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Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2016 19. Oktober 2016

Posted by Martin Frech in Markt, Technik.
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Aktuell gibt es zwölf (zumindest dem Namen nach) verschiedene Baryt-Fotopapiere (kontrast­variabel, glänzend) auf dem deutschen Markt. Sieben davon werden — teils im Auftrag — von Harman in England produziert; der Rest kommt von Foma und Adox.
Die Preise sind in den letzten Jahren erfreulich stabil.

In einer Übersicht habe ich die Marktsituation abgebildet, mitsamt den Nettopreisen ausgewählter deutscher Lieferanten und den Preisänderungen gegenüber dem Vorjahr für die 24×30-Größe.

Martin Frech: Marktübersicht Baryt-Fotopapiere 10/2016

–> Download meiner Marktübersicht Barytpapiere 10/2016 (pdf-Datei).

–> Mission: analog ≠ retro

 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

Skia Photography: Posterdruck de luxe (aktualisiert) 23. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Technik.
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7 comments

Ist ein Handabzug vom Negativ — vom Photographen selbst oder von einem Laboranten seines Vertrauens in der Dunkelkammer ausgearbeitet — vergleichbar mit einem Druck vom digitalisierten Negativ?
Nein, das sind zwei verschiedene Dinge.

Im ersten Fall wird (kunst)handwerklich ein Unikat auf direktem Weg vom Kamera-Originalnegativ erarbeitet; im prinzipiell gleichen Prozess wie das Negativ entsteht das Positiv mit echten Halbtönen. Auch wenn mehrere Abzüge nacheinander angefertigt werden, ist jeder einzelne ein Unikat.
Im zweiten Fall wird das Negativ digitalisiert (in Bildpunkte zerlegt), der Datensatz bearbeitet, gerastert und in einem anderen Medium mit simulierten Halbtönen ausgegeben. Über den digitalen Umweg entstehen keine Unikate, höchstens beliebig viele Originale.

Unter der Überschrift Schwärzeste Kunst erschien kürzlich im Spiegel ein Text, dessen Autor Hilmar Schmundt diesen fundamentalen Unterschied übergeht und davon schwärmt, wieviel besser doch ein Offsetdruck sein kann im Vergleich zum Barytabzug.(1)
Der Artikel ist ein Werbetext für die Druckerei Benatzky (Hannover) und den Reproduktioner Dieter Kirchner (Berlin). Beide arbeiten mit einer optimierten Prozesskette von der Reproduktion über die Bildbearbeitung bis zum Offsetdruck um eine höhere Maximalschwärze im Vergleich zum Standard-Offsetdruck zu erzielen. Ihre so gedruckten Bilder haben einen höheren Kontrastumfang als im Bilderdruck üblich, dunklen Bildbereiche sind besser differenziert.

Der Qualitätssprung wird möglich durch Abweichungen von üblichen Offsetdruck-Standards: spezielle ICC-Profile für einen gegenüber dem Standard erweiterten Farbraum, spezielle Druckfarben, ein höherer Farbauftrag beim Drucken und eine ausgefeilte Druckmaschinentechnik. Voraussetzung ist natürlich eine angepasste Reproduktion der Vorlage.

Die Protagonisten nennen ihr Verfahren High Definition Skia Photography (HDSP) — ein anmaßendes Marketing-buzzword, hat das Verfahren doch gar nichts mit Photographie zu tun. (Skia ist das griechische Wort für Schatten; William Henry Fox Talbot nannte seine Photogramme sciagraphs.)

Mit HDSP kann eine Dichte von 3.0 erreicht werden — das sind beachtliche drei Blenden mehr als im Offsetdruck üblich; traditionelle Abzüge aus der Dunkelkammer erreichen eine Dichte von knapp 2.5, Tintenstrahldrucke liegen dazwischen.

Der oben angesprochene Unterschied zwischen handwerklicher Laborarbeit und dem Druck vom Datensatz wird augenfällig bei einem Blick auf die Drucktechnik. Kirchner/Benatzki drucken auf einer Industrie-Maschine (Speedmaster XL 162 von Heidelberger), die für eine Druckleistung von 15.000 Bogen pro Stunde ausgelegt ist.(2) Da ist es doch widersinnig, die Auflage aus markttaktischen Gründen auf 100 Exemplare zu begrenzen.

Sinnvoll genutzt ist das eine wunderbare Technik zur Herstellung von Photobüchern oder Postern.
Dass Kenner für einen Offsetdruck dem Barytabzug abschwören kann ich mir jedoch nicht vorstellen.

Haben Sie diesen Beitrag gerne gelesen? Mussten Sie schmunzeln oder haben Sie etwas Neues erfahren? –> So unterstützen Sie diesen blog.


(1) Schmundt, Hilmar: Schwärzeste Kunst. In: Der Spiegel, Nr. 21 vom 18.05.2009, S. 126-127
download via: http://www.benatzky.de/images/Spiegel_Benatzky.pdf (2009-05-23)
(2) http://www.heidelberg.com/www/html/de/content/products/sheetfed_offset/70×100/speedmaster_xl_145_162,overview?breadCrumbUsed=true (2009-05-31)

Nachtrag:
Inzwischen wird der Artikel auch vom Spiegel online angeboten (HTML, Druckversion und pdf-Datei):
hier: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=65414165 (2009-05-31)
und hier: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,627308,00.html (2009-05-31)
Der Netzwelt-Text ist gegenüber der Druckversion leicht modifiziert, jedoch leider nicht gehaltvoller — im Gegenteil; schon die Überschrift „Neue Technik zur Fotoentwicklung“ entlarvt den Autor.
Interessant ist jedoch die angebotenen Fotostrecke. Die Bilder 6, 7 und 8 zeigen anhand von Ausschnitten aus Manfred Hamms Bibliothèque Nationale Detail-Vergleiche zwischen einem Handabzug und einem Kirchner-Druck.