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ab Mai in der schaelpic: „Labyrinthe“ von Claus Dieter Geissler und „Gimen no shitade“ von Keiichi Ito 31. März 2014

Posted by Martin Frech in schaelpic photokunstbar.
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In unserer zweiten Ausstellung im Rahmen des Jahresprogramms Silber und Bytes — 175 Jahre Photographie stellen wir ab Mai zwei zeitgenössische Positionen zur Kunst des Platindrucks vor:

Der Künstler Claus Dieter Geissler hat sich mit den Todesmärschen der Opfer des Nationalsozialismus beschäftigt und einen starken, expressiven Zyklus von 25 Platindrucken auf Holz geschaffen, den er in einer wandfüllenden Installation präsentiert. Claus Dieter Geissler lebt und arbeitet auf den Straßen Europas. 1952 geboren fühlt er sich dort seit Anfang der 70er Jahre zuhause. Hier begegnet er den Themen und Geschichten, die ihm die Straßen erzählen. Er versteht sich als Street-Artist, nicht als Street-Photograph — mit den Mitteln der Photographie ist er als bildender Künstler stets auf der Suche nach neuen Wegen.

Die Suggestionskraft und Ästhetik seiner Arbeiten liegt im Indirekten. Sie machen nachdenklich. Nie geht es um das, was abgebildet ist, oft um das, was gerne vergessen wird. Er arbeitet zum einen mit den Materialien und Dingen, die er auf der Straße findet, zum anderen interessiert ihn, wer hier unterwegs ist. Reiseberichte entstehen, abstrakt und eindrücklich. Seine aktuellen Arbeiten bilden dieses Spektrum ab.

Für die Bearbeitung der Abzüge zieht er sich jedoch immer wieder ins eigene Labor nach Köln zurück. Claus Dieter Geissler erhielt Stipendien in Irland und Frankreich, Ausstellungen in Barcelona, Nimes, Liverpool, Moskau und Belgrad, in Holland und Litauen, darüber hinaus in New York und Tokyo. Er ist Mitbegründer und Mitwirkender verschiedener europaweit agierender Künstlernetzwerke und hatte von 2001 bis 2004 ein Atelier in Barcelona.

aus Labyrinthe; © Claus Dieter Geissler

Im Kontrast zu Geisslers Arbeiten stehen die leisen und zarten Platinprints von uralten Sakurabäumen des japanischen Photokünstlers Keiichi Ito.

Geboren 1950 in Tokio, ist Ito ein photographischer Autodidakt. Der studierte Elektroingenieur und passionierte Bergsteiger befasste sich nur am Rande mit Photographie, um das Aufwachsen seines Sohnes und unwiederbringliche Erfahrungen beim Bergsteigen mit der Kamera zu dokumentieren. Als 1980 sein Schwager unerwartet starb, berührte ihn dieses traurige Ereignis so sehr, dass er über sein bisheriges Leben nachdachte, seinen Beruf als Elektroingenieur aufgab und mit 55 Jahren ein neues Leben als professioneller Photograph begann.

Wie viele andere japanische Photokünstler ist Keiichi Ito fasziniert davon mit den Mitteln der Photographie die Zeit festzuhalten. Die meisten seiner fotografischen Projekte widmen sich diesem Thema. Keiichi Ito versucht dabei jedoch nicht mittels Langzeitbelichtungen möglichst viel Zeit aufzunehmen, vielmehr sucht und findet er Sujets, die die Zeitlosigkeit der japanischen Seele repräsentieren: Jahrhunderte alte Sakurabäume zum Beispiel oder die Hände von japanischen Handwerkern, die als „lebender Nationalschatz“ traditionelle Kunstfertigkeiten fortführen und bewahren.

Dabei arbeiten Ito wie Geissler vollständig analog. Ito fotografiert auf Film, entwickelt und belichtet seine Photographien alle selbst. Seine bevorzugte Technik ist die Platin-/Palladiumtechnik angewandt auf speziell beschichtetem japanischen Washi-Papier. Die ausgestellten Prints zeigen verschiedene Sakurabäume, die als „nationale Denkmäler“ gelten und meist mehrere hundert Jahre alt sind. Diese Bäume werden mit Stangen gestützt, um die schweren Äste zu entlasten. Diese Motive strahlen in ihrer Gesamtheit und aufgrund der von Keiichi Ito gewählten Platin-/Palladiumtechnik eine zeitlose, in sich ruhende Ästhetik aus, die den Betrachter einlädt, sich mit den zahllosen Details der Motive zu beschäftigen und selbst zur Ruhe zu kommen.

Keiichi Itos Serie über Jahrhunderte alte Sakurabäume umfasst zehn Platin-/ Palladiumprints, die wir in Zusammenarbeit mit der Micheko Galerie aus München erstmals in Deutschland präsentieren.

aus Gimen no shitade; © Keiichi Ito

175 Jahre nach Vorstellung der Daguerreotypie, des ersten praxistauglichen Verfahrens der Photographie, widmet sich die Kölner schaelpic photokunstbar im Medienviertel rund um die Schanzenstraße im Laufe dieses Jahres mit einem Schwerpunktprogramm dem Jubiläum der Photographie. Im Zentrum stehen dabei vier Ausstellungen mit fünf Photokünstlern aus Wien, Tokyo, Köln und Basel, die mit alten und modernen Verfahren der Photographie künstlerisch arbeiten. Begleitet werden die Ausstellungen von einem Rahmenprogramm aus Workshops, Künstlergesprächen, Workshops und Filmabenden. (Aktuelles Gesamtprogramm unter www.schaelpic.de.)

Claus Dieter Geissler: Labyrinthe und Keiichi Ito: Gimen no shitade
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
19. Mai 2013 bis 21. August 2014
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)
Vernissage mit Live-Demonstration des Platin-Palladium-Verfahrens:
Freitag, 16. Mai 2014, ab 18.30 Uhr

 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

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