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In knapp einem Jahr soll es wieder Ektachrome-Filme geben. 5. Januar 2017

Posted by Martin Frech in Film, gute Idee, Markt.
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Das Jahr fängt gut an: Kodak Alaris hat anlässlich der CES 2017 (Consumer Electronics Show) mitgeteilt, dass die Produktion der Ektachrome-Filme wieder angefahren werden wird: #EktachromeIsBack.

Wow!

Der Retro-Trend hält also an — oder gibt es tatsächlich die Analog Renaissance, von der Kodak seit der Ankündigung der neuen Super-8-Kamera redet?

Ab dem vierten Quartal 2017 soll das Diamaterial in Kleinbild- und Super-8-Konfektionierung wieder erhältlich sein.
Da bekommen die Helden aus Ferrania ja mächtig Konkurrenz — allerdings versprechen die zusätzlich Rollfilme.

Screenshot von der Kodak-Website:

2017-01-05_ektachrome-kommt-zurueck

 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

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Die Materialfrage des Dia-Fotografen 4. Juli 2012

Posted by Martin Frech in Fotograf, Gedanken, Markt, Technik.
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Ole, ein Leser meines blogs, hat mich auf ein Interview mit Manfred Hamm aufmerksam gemacht, das auf Spiegel Online veröffentlicht wurde.(1)(2) Anlass für Hilmar Schmunds Fragen war die Eröffnung einer Ausstellung von Hamms Konzerthaus-Fotos in einem Kongress-Zentrum in Mannheim.

Als Foto-Pionier würde ich Manfred Hamm (geb. 1944) nicht bezeichnen. Mir ist er vor allem als Maschinen- und Architekturfotograf ein Begriff. Seine Bücher Tote Technik (1981) und Sterbende Zechen (1983) waren unter den ersten Fotobücher, die ich mir gekauft habe. Hamm ist bekennender Großformat-Fotograf, er arbeitet farbig und schwarzweiß — jedoch nur auf Film. Bildbeispiele finden Sie auf seinen Web-Seiten.(3)

Im Interview outet sich Manfred Hamm als Dia-Fotograf, der für Farbfotos ausschließlich mit den schon seit längerem nicht mehr erhältlichen Kodak-Ektachrome-Materialien EPD und EPY arbeitet; fast schon ein konzeptueller Ansatz. Hamms tiefgefrorene Vorräte sind nun beinahe aufgebraucht und Kodak produziert keine Diafilme mehr. Im Interview gibt Hamm das als Grund an, mit der (Farb-)Fotografie aufzuhören.

Jetzt würden mich Details interessieren, doch dafür ist Spiegel Online natürlich das falsche Forum.

Mein erster Reflex war die Frage, warum er nicht sein Konzept ändert und auf ein anderes Material umsteigt. Immerhin gibt es mit Fujis RDPIII noch ein letztes im 8×10-Format lieferbares Dia-Material; auch ein Wechsel auf Farbnegativ-Film wäre denkbar. Es ist also möglich, sich eine Tiefkühltruhe anzuschaffen und genügend frischen Farbfilm für spätere Projekte einzulagern.

Doch das Aufnahmematerial ist nur ein Aspekt der analogen Fotografie. Der Film muss ja auch entwickelt werden und Fachlabore schränken ihre entsprechenden Analog-Services zunehmend ein. Gut, sowohl E-6 als auch C-41 kann man im eigenen Labor entwickeln. Doch zum einen müssen die auf dem Gebraucht-Markt zwar erhältlichen aber ältlichen Maschinen regelmäßig gewartet werden — was auch nicht einfacher wird. Zum anderen ist die Prognose schwierig, wie lange die Chemie (v.a. für E6) noch lieferbar sein wird.

Zur Zeit ist die Film-Entwicklung also noch zu organisieren. Aber dann? Wie wird aus dem Dia ein Print? Die ILFORD Imaging Switzerland GmbH hat die Produktion der Ilfochrome-Materialien eingestellt. Die wenigen Labore, die überhaupt noch Dia-Vergrößerungen anbieten, können also nur noch kurze Zeit mit den Restbeständen arbeiten. Klassische Color-Vergrößerungen vom Negativ wird man wohl noch etwas länger bekommen können; in ausgesuchten Laboren. Wer seine Dias nicht als hinterleuchtete Originale präsentieren will (oder bei kleineren Formaten natürlich in der Projektion), dem bleibt daher nur der hybride Weg: digitalisieren und ausbelichten oder tintendrucken.

Ich weiß leider nicht, wie Manfred Hamm darüber denkt — zumal er wohl eher für Bücher arbeitet und mithin seine Fotos primär für die Auswertung via Reproduktion anfertigt. Und ich weiß auch nicht, wie die Prints für seine aktuelle Ausstellung entstanden sind.

Ich kann jedoch gut verstehen, wenn jemand, der die Möglichkeiten des Handwerks und die visuelle Kraft der sauber ausgearbeiteten handvergrößerten Unikate kennt, den hybriden Weg nicht gehen will. Und ich habe Respekt vor der künstlerischen Entscheidung, auf Grund der Material-Situation einfach nicht mehr farbig zu fotografieren.

Ein Hamm-bashing à la alter Mann kann nicht mehr mit der Zeit gehen, wie es aktuell durchs Web schwappt, finde ich dagegen respektlos und unangemessen.

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(1) Kommentar zu meinem Text Skia Photography: Posterdruck de luxe (aktualisiert). Online verfügbar: https://medienfrech.wordpress.com/2009/05/23/skia-photography-posterdruck-de-luxe/#comment-659 [2012-07-04]
(2) Foto-Pionier Manfred Hamm: „Digital ist doch alles eine Soße“. Online verfügbar: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fotograf-manfred-hamm-ueber-konzerthaeuser-und-digitale-fotos-a-837546.html [2012-07-04]
(3) Manfred Hamm Photography. Online verfügbar: http://www.hamm-photographie.com/index.html [2012-07-04]

thematisch passender Text auf NzPh: Gedanken zum Markt für Schwarzweissfilm (03/2008)

RIP Kodachrome 25. Juni 2009

Posted by Martin Frech in Geschichte, Technik.
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I got a Nikon camera / I love to take a photograph / So Mama, don’t take my Kodachrome away. (Paul Simon: Kodachrome, 1974)

Mama Kodak gab am 22.06.2009 den Stopp der Produktion des Kodachrome-64-KB-Films und damit das Aus von Kodachrome bekannt.(1) Das war das vorhersehbare Ende eines langen Abschieds. Der Rollfilm wird schon seit 1996 nicht mehr hergestellt, Kodachrome 25 starb 2002, Kodachrome 40 (als Super-8-Film) ging 2005 von uns und Kodachrome 200 wurde 2006 aufgegeben (alle zur Entwicklung im K-14-Prozess; die Kodachromes vor 1974 wurden anders entwickelt).

Ebenso vorhersehbar geht wieder ein Jammern durch die Feuilletons und blogs dieser Welt. Doch wenn alle, die jetzt klagen, fleißig Kodachrome-Dias photographiert hätten, würden wir nächstes Jahr wahrscheinlich den 75. Geburtstag dieser Ikone feiern.
Denn warum stoppt Kodak die im Prinzip seit 1935 laufende Produktion? Aus dem selben Grund, aus dem es keine Kodak-sw-Papiere und keine Polaroid-Materialien mehr gibt, aus dem selben Grund, warum ich nicht mehr auf Agfa-RSX photographieren und auf Agfa-MCC vergrößern kann usw: es lohnt sich nicht mehr, der Markt ist zu klein. Ein Prozent des Filmumsatzes der Firma kam zuletzt von den Kodachrome-Filmen; weltweit entwickelt nur noch ein Labor dieses Material.
Dass Kodak an diesem Niedergang auch eine Mitschuld trägt, sei hier jedoch nicht verschwiegen! Andererseits brachte die Firma in den vergangenen Jahren auch neue bzw. verbesserte Materialien auf den Markt und verspricht, weiterhin am Film-Markt interessiert zu sein — allerdings auf Kosten der Vielfalt.
Kodachrome ist ein kompliziertes Material — bei der Rezeptur, beim Guss und im Entwicklungslabor; Synergieeffekte in Verbindung mit der Produktion anderer Materialien sind nicht möglich.

Bekannte Werke der Photogeschichte wurden auf Kodachrome aufgenommen: sei es Abraham Zapruders Film von Kennedys Ermordung 1963, Ernst Haas‘ New-York-Bilder (Haas fand überhaupt erst mit Kodachrome zur Farbphotographie)(2) oder Steve McCurrys Porträt des Afghanischen Flüchtlingsmädchens, das 1985 als National-Geographic-Titelbild veröffentlicht wurde. Aber auch unzählige Meter Schmalfilm, die durch meine Kameras ratterten waren Kodachrome; so war ich einer der letzten Kunden, bevor Kodak 2006 die Filmentwicklung in der Schweiz schloss.

2006: Meine letzten Kodachrome 40 Super-8-Filmkassetten im Entwicklungsbeutel.
2006: Meine letzten Kodachrome 40 Super-8-Filmkassetten im Entwicklungsbeutel.
Photo © Martin Frech, Berlin

Steve McCurry wird im Kodak-Auftrag die letzten Rollen Kodachrome-KB-Film für das Firmenmuseum belichten. Welch ein Auftrag! Stellen Sie sich vor, Sie haben die letzte Rolle Kodachrome in Ihrer Kamera — was würden Sie aufnehmen?
Ich jedenfalls würde — mit meiner Nikon-Kamera (s.o.) — meine Familie porträtieren und abschließend Paul Simon zu einer Sitzung bitten.
Hallo Kodak …?
Ich kenne diese Situation. Eine kleine Auswahl gefällig? 127er-Diafilm (gab’s sogar mal als Kodachrome), Plus-X-110er-Kassetten, 4×5-Agfa-Scala, Kodak-Disc (ja, die Kamerabatterie funktioniert noch), Agfachrome 50S, Kodak HIE usw. usf.

Herbst 2006: Die entwickelten Kodachrome 40 Super-8-Filme sind zurück.
Herbst 2006: Die entwickelten Kodachrome 40 Super-8-Filme sind zurück.
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Kodachrome-Technik

Die Schichten des Kodachrome-Films enthalten im Gegensatz zu anderen Farbfilmen keine Farbkuppler.(3)(4) Mit der Belichtung werden tatsächlich RGB-Farbauszüge in drei s/w-Bildern aufgenommen. Erst durch die Entwicklung wird daraus ein Farb-Dia.
Durch die fehlenden Farbkuppler ist die Schicht des Kodachrome deutlich dünner als die anderer Farbfilme und der Kodachrome daher prinzipiell schärfer. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass auch lange überlagertes Material meist noch gute Ergebnisse liefert.

    Im Grundaufbau besteht der Kodachrome-Film aus vier Schichten:
  1. blauempfindliche Schicht
  2. Gelbfilter
  3. blau-grün empfindliche Schicht — Wegen des Gelbfilters wird jedoch nur grün aufgenommen.
  4. rotempfindliche Schicht

Kodachrome-Filme werden im Prozess K-14 entwickelt. Wer schon sw-Negative zu Dias umentwickelt hat, kennt das Prinzip. Wegen der drei Schichten, benötigt man hier drei Zwischenbelichtungen, an die sich jeweils die entsprechende Farbentwicklung anschließt.

    Ablauf:

  1. Entfernen der Lichthofschutzschicht
  2. sw-Erstentwickler (Die spektrale Empfindlichkeit jeder Schicht bleibt erhalten!)
  3. Blichtung mit rotem Licht durch die Trägerseite
  4. Farbentwicklung der Rot-Schicht zum Cyan-Bild
  5. Belichtung mit blauem Licht von oben (Der Gelbfilter ist noch vorhanden und schützt die blau-grün-empfindliche Schicht.)
  6. Farbentwicklung der Blau-Schicht zum Gelb-Bild
  7. Die Grün-Schicht wird chemisch „belichtet“ und zum Magenta-Bild farbentwickelt.
  8. bleichen, fixieren, wässern usw.

Die Entwicklungsanlagen sind entsprechend kompliziert und aufwendig in der Handhabung. Lange Zeit hat Kodak die Entwicklung daher exklusiv angeboten — die Filme wurden üblicherweise nur mit Entwicklungsgutschein verkauft. Zuletzt wurde dieses Geschäft jedoch an Dwayne’s Photo in Kansas/USA abgegeben, die nunmehr das weltweit einzige K-14-Entwicklungslabor betreiben. Dwayne’s wird die K-14-Entwicklung jedoch schon Ende 2010 einstellen.(5)

Soweit dazu. Nun werde ich zur Entspannung die Vinyl-Single mit Paul Simons Lied auflegen, ein altes Rundmagazin aus dem Schrank nehmen und in Ruhe ein paar Dias gucken.

(1) KODACHROME Discontinuation Notice: http://www.kodak.com/eknec/PageQuerier.jhtml?pq-path=15359&pq-locale=en_US (2009-06-24)
(2) „Ein Pionier der Farbe.“ In: Die Farbe. Time-Life Int., 1978 (= Life Die Photographie) S. 129-166
(3) Processing Steps. Processing Kodachrome Film. http://www.kodak.com/global/plugins/acrobat/en/service/Zmanuals/z50_03.pdf (2009-06-24)
(4) Marchesi, Jost J.: Handbuch der Fotografie. Band 3. 2. überarb. Aufl. Gilching, Verlag Photographie, 2005. S. 129 ff.
(5) http://www.dwaynesphoto.com/ (2009-06-24)

Schwarz-Weiß-Dia (Forts.) 8. September 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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In meiner Textskizze Der Weg zum Schwarz-Weiß-Dia habe ich die Entwicklung des chromogenen Schwarz-Weiß-Films Ilford XP2 Super im E6-Prozeß (Cross-Entwicklung) als eine Möglichkeit erwähnt, sw-Dias zu produzieren.
Inzwischen habe ich erste Tests durchgeführt.

Ilford XP2, E6-Entwicklung, Dias auf Leuchtkasten
Photo © Martin Frech

Testmotive: Architektur in kontrastreichem Licht
(Belichtungsreihen mit 27, 24 und 21° DIN)
normale E6-Entwicklung (jedoch doppelte Bleichbad-Zeit)

Ergebnisse:

  • Die Filmbasis ist nicht neutral, sondern leicht magentafarben.
  • Die Filmbasis hat eine Dichte von 0.3 — der belichtete Filmanfang erreicht eine Dichte von 1.9 (2.2).
    zum Vergleich die Werte des Kodak EBX (aus der gleichen Entwicklung): 0.14 und 3.26 (3.3)
  • Die Dias haben einen starken blau-grünen Farbstich.
  • Selbst die Belichtung mit einem E.I. von 21° DIN ist noch etwas knapp.
  • Der Kontrast ist zu gering.

Ein Testmotiv, als Farbdia gescannt:
Ilford XP2 zum Dia entwickelt
Photo © Martin Frech

Nach der Bearbeitung:
Ilford XP2 zum Dia entwickelt, bearbeitetes sw-Bild
Photo © Martin Frech

Mit etwas Bildbearbeitung kann man aus den so gewonnenen Dias zwar brauchbare Bilder erzeugen — wenn es nur darum ginge, könnte man sich den Umweg jedoch sparen.
Zum Projizieren taugen die Dias definitiv nicht. In einem weiteren Test werde ich den Film mit einem E.I. von 27° DIN belichten und um drei Blenden forciert entwickelt. Das sollte den Kontrast erhöhen und den Farbstich etwas mildern.
Ich denke jedoch nicht, daß ein cross-entwickelter XP2 jemals neutrale und kontrastreiche Schwarz-Weiß-Dias liefern wird.

Schwarz-Weiß-Dia 24. März 2007

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Für ein neues Randgebiete-Projekt beschäftigt mich das Thema Schwarz-Weiß-Dias. Der Text wird noch eine Weile auf sich warten lassen, da vor allem der praktische Teil recht zeitaufwendig ist. Im Folgenden veröffentliche ich vorab eine Text-Skizze, quasi mein Leitfaden für das Vorhaben. Wer Lust hat, dazu etwas beizutragen — seien es Gedanken oder Bildbeispiele — ist hiermit herzlich zur Mitarbeit eingeladen (Kontakt).

Der Weg zum Schwarz-Weiß-Dia
von Martin Frech, März 2007/September 2007

Prinzipiell läßt sich jeder sw-Negativfilm zum Diafilm verarbeiten; ideal sind Filme mit einem möglichst klaren Träger. Es gibt auch sw-Filme, die speziell für die Verarbeitung zum Dia vorgesehen sind (z.B. Fomapan R 100) und solche, bei denen die „normale“ Entwicklung direkt zum Dia führt (z.B. Rollei Slide Direct). Darüberhinaus können weitere Techniken zielführend sein.

1. Umkehrentwicklung

1.1 Prinzip der Umkehrentwicklung

Der übliche Weg, der mit allen Negativfilmen funktioniert, ist die Umkehrentwicklung in folgenden Schritten(1) (für Ilford-Produkte ausführlich erklärt in (2)):

– Erst-Entwicklung zum Negativ
– Bleichen und Klären (das entwickelte Silber lösen)
– Nachbelichten (mit Licht oder chemisch: restliches Silber aktivieren)
– Zweitentwicklung
– Fixieren (wäre zwar theoretisch nicht nötig, in der Praxis ist aber immer noch ein bißchen Silber vorhanden)

1.2 Verfügbare Umkehrprozesse

Der Film Agfa Scala (1995 eingeführt) ist 2007 noch in Restbeständen auf dem Markt, einige wenige Labore verarbeiten ihn noch (lizenzpflichtiger Hochtemperaturprozess), nach Erfahrungsberichten in diversen Internet-Diskussionsforen jedoch nicht mehr immer mit optimalen Ergebnissen.
Alternative: Scala mit der Foma-Umkehrchemie (s.u.) entwickeln, Prozessablauf siehe (3)

Seit 1999 bietet das Labor dr5-chrome in Denver, Colorado/USA die Filmentwicklung im eigenen dr5-Prozess an, mit dem die meisten sw-Filme umkehrentwickelt werden.(4) Die auf der Web-Site publizierten Ergebnisse sehen sensationell aus (http://www.dr5.com/filmtests.html).

Zur Photokina 2006 hat Klaus Wehner die „Umkehrentwicklung nach Wehner“ als kommerziellen Service angekündigt (http://www.schwarzweiss-dia.de/), bislang jedoch nur für den Foma Pan R 100; der Service soll auf andere Filme erweitert werden.

Für Selbstverarbeiter gibt es spezielle Chemiesätze am Markt: von Kodak(5) (für T-Max 100), von Tetenal (2007 nicht mehr am Markt) und von Foma(6) (für Fomapan R 100, nur KB). Die Chemie funktioniert natürlich auch für andere Filme.

Die Zutaten für die Umkehrentwicklung von sw-Filmen sind kein Geheimnis, entsprechende Rezepte zum Selberansetzen findet man in der einschlägigen Literatur.

2. Direktpositivverfahren

Dieses Verfahren entwickelt Filme direkt zum Dia. Die Filme sind vom Hersteller vorbelichtet bis zum Beginn der Solarisation. Beim Photographieren nutzt man die Schicht im Bereich der Solarisation (Überbelichtungen sind daher nicht möglich). Die Empfindlichkeit dieser Filme ist gering, der Rollei Slide Direct hat zum Beispiel einen E.I. von ISO 10/20, je nach Entwickler.(7)

3. Weitere Techniken, die zum sw-Dia führen

3.1 Chromogene sw-Filme cross-entwickeln im E6-Prozess

Der unmaskierte Ilford XP2 SUPER mit seinem klaren Träger ist eventuell geeignet.
Testergebnisse: deutlich reduzierte Empfindlichkeit, Farbstich, geringer Kontrast.
Siehe dazu meinen Text Schwarz-Weiß-Dia (Forts.).

3.2 sw-Neg. umkopieren

(Repro oder Kontaktkopie) auf Dup-Film (z.B. auf EASTMAN Fine Grain Release Positive Film 5302/7302(8))

3.3 Modifizierter E6-Prozess

Im 3-Bad-Prozess wird der Farbentwickler gegen einen Toner getauscht(9)
Von Polaroid gab es den Polapan reversal film, ich weiß jedoch nicht, ob der auch in diese Kategorie fällt.

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4. Literatur

(1) Junge, Karl-Wilhelm u. Hübner, Günter: Fotografische Chemie. Aus Theorie und Praxis. 5., verb. Aufl. Leipzig: Fotokinoverlag, 1989. S. 70 ff.
(2) „APPLICATION SHEET REVERSAL PROCESSING USING ILFORD BLACK & WHITE FILMS TO MAKE MONOCHROME TRANSPARENCIES“. Ilford-Publikation. September 2003. pdf-Datei online via: http://www.ilfordphoto.com/applications/page.asp?n=90&t=Developing+Black+and+white+film (2007-03-23)
(3) Hilgert, Michael W. und Rohleder, Roman J.: „‚Kehrt um!‘ – AGFA Scala in Heimarbeit“. WWW-Dokument. August 2004. Online: http://www.fotoespresso.de/SW-Magazin/swmag_leser_09.htm (2013-07-28)
(4) „This page was created to further explain the dr5 process“. WWW-Dokument. Ohne Datum. Online: http://www.dr5.com/tech.html (2007-03-23)
(5) „KODAK PROFESSIONAL T-MAX 100 Direct Positive Film Developing Outfit“. Kodak-Publikation J-87. WWW-Dokument. November 2003. Online: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/j87/j87.jhtml?_loopback=1
(2007-03-23)
(6) „Processing set for FOMAPAN R100“. pdf-Dokument. November 2003. Online via: http://www.foma.cz/en/catalogue-processing-set-for-fomapan-r100-detail-440 (2013-07-28)
(7) „Dia? Aber bitte direkt!“. pdf-Datei. September 2006. Online: www.mahn.net/DL_MAHN/DiaDirec.pdf (2007-03-23)
(8) „EASTMAN Fine Grain Release Positive Film 5302/7302“. Kodak-Publikation H-1-5302. WWW-Dokument. 1997. Online: http://www.kodak.com/US/en/motion/products/lab/5302.shtml (2007-03-23)
(9) Garous, Mikhail: „A Method for Monochrome Transparency Processing“. WWW-Dokument. Ohne Datum. Online: http://www.profotos.com/education/promag/articles/monotrans/index.shtml (2007-03-23)