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Film: Rollei Redbird 400 (redscale) 1. September 2009

Posted by Martin Frech in Technik.
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Rollei Redbird 400
Text und Bilder © Martin Frech, 2009 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Der Rollei Redbird ist ein konventioneller 27-DIN-Farbnegativ-Kleinbildfilm, der umgekehrt in die Patrone konfektioniert wurde. In der Kamera zeigt die Schichtseite daher zur Rückwand und wird durch den Träger belichtet — mit der Folge, dass die üblicherweise vorne liegende blauempfindliche Schicht unbelichtet bleibt, da das blaue Licht vom Gelbfilter absorbiert wird. Bei der Entwicklung wird daher kein gelbes Bild gebildet.
Wenn man beim Vergrößern nun die Grautöne neutral filtert, bekommt das Positiv eine rot-braune Anmutung.

prinzipieller Aufbau des Farbnegativfilms:
------------------------
Schutzschicht
------------------------
blauempfindliche Schicht --> Gelb-Bild
------------------------
Gelbfilter
------------------------
grünempfindliche Schicht --> Magenta-Bild
mit gelber Maske
(auch blauempfindlich)
------------------------
Rotfilter
------------------------
rotempfindliche Schicht  --> Cyan-Bild
mit roter Maske
(auch blauempfindlich)
------------------------
Lichthofschutz
------------------------
Träger
------------------------
Wegen der roten und der gelben Masken hat der entwickelte Film in der Durchsicht eine orange Färbung.

(c) Martin Frech: Einlegen des Rollei Redbird
Einlegen des Rollei Redbird 400 in die Kamera: Die Schichtseite zeigt zur Rückwand.
Photo © Martin Frech, Berlin

Einen Farbnegativfilm durch den Träger zu belichten ist keine ganz neue Idee und stammt weder von den Lomographen noch von Maco/Spürsinn usw.
Als Redscale-Technik bekannt, funktioniert das Verfahren üblicherweise so, dass ein handelsüblicher Farbnegativfilm im Dunkelsack umgespult wird. Kelly Hoffart hat dazu eine populäre Anleitung verfasst (1); die flickr-Gruppe Redscale Film zeigt entsprechende Bilder.(2)

(c) Martin Frech: Berlin, Schoeneberger Strasse
Berlin, Schöneberger Straße
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Geschäftemacher der „Lomographischen Gesellschaft“ waren die ersten, die mit dem Lomography Redscale 100 einen entsprechend konfektionierten Film auf den Markt brachten; Maco hat mit dem höherempfindlichen Rollei Redbird 400 nachgelegt.

Kaufhaus, Berlin
Kaufhaus, Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

Der Rollei Redbird kostet etwa 5 Euro, der Lomo-Film 4 Euro. Mancher Purist mag es als Geldverschwendung ansehen, einen solchen Film zu kaufen; zumal man Farbnegativ-Filme für unter einen Euro bekommen kann.
Die saubere Konfektionierung, die auch im Großlabor keine Probleme macht, sowie die Zeitersparnis sprechen m.E. jedoch für das Fertigprodukt.

(c) Martin Frech: Edenkobener Steg
Edenkobener Steg
Photo © Martin Frech, Berlin

Der Rollei-Film hat gegenüber dem Lomo-Film den Vorteil der höheren Nennempfindlichkeit.
Da die Belichtung durch den Träger einen deutlichen Empfindlichkeitsverlust bewirkt, hat der Lomo-Film eine effektive Empfindlichkeit von etwa 15 bis 18 DIN, der Rollei-Film etwa 21 bis 24 DIN.
(Bis auf die Farbtafel habe ich alle hier gezeigten Aufnahmen mit 24 DIN belichtet.)

(c) Martin Frech: Selbstbedienung
Selbstbedienung
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich habe meinen Film beim Großlabor Cewe entwickeln lassen; das Ergebnis war erwartungsgemäß gut. Gewöhnungsbedürftig ist für mich jedoch, dass alle Abzüge seitenverkehrt sind; die hier gezeigten Photos sind Scans vom Negativ.

(c) Martin Frech: Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal
Eisenbahnbrücke über den Teltowkanal
Photo © Martin Frech, Berlin

Zur Verdeutlichung, wie die Farben mit der Redscale-Technik reproduziert werden, hier die Munsell-Farbtafel via Rollei Redbird 400:
Munsell-Farbtafel via Rollei Redbird 400
Munsell-Farbtafel, Rollei Redbird 400, EI 21 DIN
Munsell-Farbkarte
Zum Vergleich: Die „echten“ Farben
Munsell-Farbtafel via Rollei Redbird (grau neutral)
Munsell-Farbtafel, Rollei Redbird 400, EI 21 DIN, grau neutral

(c) Martin Frech: Rathaus Steglitz, Berlin
Rathaus Steglitz, Berlin
Photo © Martin Frech, Berlin

(c) Martin Frech: Oel-Lager am Teltowkanal
Öl-Lager am Teltowkanal
Photo © Martin Frech, Berlin

(1) Kelly Hoffart: How-To: Make Redscale Film (21.07.2007). Online verfügbar: http://fmphotocourses.blogspot.com/2007/07/how-to-make-redscale-film.html (2009-09-01)
(2) Flickr-Gruppe Redscale Film: http://www.flickr.com/groups/redscale/ (2009-09-01)

Kommentare»

1. Thomas - 29. September 2009

Bei mir steht zwar noch ein Jobo ATL1 auf dem früher C41 und E6 entwickelt wurde, aber der Sinn eines solchen Films – außer für nostalgische Zwecke – erschließt sich mir nicht. Den Effekt mache ich leichter in Lightroom und schicke das Ergebnis dann auf den Inkjet Plotter.

2. analogiker1976 - 15. Dezember 2010

Finde es echt klasse das es diese kreativen Filme auf den Markt gebracht hat.Es zeigt deutlich das die analoge Fotografie immer noch lebt und einfach die beste Art ist seiner Kreativität freien lauf zu lassen.Ein hoch auf die analoge Fotografie*

3. Meta: die meistgelesenen Beiträge auf “Notizen zur Photographie” | Notizen zur Photographie - 27. Juli 2013

[…] Film: Rollei Redbird 400 (redscale) […]

4. “Redscale” … Was ist denn das nu’ wieder? | RetroCamera.de - 30. Oktober 2015

[…] umgespult, inzwischen kann man aber auch fertige “Redscale”-Film kaufen, so z.B. von Rollei oder […]


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