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Toy camera: Debonair 15. Juli 2009

Posted by Martin Frech in Photo: Frech, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Die Debonair ist ein detailgetreuer Diana-Clone und sieht dem Original bis auf den geänderten Schriftzug zum Verwechseln ähnlich.

Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Diana wurde in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren in Hong-Kong von der Great Wall Plastic Factory hergestellt und ist quasi die Mutter aller Toy cameras, einer Kamera-Gattung, die — im Gegensatz zur Holga oder zur Lomo — ursprünglich nicht zum ernsthaften Photographieren gedacht waren: Der Hersteller hat die Kamera inklusive Objektiv komplett aus Kunststoff gefertigt; so waren diese für etwa zwei US$ wirklich billig zu kaufen und wurden auch gerne als Werbegeschenke genutzt. Die Debonair war nur ein Clone unter vielen weiteren, die damals auf dem Markt waren.(1)

Martin Frech: Rettungshubschrauber
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Mietshaus in Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

Während die Holga bei sonst vergleichbarer Ausstattung zusätzlich über ein Stativgewinde und einen Blitzschuh verfügt, ist die Diana/Debonair technisch auf das Wesentliche reduziert (für Details siehe Tab. 1). Die sog. Toy cameras wurden dennoch — oder gerade deswegen — schon früh bewusst zum ernsthaften Arbeiten genutzt, lange vor der aktuellen lo-fi-Bewegung (Nancy Rexroth, 1974; Mark Schwartz, späte 1970er-Jahre; 1980 zeigte David Featherstone mit The Diana Show in Carmel Arbeiten von 43 Photographen).

Martin Frech: Kraftwerk am Teltowkanal
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich arbeite sowohl mit einer Holga 120N als auch mit der Debonair. Die Bildergebnisse unterscheiden sich nicht spürbar; das Stativgewinde und den Blitzanschluss habe ich bei letzterer auch noch nicht vermisst. Die Debonair wirkt eleganter, ist besser proportioniert und nicht so klobig wie die Holga; außerdem hat sie einen größeren Sucher.

Ein Nachteil der Debonair ist das Bildformat. Die Holga belichtet 12 Aufnahmen auf das volle Mittelformat, während die Debonair nur ein ca. 4×4-cm-Quadrat nutzt, dafür aber 16 Aufnahmen pro Rollfilm ermöglicht. Cewe, das Großlabor meines Vertrauens, fertigt jedoch leider nur Abzüge von 6×6-Negativen, die ich gerne als Ersatz für den Kontaktabzug nutze; so macht das kleine Format etwas mehr Arbeit.

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Martin Frech: Debonair Kamera
Photo © Martin Frech, Berlin

Martin Frech: Debonair Kamera mit Zubehör
Photo © Martin Frech, Berlin

Tabelle 1: Technische Daten der Debonair
Typ Sucherkamera
Objektiv Super-Lens No. 809
Blende Kreisrunde Löcher, die vor den Verschluß eingeschwenkt werden; drei Wettersymbole zur Einstellung: sonnig, bewölkt, trüb
Filtergewinde
Fokusierung stufenlos ab 1 m mit Markierungen für 1-2 m, 2-4 m und ab 4 m
Belichtungsmesser
Verschlußzeiten B und I (keine Doppelbelichtungssperre)
Anschluß für Fernauslöser
Selbstauslöser
Blitzkontakt/
Zubehörschuh
-/
eingebauter Blitz
Stativgewinde
Film-/
Bildformat
120er-Rollfilm/
4,5×4,5 cm
Stromversorgung
Maße/
Gewicht
ca. 125x90x75 mm/
ca. 170 g (mit Rollfilm, Aufwickelspule und Trageriemen)
Zubehör Handbuch, Trageriemen, Aufwickelspule
Hersteller/
Produktionszeit/
Vertrieb in D.
N.N. (Hong Kong)/
N.N./
Deutsche Mewa Industries

(1) Encyclopedia of twentieth-century photography. Vol. 1. Hg. Lynne Warren. New York: Taylor & Francis, 2006. S. 216 f.

Kommentare»

1. iheartfilm - 18. Juli 2009

The results are wonderful. :)


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