Haben Sie diesen Beitrag gerne gelesen? Mussten Sie schmunzeln oder haben Sie etwas Neues erfahren? –> So unterstützen Sie diesen blog.


(1) Schmundt, Hilmar: Schwärzeste Kunst. In: Der Spiegel, Nr. 21 vom 18.05.2009, S. 126-127
download via: http://www.benatzky.de/images/Spiegel_Benatzky.pdf (2009-05-23)
(2) http://www.heidelberg.com/www/html/de/content/products/sheetfed_offset/70×100/speedmaster_xl_145_162,overview?breadCrumbUsed=true (2009-05-31)

Nachtrag:
Inzwischen wird der Artikel auch vom Spiegel online angeboten (HTML, Druckversion und pdf-Datei):
hier: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=65414165 (2009-05-31)
und hier: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,627308,00.html (2009-05-31)
Der Netzwelt-Text ist gegenüber der Druckversion leicht modifiziert, jedoch leider nicht gehaltvoller — im Gegenteil; schon die Überschrift „Neue Technik zur Fotoentwicklung“ entlarvt den Autor.
Interessant ist jedoch die angebotenen Fotostrecke. Die Bilder 6, 7 und 8 zeigen anhand von Ausschnitten aus Manfred Hamms Bibliothèque Nationale Detail-Vergleiche zwischen einem Handabzug und einem Kirchner-Druck.

sofobomo 2009 | ORWO NP 20 15. Mai 2009

Posted by Martin Frech in sofobomo, Technik.
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Mitte der 1980er-Jahre habe ich in Essen projektbezogen eine größere Menge Rollfilme vom Typ ORWO NP 20 gekauft. Einige sind damals übriggeblieben und befinden sich noch in meinem Filmlager.

ORWO NP20
ORWO NP 20
Photo © Martin Frech, Berlin

Nun steht mein sofobomo-Projekt 2009 an und ich dachte darüber nach, die Aufnahmen mit diesem NP-20-Restbestand anzufertigen.
Zum sofobomo-Konzept gehört, dass die Teilnehmer über den Werdegang ihrer Projekte berichten — daher will ich meine Überlegungen zur Filmwahl hier kundtun.

Die Filme sind im August 1990 abgelaufen und waren all die Jahre nicht fachgerecht gelagert; das sollte mittelempfindlichem Schwarzweiss-Material jedoch nicht allzuviel anhaben.
Ich habe dennoch einige Testaufnahmen gemacht.

NP-20-Kleber_blog
ORWO: Original Wolfen (Markenname für Produkte des VEB Fotochemisches Kombinat Wolfen/DDR); N: Negativfilm; P: panchromatisch sensibilisiert; 20: 20 DIN

NP 20 läßt sich in allen gängigen Entwicklern verarbeiten. Jedem Film liegt ein ausführlicher Zettel bei, auf dem als bevorzugte Entwickler A03, R09 und A49 aufgeführt sind. A03 ist ein Feinkorn-Entwickler für die Tank- und Maschinenentwicklung, R09 entspricht im wesentlichen Rodinal und A49 ist ein Feinstkornentwickler (wird heute als ADOLUX ATM 49 vertrieben). Sowohl A49 als auch Rodinal habe ich neben XTOL und HC-110 immer vorrätig.

Ich habe mich für Rodinal entschieden. Zu den Entwicklungszeiten macht der Zettel keine Angaben, es gilt die ORWO-Vorschrift 1100.
In meiner Bibliothek befindet sich das sehr ausführliche Datenblatt zum NP-20-Nachfolger NP 22 sowie das Buch Fotografische Chemie von Junge/Hübner. Für Rodinal (1+40) werden in beiden Publikationen 9-11 Minuten Entwicklungszeit bei 20 °C und ständiger mäßiger Bewegung empfohlen.

Für meinen ersten Test habe ich für den NP 20 einen E.I. von 17 DIN festgelegt und das Negativ (vorgewässert) 12,5 Minuten lang entwickelt. Das ergab etwa folgende Dichten:

Minimale Dichte (b&f) 0.22
Zone III V VIII X
Dichte über Unterlage und Schleier 0.38 0.63 1.26 1.6

Diese Werte sind ok. Für die minimale Dichte des NP 22 (Rollfilm) gibt das Datenblatt einen Wert von 0.15 an. Es ist klar, dass ein so deutlich überlagerter Film eine höhere Grunddichte aufweist als das frische Material (hier etwa zwei Blenden). Das stört mich jedoch nicht, da belichte ich später einfach durch.

Die nächste Rolle habe ich dann für mehr Kontrast mit 14 Minuten etwas länger entwickelt und bin mit den Ergebnissen zufrieden; vielleicht sollte ich noch etwas reichlicher belichten.
Zum Vergleich habe ich jedes Motiv außerdem auf Kodak T-Max 400 (TMY-2) belichtet.
Die Testaufnahmen habe ich auf Ilford Multigrade IV vergrößert und mit dem Epson V750 gescannt.

2009_sofobomo_Test-NP20_Print_Detail
Testmotiv (100%-Ausschnitt aus 300-dpi-Scan, png-Datei)
ORWO NP 20 (17 DIN), Agfa Rodinal 1+40,
6,7-fach linear vergrößert auf Ilford MG IV

2009_sofobomo_Test-TMY-2_Print-Detail
Testmotiv (100%-Ausschnitt aus 300-dpi-Scan, png-Datei)
Kodak T-Max 400 (24 DIN), Kodak XTOL 1+2,
6,7-fach linear vergrößert auf Ilford MG IV

2009_sofobomo_Testmotiv-NP20_Print_450px
ORWO NP 20 (17 DIN), Agfa Rodinal 1+40, vergrößert auf Ilford MG IV
Photo © Martin Frech, Berlin

2009_sofobomo_Testmotiv-TMY-2_Print_450px
Kodak T-Max 400 (24 DIN), Kodak XTOL 1+2, vergrößert auf Ilford MG IV
Photo © Martin Frech, Berlin

Das soll kein Vergleich von NP 20 und 400T-Max sein!
Vielmehr ging es mir darum, beide Filme auf die Tauglichkeit für mein konkretes Projekt abzuklopfen. Die hier gezeigten Scans sind zudem rein illustrativ. Was für mich zählt, ist die Anmutung der Vergrößerung. Und da macht der NP 20 eine überraschend gute Figur, die Aufnahmen sind jedoch teilweise wolkig verschleiert.
Ich werde meine NP-20-Restbestände aus folgenden Gründen dennoch nicht verwenden:

  1. Ich kann nicht sicher sein, dass jede der NP-20-Rollen von gleicher Qualität ist und Aufnahmen zu wiederholen ist bei diesem engen Zeitplan nicht angenehm.
  2. Da ich in Innenräumen mit vorhandenem Licht arbeiten werde, sind mir 15-17 DIN eine zu geringe Empfindlichkeit (laut der Tabelle für den NP 22 muss der Film bei einer gemessenen Belichtungszeit von 5 s schon 2,3mal so lange belichtet werden um den Schwarzschildeffekt auszugleichen, bei 30 s muss man daher schon 2 Minuten belichten).
  3. Die Vergrößerungen zeigen keinen speziellen NP-20-Look, der diese Nachteile aufwiegen würde.
  4. Ich habe keine sentimentalen Erinnerungen an diesen Film.
  5. Warum soll ich dann auf Aufnahme-Komfort und Bildqualität verzichten?

Worldwide Pinhole Photography Day | Galerie eröffnet 12. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Events.
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Am 26. April 2009 fand der neunte Worldwide Pinhole Photography Day (wppd) statt. Wer möchte, kann seine Arbeit in der „offiziellen“ Galerie zeigen; noch bis zum 31. Mai können entsprechende Beiträge eingereicht werden.

Ich habe mich dieses Jahr einer Arbeit aus meiner Serie von hier nach dort (aber wieder nach Hause) beteiligt.

Martin Frech: Railroad, Sunrise (2009)
Railroad, Sunrise (2009)
Photo © Martin Frech, Berlin

Meine bisherigen Beiträge zu Worldwide Pinhole Photography Days: 2008, 2007, 2006, 2005.