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Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2011 26. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Markt.
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Aktuell gibt es elf verschiedene Baryt-Fotopapiere (kontrastvariabel, glänzend) auf dem deutschen Markt. Sieben davon werden — teils im Auftrag — von Harman in England produziert; der Rest kommt von Efke, Foma und Adox.

In einer Marktübersicht habe ich dieses Angebot zusammengestellt, mitsamt den Preisen ausgewählter deutscher Lieferanten und den Preisänderungen gegenüber dem Vorjahr.

Zwei bekannte Papiere fehlen: Fuji Bromide Rembrant V und Oriental New Seagull VC-FB2 habe ich bei keinem deutschen Anbieter (mehr) gefunden. Wer diese Papier jedoch unbedingt braucht, wird beispielsweise bei japan exposures fündig.

–> Download meiner Marktübersicht Barytpapiere als pdf-Datei.

Aktualisierung: Meine Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2012.

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jährlich ein weiter Weg für ein Bild 16. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Foto-Projekt, gute Idee.
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An der Steilküste der kleinen dänischen Insel Æbelø wuchs einst ein Weißdorn. 1997 verlor er den Halt und rutschte ab.
Seit 1972 fotografiert Heinrich Rathje diesen Weißdorn regelmäßig. Einfach so, zu seinem privaten Vergnügen.
In der Zeit vom 15.09.2011 ist die Geschichte nachzulesen (1), dort sind auch 24 der Rathje’schen Baum-Bilder abgedruckt. Die komplette Serie ist auf der Web-Seite des Fotografen zu sehen.

(1) „Ein Baum von einem Kerl“ von Arne Rautenberg. In: Die Zeit Nr. 38 vom 15.09.2011, S. 89. Online: http://www.zeit.de/2011/38/Mann-und-Baum (2011-10-16)

printf("Dennis Ritchie, 1941 — 2011.\n"); 13. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Geschichte.
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Segmentation fault. Core dumped.

Farbe ist wie Süßkram 12. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Gedanken, Technik.
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Jeder Digitalfotograf fotografiert schwarzweiß — technisch gesehen; die Farbe wird nach der Aufnahme aus dem Datensatz berechnet. Aufmerksame Leser meines blogs wissen, dass mir dieser Unterschied zur filmbasierten Fotografie wichtig ist.
Auf die Schwarzweiß-Daten hat man jedoch keinen direkten Zugriff. Das hätte aber auch wenig Sinn, da das Licht ja schon durch die Bayer-Matrix ging bzw. beim Foveon-Sensor in unterschiedlichen Schichten getrennt wurde.
Die gängigen Interfaces zur Bildbearbeitung präsentieren die Kameradaten als Farbbild, das bei Bedarf (wieder) in ein Schwarzweißbild umgerechnet werden kann. Es gibt aktuell keine Digitalkamera im unteren/mittleren Preisbereich, die nur die Helligkeitswerte digitalisiert und die Sensordaten monochrom durchreicht. Im oberen Preisbereich bietet PhaseOne das Achromatic-Digitalrückteil für Mittelformat-Kameras an.

Hier sollen jedoch nicht die technischen Vor- und Nachteile diverser Sensoren verhandelt werden — es geht um Bildgestaltung. Mike Johnston hat kürzlich auf seinem blog The Online Photographer interessante Gedanken zum Thema Schwarzweiß-Sehen-Lernen in der digitalen Ära notiert. In Temptations (Digital B&W Part II) verglich er das s/w-Empfinden des durchschnittlichen farb-gewohnten Digitalfotografen mit dem Essverhalten der Ratte, die bis zum Hungertod Zuckerwasser ihrer Nahrung vorzieht: Das schiere Wissen „wenn ich will, ist die Farbe in den Daten trotz allem immer da“, verhindere eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den ästhetischen Herausforderungen der Schwarzweiß-Fotografie.
Farbe ist verführerisch und hat in Johnstons Analogie für den, der — vom Digitalen kommend — in die s/w-Fotografie einsteigen will das Suchtpotential von Heroin, Crack oder mindestens das von Zucker. Die omnipräsente Farbe verhindere per se die Ausbildung eines entsprechenden Blicks. Der s/w-Aspirant in Digitalien kommt also nicht vom Fleck, weil ihm die Industrie das entsprechende Werkzeug verweigert.

Das mag so sein, ich kann das nicht wirklich beurteilen. Fotografie auf Film und Fotografie auf Sensoren sind halt verschiedene Medien (vgl. z.B. auch meinen Beitrag Plakatgestaltung und sw-Aufnahmen).
Johnstons Polemik berührt jedoch einen wesentlichen Aspekt der Fotografie auf analogen Speicher: man muss sich entscheiden.
Wähle ich einen grobkörnigen Film oder einen feinkörnigen, wähle ich einen Farb- oder einen Schwarzweißfilm, einen Negativ- oder einen Diafilm. Die für das spätere Bild wesentliche Entscheidung der Filmwahl muss ich vor der Aufnahme treffen — und kann sie später nicht mehr ändern.
Die Wahl des Materials ist ein wesentlicher Aspekt im künstlerischen Prozess bzw. der Unterschied zwischen „Ich mache mir vor der Aufnahme Gedanken“ und „Das Problem löse ich in der Nachbearbeitung“ (pre visualizing vs. post processing).

Fotobuch boomt — SoFoBoMo schließt 9. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Events, Geschichte, sofobomo.
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Logo des Solo Photo Book Month Der Solo Photo Book Month (SoFoBoMo) war ein internationaler Aufruf, in 31 Tagen ein Fotobuch-pdf mit mindestens 35 Aufnahmen zu produzieren. Er fand dieses Jahr zum vierten und letzten Mal statt; die Web-Site sofobomo.org soll zum Ende des Jahres abgeschaltet werden.

Es erstaunt mich immer wieder, warum manche web-gestützten Projekte erfolgreich sind und andere zwar vielversprechend starten, dann aber stagnieren oder eben aufgeben. Wahrscheinlich hat das etwas zu tun mit der Aufwand/Nutzen-Relation für die Teilnehmer. Der Aufwand an Zeit und gedanklicher Energie war beim SoFoBoMo recht hoch, den Nutzen dagegen konnte man eher im Stillen genießen, Preise waren keine zu gewinnen.
Wer ernsthaft an einer Fotobuch-Karriere interessiert ist, findet prestigeträchtigere Plattformen.

Ein Fotobuch zu produzieren ist natürlich aufwendiger, als nur ein Bild einzureichen (wie beim wppd) oder ein Panorama zu produzieren (wie bei wwp). Für das Publikum ist es dagegen wenig attraktiv, durch eine lange Liste zu blättern und auf Verdacht pdf-Dateien zu laden, zumal die Web-Site kaum Feedback-Möglichkeiten bot. So war der Hauptnutzen für die Teilnehmer die Aussicht, ein eigenes Projekt in einer überschaubaren Zeit zu stemmen.

Die Organisatoren haben wohl auch keinen Nutzen für sich gesehen, der ihren Aufwand längerfristig rechtfertigte. Die Web-Site war werbefrei, eine Teilnahmegebühr wurde nicht erhoben. Die eingereichten Arbeiten waren wohl auch nicht attraktiv genug, die Sache höher zu hängen.

Der SoFoBoMo wurde 2008 gestartet. Die Idee stammt von dem amerikanischen Amateurphotographen Paul Butzi, der sie im Dezember 2007 auf seinem blog postete. Butzis Vorbilder waren der National Novel Writing Month und der National Solo Album Month. Der Vorschlag fand Anhänger und die Sache kam ins Rollen. Schon im ersten Jahr 2008 beendeten 70 von 210 Teilnehmen ihren SoFoBoMo erfolgreich, 2009 wurden 218 von 885 angefangenen „Büchern“ vollendet, 2010 wurden 210 Projekte fertig und in diesem Jahr 150 von 392. Eine Episode — nun ist Schluß.

„Light Leaks“, ein abgeschlossenes Sammelgebiet 7. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Foto-Zeitschrift, Markt.
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Dieser Tage ist mit der Nummer 19 die letzte Ausgabe der Zeitschrift Light Leaks — Low Fidelity Photography erschienen.

Light Leaks war ein Magazin für Enthusiasten der sog. analogen Low-Fidelity-Photographie mit Loch- bzw. Spielzeug-Kameras („toy cameras“, z.B. Holga, Diana).

Die erste Ausgabe erschien im Oktober 2005, damals hieß das Blatt noch Lightleaks — A Magazine for Toy Camera Users. Mit der vierten Ausgabe ein Jahr später war der endgültige Name gefunden. Auch das Format änderte sich anfangs gelegentlich, die Titel ab Nummer acht erschienen dann im handlichen 20×23-Format. Bis auf die letzte Ausgabe wurde immer vierfarbig gedruckt.

Martin Frech: House of Maté
„House of Maté“, mein Beitrag zum Thema Cliff-Hangers in Light Leaks Nr. 8

Light Leaks war als Mitmach-Zeitschrift konzipiert — jede Ausgabe stand unter einem anderen Thema wie beispielsweise Unusual, Almost Perfect, Childhood oder zuletzt Secrets. Die Leser waren aufgefordert, entsprechende Bildbeiträge für den Galerie-Teil zu liefern; wechselnde Bildredakteure trafen die Auswahl.

Weitere Themen waren Interviews mit Toy-Camera-Photographen oder anderen Protagonisten der Szene, Portfolio-Präsentationen und Technik-Artikel. Insgesamt eine gelungene und anregende Mischung. Ich habe die Zeitschrift von Anfang an gerne gelesen und gelegentlich Photos beigetragen.

Meines Wissens war Light Leaks das einzige international erhältliche gedruckte Magazin zu diesem Randgebiet der Photographie. Es wird mir fehlen.

Unter www.lightleaks.org können noch einzelne gedruckte Exemplare bestellt werden, zudem sind alle Nummern als pdf-Version erhältlich.

Lightleaks. A Magazine for Toy Camera Users. Ab Nr. 4 u.d.T. Light Leaks. Low Fidelity Photography. Nr. 1–19 (unregelmäßig); o.O. (Canada): Lightleaks Press, 2005–2011. Ersch. eingestellt. Ausg. 4–18 unter ISSN 1911-429X.

William Eugene Smith — ein James Joyce der Photographie 4. Oktober 2011

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung.
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William Eugene Smith (1918-1978) war einer der großen Bildjournalisten in der Blütezeit des Genres ab den 1940er-Jahren. Er hat mit seinen engagierten Serien Meilensteine gesetzt und gilt als Pionier des Photo-Essays.
Smith wird beschrieben als ein von seinem Tun Besessener mit extremen Ansprüchen an die Qualität seiner Arbeit, voller Körpereinsatz war für ihn selbstverständlich.
Klar, dass Termine für ihn regelmäßig zum Problem wurden (und das in diesem Geschäft!). Was ihm jedoch mehr zu schaffen machte, waren die redaktionellen Eingriffe in seine Bildauswahl und seine Texte, die er als Angestellter bei der Zeitschrift Life ablieferte. Die Mitgliedschaft bei Magnum half im diesbezüglich auch nicht weiter.
Nach den Trennungen von Life 1955 und von Magnum 1958 fehlte ihm jedoch offenbar das akquisitatorische Geschick und er schaffte es nicht, seine mit Leidenschaft produzierten Gesamtkunstwerke adäquat zu vermarkten.
Für seinen Essay über die Stadt Pittsburgh hat er ab 1955 (je nach Quelle) 13.000 oder 17.000 Aufnahmen gemacht, davon etwa 2.000 als kleine Arbeitsabzüge vergrößert und über 600 im großen Format, dazu Layouts entworfen und Texte geschrieben. Nach vier Jahren gab er auf, das Fragment gebliebene Werk wurde nie veröffentlicht.
Ein Frustrationserlebnis ebenso wie darauf das Scheitern des autobiographischen Großprojekts The Walk to Paradise Garden.
Erst in den 1970er-Jahren fand er in einem letzten Aufbäumen zur alten Form zurück und realisierte mit seiner Frau den Essay Minamata. Streng auf der Seite der Opfer des Skandals trägt diese anklagejournalistische Arbeit deutlich Züge einer Kampagne. Smith hat die Weltöffentlichkeit damit grundlegend für die Umwelt-Thematik sensibilisiert.

Eine Ausstellung in Berlin wirft ein Schlaglicht auf Leben und Werk von William Eugene Smith. Gezeigt werden Bilder aus den sechs großen Essays Landarzt (1948), Spanisches Dorf (1950), Hebamme (1951), Albert Schweitzer (1954), Pittsburgh (1955) und Minamata (1971–1973). Der letzte Raum ist mit „Verschiedenes“ betitelt. Hier ist unter anderem das Bild seiner beiden Kinder Der Weg ins Paradies von 1946 zu sehen, mit dem schon Edward Steichen seine Ausstellung „The Familiy of Man“ beschloss (auf „Iconic Photos“ wurde das Bild kürzlich schön groß gepostet).
Smith war ein Meister in der Dunkelkammer, der seine Abzüge akribisch ausarbeitete. Mir ist leider nicht klar, ob in der Ausstellung Prints hängen, die Smith selbst vergrößert hat, oder ob speziell angefertigte Ausstellungsprints gezeigt werden. Sehenswert ist die Schau auf jeden Fall.

W. Eugene Smith — Fotografien. Eine Retrospektive.
25. September bis 27. November 2011
Martin-Gropius-Bau, Berlin

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