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China-Ausstellung in der schaelpic photokunstbar eröffnet (Juni 2012) 27. Juni 2012

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, schaelpic photokunstbar.
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Kürzlich haben wir mit einer Vernissage die Ausstellung Vertrautes im Fremden entdecken — urbane Räume in China mit Bildern von Tobias Vollmer eröffnet. Noch bis zum 31. August zeigen wir in der schaeplic photokunstbar in Köln großformatige Ansichten von fünf der über 40 Millionenstädte Chinas. Die Ausstellung ist unser Beitrag zum Kölner Chinajahr.

Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)
Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)

China ist ein Riesenthema, dem auch wir uns nicht entziehen wollen. Vor drei Jahren hatten wir hier Giusi Fanellas Ausstellung „Living in China“ mit großformatigen schwarzweißen Straßenfotos aus Hangzhou. Heute zeigen wir die dazu formal sehr verschiedenen Bilder von Tobias Vollmer und zum Ausklang des Kölner Chinajahres stehen bei uns im November nocheinmal Photos aus diesem Land auf dem Programm, dann mit eher abstrakten Motiven aus Shanghai.

Zur Einführung habe ich eine kurze Ansprache vorbereitet, die ich hier dokumentiere.

Anmerkungen zu Tobias Vollmers Serie „China Construction“
© 2012 Martin Frech, randgebiete.de (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Tobias Vollmer zeigt uns mit seiner Serie „China Construction“ gebaute Architektur, meist Übersichtsaufnahmen von Stadtlandschaften.

Der Serientitel verortet Vollmers Bilder in China. Das ist hilfreich, da seine Motive kaum ortsspezifische Hinweise liefern. So sieht zeitgenössischer Massen-Siedlungsbau eben aus in einer globalisierten Welt.
Die genauere Betrachtung belohnt mich jedoch mit asiatisch anmutenden Baudetails und Werbetafeln mit fremden Schriftzeichen. Kenner werden zudem einzelne Landschaften wiedererkennen, beispielsweise die tropisch-grünen Hügel in Hong-Kong.

In der VR China leben mehr als 1,3 Mrd. Menschen und damit ungefähr 18% der Weltbevölkerung.

China besitzt mit Shanghai, Peking und Guangzhou drei Megastädte mit mehr als 10 Mio. Einwohnern. Dazu kommen etwa vierzig werdende Megastädte mit 2 bis 10 Mio. Einwohnern.
Zum Vergleich: In Europa finden wir gerade einmal 32 Millionenstädte, neun davon haben mehr als 2 Mio. Einwohner und nur Moskau gilt gerade so als Megastadt.

1970 lebten etwa 18% der Chinesen in Städten, heute sind etwa die Hälfte der Bevölkerung Stadtbewohner.
In einem Zeitraum von 40 Jahren mussten also Wohnungen für 500 Mio. Menschen gebaut werden — eine enorme Baumasse.

Zunehmend entstehen in China sog. Hyperstädte mit über 20 Mio. Einwohnern, etwa um Shanghai oder Chongqing. Das sind Gebilde, die Megastädte hinsichtlich Größe und Komplexität noch deutlich übertreffen. Eine Entsprechung bei uns ist die Metropolregion Rhein-Ruhr, freilich nur mit knapp 12 Millionen Einwohnern.

Ich war noch nicht in China. Dennoch ruft das Betrachten von Tobias Vollmers Fotos bei mir ein Deja-vu-Gefühl auf. Ich weiß, dass ich Bilder aus einem Land sehe, das ich nicht kenne — aber ich entdecke etwas Vertrautes im eigentlich fremden. Denn im Prinzip kenne ich solche Bilder. Ich habe sie gesehen in den USA, in Südamerika und auch in Europa. Die fragil wirkenden Gerüste der Baustellen erinnern mich an Ecuador, das gemauerte Flussufer samt Promenade weckt Assoziationen ans Frankfurter Mainufer und sechsspurige Straßen sind auch kein originär chinesisches Thema.
Das ist eine Stärke dieser Serie: Tobias Vollmer relativiert gängige China-Klischees. Vielmehr visualisiert er mit seinen Fotos einen Aspekt der Globalisierung.

Sein panoramatischer Blick sucht die Übersicht. Er zeigt mir eine Seite des Landes, die meinem Klischee widerspricht: großzügig angelegte urbane Räume, immer wieder blitzt Natur auf.
Keine Spur von Großstadt-Hektik. Wenn Menschen zu sehen sind, wirken diese eher wie Flaneure oder wir sehen sie entspannt am Wasser sitzen. Ebenso weisen uns die Sportplätze, Schwimmbäder und Dachgärten darauf hin, dass das Leben in Megacities nicht zwangsläufig mit einem Verzicht auf Lebensqualität einhergehen muss.

Tobias Vollmer (li., Foto: Andrea Otto/AfM)
Tobias Vollmer (li., Foto: Andrea Otto/AfM)

Vertrautes im Fremden entdecken — urbane Räume in China
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
18. Juni bis 31. August 2012
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)

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