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Meta: Randgebiete blog @ 35.000 28. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung.
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Mehr als 35.000 Besuche: mein Randgebiete blog hat seine Nische offenbar erfolgreich besetzt — vielen Dank für Ihr Interesse!

Inzwischen sind hier 188 mehr oder weniger gehaltvolle Beiträge versammelt — das Stöbern ist mühsam geworden. Als Ergänzung zum Findmittel Stichwortsuche (oben rechts) habe ich daher die Seite Textarchiv eingerichtet, in der meine ausführlicheren Beiträge thematisch gelistet sind.

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neue Photos in meinem Online-Portfolio 28. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Photo, Photo: Frech.
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Ich habe heute meiner Online-Mappe (Portfolio) neue Photos hinzugefügt: eine Auswahl aus der Serie en passant.

(c) Martin Frech: aus der Serie en passant
Aus der Serie en passant
Photo © Martin Frech

Startseite der Online-Mappe von Martin Frech
Übersichtsseite meiner Online-Mappe im Bereich „Serien“

Film: Rollei R3 26. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Ärgernisse, Photo: Frech, Technik.
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Vor einiger Zeit habe ich mich praktisch mit dem Film Rollei R3 beschäftigt, der vom Vertrieb vielversprechend angekündigt wurde (Hamburger Prosa); beispielsweise mit dem Versprechen, er sei langfristig in einer großen Formatvielfalt lieferbar.

(c) Martin Frech: aus der Serie 'Teltowkanal-Brücken (TeK-B)'
aus der Serie Teltowkanal-Brücken (TeK-B)
Photo © Martin Frech

Der Rollei R3 ist der Nachfolger des Maco Cube 400c. Die Emulsion ist identisch, der R3 hat jedoch eine Beschichtung zur Verbesserung der Planlage. Grundlage ist der ORWO TC27, ein Verkehrsüberwachungsfilm (erweiterter Rotbereich), den Filmotec (Wolfen) 1996 lancierte. (1), (2)

(c) Martin Frech: aus der Serie aus der Serie 'Kindheit im 21. Jahrhundert'
aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Photo © Martin Frech

Die technischen Daten klingen interessant: Der Rollei R3 ist ein dreischichtiger superpanchromatischer Schwarzweiß-Negativ-Film mit klassischer Kristallstruktur (sensibilisiert im Bereich ca. 380 nm bis >700 nm) auf Polyester-Basis mit einer Nennempfindlichkeit von ISO 400/27°.
Der Schwarzschildeffekt bewegt sich laut Datenblatt im üblichen Bereich klassischer Filme, d.h., ist die gemessene Belichtungszeit länger als eine Sekunde, muss tatsächlich deutlich länger belichtet werden (z.B. 2 s statt 1 s, 10 s statt 4 s 60 s statt 15 s, 350 s statt 60 s). (3)

(c) Martin Frech: aus der Serie aus der Serie 'Kindheit im 21. Jahrhundert'
aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Photo © Martin Frech

Der Film wird mit der Eigenschaft beworben, er sei über den riesigen Empfindlichkeitsbereich von ISO 25 bis 6400 einsetzbar; bei angepasster Entwicklung der jeweiligen Schichten. Empfohlene Entwickler für den Rollei R3 sind Rollei Low Speed (RLS = CG 512) und Rollei High Speed (RHS = LP Supergrain = Amaloco AM 74).
Filmotec empfiehlt in der ORWO-Vorschrift 1102 Kodaks Klassiker D76 zur Entwicklung des TC-27. (4)

(c) Martin Frech: aus der Serie en passant
Aus der Serie en passant
Photo © Martin Frech

Wie auch immer. Ich habe den Film in der Kleinbild-Variante ausprobiert mit einem EI zwischen 200 und 800, entwickelt in RHS (1+7) und 3 min. Vorwässerung. Die Ergebnisse bei einem EI von 400 gefallen mir, der Film zeigt bei meiner Verarbeitung ein gepflegtes Korn, wie ich es auch bei Ilfords HP5+ schätze; knapper belichtet konnte ich dem Film jedoch nichts abgewinnen. Großartig ist der Polyester-Träger des Rollei R3; die Negative liegen im Scanner über das volle Format perfekt flach.

Diese Erfahrungen haben mich jedoch weder dazu bewogen, meine Standardfilme aufzugeben, noch dazu verleitet, mich intensiver mit dem Rollei R3 zu befassen. Neben den für mich unbefriedigenden Ergebnissen bei knappem Licht (EI größer 400) ärgert mich, dass das Formatvielfalt-Versprechen des Vertriebs schnell gebrochen war: die Planfilme sind schon eine Weile nicht mehr lieferbar und wie zu hören ist, wird auch der Rest nur noch abverkauft; und das nur wenige Jahre nach Produkteinführung! Wieder ein Beispiel, das meine bereits dargelegten Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm(5) bestätigt.

(c) Martin Frech: aus der Serie aus der Serie 'Kindheit im 21. Jahrhundert'
aus der Serie Kindheit im 21. Jahrhundert
Rollei R3, EI 400 entwickelt in RHS 1+7, 4000-dpi-Scan vom Negativ mit Nikon Coolscan 4000 und VueScan als Raw-Datei, Ausarbeitung mit Photoshop
Photo © Martin Frech

(c) Martin Frech
100%-Ausschnitt aus obigem Scan, unbearbeitet, png-Datei
Photo © Martin Frech

(c) Martin Frech
100%-Ausschnitt aus dem Scan (Epson V750) einer Vergrößerung des selben Negativs (11-fach linear, mit EL-Nikkor 4/50mm auf Adox Fine Print Variotone Premium, entwickelt in Fomatol PW), unbearbeitet, png-Datei
Photo © Martin Frech

Alle Photos in diesem Beitrag wurden auf den Film Rollei R3/KB (EI 400 und 800) aufgenommen und in Rollei High Speed (1+7) nach Herstellerangabe entwickelt.

(1) CUBE 400c (Datenblatt Januar 2004). Online verfügbar: http://www.mahn.net/TAcube4e.pdf (2009-07-26)
(2) TECHNISCHE INFORMATIONEN ORWO Verkehrsüberwachungsfilm TC 27. online verfügbar: http://www.filmotec.de/Produkte/TC_27/tc_27.html (2009-07-26)
(3) Rollei R3. Ein überzeugendes Film- und Entwicklungskonzept für alle Bereiche der bildmäßigen SchwarzWeiß-Fotografie. Produktinformation und Bedienungshinweise. 2. Aufl. Nov. 2005. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/TA_Rollei_R3_dt.pdf (2009-07-26)
(4) ORWO-Vorschrift 1102 (2003). Online verfügbar: http://www.filmotec.de/Informationen/Verarbeitung/1102/V-I-VV-1102_4.pdf (2009-07-26)
(5) Martin Frech: Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm (23.03.2008), online verfügbar: https://medienfrech.wordpress.com/2008/03/23/gedanken-zum-markt-fur-schwarzweissfilm/ (2009-07-26)

Julius Shulman, 1910–2009 17. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Geschichte.
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Julius Shulman ist tot. Er starb im Alter von 98 Jahren am Mittwoch, dem 15. Juli 2009 in seinem Haus in Los Angeles.

(c) Martin Frech: Julius Shulman
Julius Shulman (2005)
Photo © Martin Frech, Berlin

Es gibt wohl kein Buch über die moderne Architektur des 20. Jahrhunderts, das ohne ein Photo von ihm auskommt. Julius Shulman war der Photograph zeitgenössischer Architektur seit den 1930er-Jahren.
Ich habe Julius Shulman 2005 getroffen; ein Bericht erschien in Randgebiete Nr. 3.

(c) Martin Frech: Randgebiete Nr. 3, Umschlag vorne
Julius Shulman signiert (2005)
Photo © Martin Frech, Berlin

Download der pdf-Datei: http://www.medienfrech.de/randgebiete/archiv/R3-2005.pdf

Toy camera: Debonair 15. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Die Debonair ist ein detailgetreuer Diana-Clone und sieht dem Original bis auf den geänderten Schriftzug zum Verwechseln ähnlich.

Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Diana wurde in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren in Hong-Kong von der Great Wall Plastic Factory hergestellt und ist quasi die Mutter aller Toy cameras, einer Kamera-Gattung, die — im Gegensatz zur Holga oder zur Lomo — ursprünglich nicht zum ernsthaften Photographieren gedacht waren: Der Hersteller hat die Kamera inklusive Objektiv komplett aus Kunststoff gefertigt; so waren diese für etwa zwei US$ wirklich billig zu kaufen und wurden auch gerne als Werbegeschenke genutzt. Die Debonair war nur ein Clone unter vielen weiteren, die damals auf dem Markt waren.(1)

Martin Frech: Rettungshubschrauber
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Mietshaus in Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

Während die Holga bei sonst vergleichbarer Ausstattung zusätzlich über ein Stativgewinde und einen Blitzschuh verfügt, ist die Diana/Debonair technisch auf das Wesentliche reduziert (für Details siehe Tab. 1). Die sog. Toy cameras wurden dennoch — oder gerade deswegen — schon früh bewusst zum ernsthaften Arbeiten genutzt, lange vor der aktuellen lo-fi-Bewegung (Nancy Rexroth, 1974; Mark Schwartz, späte 1970er-Jahre; 1980 zeigte David Featherstone mit The Diana Show in Carmel Arbeiten von 43 Photographen).

Martin Frech: Kraftwerk am Teltowkanal
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich arbeite sowohl mit einer Holga 120N als auch mit der Debonair. Die Bildergebnisse unterscheiden sich nicht spürbar; das Stativgewinde und den Blitzanschluss habe ich bei letzterer auch noch nicht vermisst. Die Debonair wirkt eleganter, ist besser proportioniert und nicht so klobig wie die Holga; außerdem hat sie einen größeren Sucher.

Ein Nachteil der Debonair ist das Bildformat. Die Holga belichtet 12 Aufnahmen auf das volle Mittelformat, während die Debonair nur ein ca. 4×4-cm-Quadrat nutzt, dafür aber 16 Aufnahmen pro Rollfilm ermöglicht. Cewe, das Großlabor meines Vertrauens, fertigt jedoch leider nur Abzüge von 6×6-Negativen, die ich gerne als Ersatz für den Kontaktabzug nutze; so macht das kleine Format etwas mehr Arbeit.

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Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Debonair Kamera mit Zubehör
Photo © Martin Frech, Berlin

Tabelle 1: Technische Daten der Debonair
Typ Sucherkamera
Objektiv Super-Lens No. 809
Blende Kreisrunde Löcher, die vor den Verschluß eingeschwenkt werden; drei Wettersymbole zur Einstellung: sonnig, bewölkt, trüb
Filtergewinde
Fokusierung stufenlos ab 1 m mit Markierungen für 1-2 m, 2-4 m und ab 4 m
Belichtungsmesser
Verschlußzeiten B und I (keine Doppelbelichtungssperre)
Anschluß für Fernauslöser
Selbstauslöser
Blitzkontakt/
Zubehörschuh
-/
eingebauter Blitz
Stativgewinde
Film-/
Bildformat
120er-Rollfilm/
4,5×4,5 cm
Stromversorgung
Maße/
Gewicht
ca. 125x90x75 mm/
ca. 170 g (mit Rollfilm, Aufwickelspule und Trageriemen)
Zubehör Handbuch, Trageriemen, Aufwickelspule
Hersteller/
Produktionszeit/
Vertrieb in D.
N.N. (Hong Kong)/
N.N./
Deutsche Mewa Industries

(1) Encyclopedia of twentieth-century photography. Vol. 1. Hg. Lynne Warren. New York: Taylor & Francis, 2006. S. 216 f.