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Marktübersicht Farbnegativ-Filme (Aug. 2016) 28. September 2016

Posted by Martin Frech in Ärgernisse, Film, Markt.
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Im Zuge der Vorbereitungen für einen Workshop habe ich mir kürzlich eine Übersicht verschafft über die noch erhältlichen Farbnegativ-Filme für die bildmäßige Fotografie.
Auf den ersten Blick sieht das Angebot angenehm vielfältig aus. Klammert man jedoch den Junk aus und benötigt zusätzlich zu den Kleinbild- auch Roll- bzw Planfilme, sieht’s düster aus:
Fuji hat den Pro 160 kürzlich abgekündigt. Nun liefert nur noch Kodak 4×5″- bzw. 8×10″-Blattware; für brutto je etwa 5 € bzw. 25 € je Blatt.

Martin Frech, NzF: Marktuebersicht Farbnegativ-Filme (Aug. 2016)
 

–> Shoot film, don’t kill it: http://www.savefilm.org/

 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro 15. August 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Schwarzweiß-Vergrößerungen mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

  1. Rollei Digibase CN200 Pro (1)
  2. Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests (2)

Wie ich schon im ersten Beitrag dieser kleinen Serie angemerkt habe, ist das kein kontrollierter und abgesicherter Labortest. Durch die Werbung darauf aufmerksam geworden, war ich einfach an dem Film interessiert und habe diesen daraufhin untersucht, ob und wie er für meine Belange taugt.

Pamukkale, Rollei Digibase CN 200 Pro
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, Scan vom Negativ

Photo © Martin Frech, Berlin

Pamukkale Rollei, Digibase CN 200 Pro, Ilford MG IV
Ruine des Pamukkale-Brunnens in Berlin-Kreuzberg (Juli 2008)
auf Rollei Digibase CN 200 Pro, vergrößert auf Ilford MG IV (entwickelt in Tetenal Variospeed W), Scan vom Print

Photo © Martin Frech, Berlin

Farbnegative und sw-Photopapier

Ein Argument für die Verwendung des Rollei Digibase CN 200 Pro als Kamerafilm ist, dass die Negative gut für die Herstellung von klassischen sw-Vergrößerungen auf übliches Gradationswandelpapier geeignet seien.

Prinzipiell kann man natürlich auch orange maskierte Farbnegative im sw-Labor vergrößern. Das übliche sw-Photopapier ist jedoch unsensibilisiert, also nur UV- und blauempfindlich (festgraduiertes Papier) bzw. zusätzlich grünempfindlich (kontrastvariables Papier). Panchromatische Photopapiere wie Kodak Panalure(3) sind m.W. nicht mehr im Handel. Daher entsprechen die Tonwerte der Vergrößerung eines Farbnegativs meist nicht denen des aufgenommenen Motivs (man könnte allerdings versuchen, dies durch einen Blaufilter zu korrigieren). Außerdem sind die Belichtungszeiten wegen der Maske deutlich länger als bei sw-Negativen.

Laut Vertrieb unterscheidet sich der Rollei Digibase CN 200 Pro sowohl durch die fehlende Maske von allen anderen Farbnegativfilmen, als auch durch eine andere spektrale Sensibilisierung im Rotbereich. Leichte Unterschiede zu dem von mir gerne verwendeten Kodak Portra 160NC sind denn auch in den publizierten Kurven erkennbar:

Sensibilisierung Digibase-Portra
Spektrale Empfindlichkeiten
li: Rollei Digibase CN 200 Pro; re: Kodak Portra 160NC
(Screenshots aus den jeweiligen Datenblättern)

Mein Test

Ich habe ausprobiert, wie sich die Prints von auf sw-Papier vergrößerten Farbnegativen hinsichtlich der Grauwertumsetzung unterscheiden, wenn jene mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro bzw. einem maskierten Farbnegativfilm aufgenommen wurden.

Tests zur Kontraststeuerung mittels Gelb-/Magenta-Filtern habe ich ebensowenig unternommen wie einen Versuch, die Eignung des Splitgrade-Rechners für den Rollei-Film herauszufinden.
Den Vergleich der Farbnegativfilme mit einem klassischen sw-Film habe ich nur mit Testtafel-Bildern gemacht.

Als Referenz für die Darstellung der Farben als Grauwerte dient mir die Sensibilisierung eines modernen Schwarzweißfilms. Ohne großen Aufwand habe ich bei ansonsten identischen Bedingungen Farbtafeln mit einem sw-Film, einem maskierten Farbnegativfilm und dem Rollei Digibase CN 200 Pro aufgenommen.

Parameter für die Aufnahmen der Testtafeln:

  • Tageslicht
  • Micro-Nikkor 2.8/55 mm
  • Ilford Delta 400, EI 200, manuell in der Dose entwickelt mit Ilford Perceptol 1+0
  • Rossmann HR 200, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)
  • Rollei Digibase CN 200 Pro, EI 200, entwickelt im Standard C-41-Prozess (Fachlabor)

Die Negative habe ich dann im sw-Labor vergrößert.

Parameter für die Ausarbeitung im sw-Labor:

  • Schneider Componon-S 4/80 mm
  • Ilford MG IV RC glänzend
  • Moersch 4 SE Neutral 1+14

Grau-/Farbkeil Delta 400
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Grau-/Farbskalen
Munsell-Farben
zum Vergleich: die Farben farbig

Ilford Delta 400 EI 200 Perceptol
Ilford Delta 400, EI 200, Perceptol | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Print

Rollei Digibase CN 200 Pro
Rollei Digibase CN 200 Pro | Scan vom Negativ

Rollei Digibase auf Ilford MG IV
Rollei Digibase CN 200 Pro | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200 | Scan vom Negativ

Rossmann HR 200 auf Ilford MG IV
Rossmann HR 200 | Vergrößerung auf Ilford MG IV | Scan vom Print

Die m.E. harmonischste Grauwertumsetzung der Farben erreicht der dezidierte sw-Film. Wenig überraschend ist auch, dass die Negative des Rollei-Digibase-Films besser geeignet sind für die Ausarbeitung im sw-Labor als die eines konventionellen Farbnegativfilms: die Belichtungszeit für die Digibase-Negative beträgt nur etwa ein Viertel der Zeit, die für maskierte Negative nötig ist; außerdem erscheint die Farbskala bei den Digibase-Prints insgesamt differenzierter umgesetzt als bei den Abzügen vom konventionellen Farbnegativ. Ob es korrekt ist, die Farbumsetzung des Rollei-Films als „tonwertrichtig“ zu charakterisieren und als „dokumentenecht“ (was immer das sein soll), will ich hier nicht beurteilen. Nimmt man einen klassischen sw-Film als Maßstab, stimmt es jedoch nicht.

Und?

Ich habe mich intensiv mit dem Rollei Digibase CN 200 Pro beschäftigt (ausgelassen habe ich das analoge Farbvergrößern der Negative; das bleibt als Thema für meinen vierten Text in dieser Serie).
Der Rollei Digibase CN 200 Pro ist ein interessanter Film — ich habe das in meinem ersten Beitrag schon geschrieben.(1)
Mein Fazit ist, dass ich diesen Film für die Alltagsarbeit nicht benötige, ihn jedoch bestimmt irgendwann projektbezogen wegen des speziellen „Looks“ einsetzen werde — dann aber nicht zum scannen, sondern um die Negative analog farbig zu vergrößern.
Ich erwarte nicht, dass es für mich Anwendungen gibt, für die die Archivfestigkeit des PET-Trägers ein Argument ist.
Das Hybrid-Argument gilt für mich ebenfalls nicht. Als „Farbfilm für jeden Tag“ ist mir der Rollei Digibase CN 200 Pro in der Farbdarstellung zu ungenau, auch zu klumpig („körnig“) und wenn ich schwarzweiß arbeite, bevorzuge ich konventionelle sw-Filme.

Haben Sie diesen Beitrag gerne gelesen? Mussten Sie schmunzeln oder haben Sie etwas Neues erfahren? –> So unterstützen Sie diesen blog.

(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar:
https://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-15)
(2) Martin Frech: Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests. Online verfügbar:
https://medienfrech.wordpress.com/2008/08/13/rollei-digibase-cn-200-pro-weitere-tests/ (2008-08-15)
(3) KODAK PROFESSIONAL PANALURE SELECT RC Paper. online verfügbar: http://www.kodak.com/global/en/professional/support/techPubs/g27/g27.jhtml (2008-08-15)

Rollei Digibase CN 200 Pro | weitere Tests 13. August 2008

Posted by Martin Frech in Markt, Randgebiete-Projekt, Technik.
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Rollei Digibase CN 200 Pro — ein weiterer Filmtest
Text und Bilder © Martin Frech, August 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Rollei Digibase CN 200 Pro
Hinweis in der Spree, Berlin
auf Rollei Digibase CN 200 Pro

Photo © Martin Frech, Berlin

Im Februar habe ich für mich den Rollei Digibase CN 200 Pro (135-36) aus dem Hause Maco getestet und meine Ergebnisse hier im Randgebiete blog veröffentlicht.(1) In den letzten Monaten wurde mein Text in den unterschiedlichsten Diskussionsforen zu diesem Thema zitiert und teilweise kontrovers beurteilt. Um einige für mich noch offene Fragen zu klären habe ich nun weitere Tests durchgeführt.
Maco hat zwischenzeitlich den Preis für eine KB-Rolle etwa um die Hälfte gesenkt, im 5er-Pack kostet diese jetzt knapp vier Euro. Außerdem wurde das Info-pdf dahingehend überarbeitet, dass darin nicht mehr von einem monochromen sw-Film die Rede ist, sondern dieser korrekt als unmaskierter Farbnegativfilm bezeichnet wird.(2)

Für meinen ersten Test habe ich den Rollei-Film gegen den Fujicolor Superia 100 getestet (jeweils KB). Das brachte mir die berechtigte Kritik ein, es sei unseriös, einen 200-ASA-Film mit einem 100-ASA-Film zu vergleichen.
Für meinen zweiten Test (ebenfalls im Kleinbild-Format) habe ich mir daher einen 200-ASA-Farbnegativfilm gekauft, den Rossmann HR 200. Dieser kostete im Doppelpack im gleichnamigen Drogeriemarkt knapp 90 Cent pro Film.

Als Grund für das in meinem ersten Test aufgetretene Problem mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren hat ein Leser eine fehlerhafte Entwicklung vermutet, bei der Restsilber in der Schicht verblieben sein könnte. Meine Filme des ersten Tests habe ich damals in einem Fachlabor entwicklen lassen (opaque, Berlin). Die Filme dieses zweiten Tests wurden nun in einem anderen Fachlabor entwickelt (Pixel Grain, Berlin). Das Problem ist wieder aufgetreten und ich kann mir nicht vorstellen, dass beide Labore unabhängig voneinander derartige Probleme mit ihrem Standard-C-41-Prozess haben.

Aufnahmen jeweils mit Nikkor 2.8/135 mm, vom Stativ, mit Fernauslöser
Digitalisierung jeweils mit dem Scanner Nikon Super Coolscan 4000 ED und dem Scanprogramm Nikon Scan 4, Farbnegativ-Modus, automatische Belichtung, ohne und mit ICE
Alle 100%-Ausschnitte sind ohne nachträgliche Bearbeitung verlustfrei als png-Dateien gespeichert.

Rollei Digibase CN 200
Rollei Digibase CN 200 Pro

Rossmann HR 200
Rossmann HR 200

Rollei Digibase CN 200, ohne ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200, mit ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, ohne ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, mit ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rollei Digibase CN 200, ohne ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rollei Digibase CN 200, ICE
Rollei Digibase CN 200 Pro, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Rossmann HR 200, ohne ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, ohne ICE

Rossmann HR 200, mit ICE
Rossmann HR 200, 100%-Ausschnitt aus 4000-dpi-Scan, mit ICE

Fazit

  • Der Vertrieb bewirbt den Rollei Digibase CN 200 Pro als einen Film mit sehr gutem Auflösungsvermögen und sehr feinem Korn. In meinen Tests konnte ich das nicht nachvollziehen.
  • Der Rollei Digibase CN 200 Pro eignet sich m.E. nicht für das Scannen mit dem Digital-ICE-Korrekturverfahren des Nikon Super Coolscan 4000 ED mit der Software Nikon Scan 4.
  • Der Rossmann HR 200 ist ein guter Farbnegativfilm mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

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(1) Martin Frech: Rollei Digibase CN200 Pro. Online verfügbar: https://medienfrech.wordpress.com/2008/02/27/rollei-digibase-cn200-pro/ (2008-08-12)
(2) Rollei Digibase (R) CN 200 Pro, Stand Juli 2008. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/ROLLEI_Digibase_060308_dt.pdf (2008-08-12)

Rollei Digibase CN200 Pro 27. Februar 2008

Posted by Martin Frech in Randgebiete-Projekt, Technik.
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Rollei Digibase CN200 Pro — ein Filmtest
Text und Bilder © Martin Frech, Februar 2008 (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Brückenlager
Brückenlager
Photo © Martin Frech, Berlin

Die Maske beim typischen Farbnegativfilm

Ein Farbnegativfilm ohne die inzwischen typische orangefarbene Maskierung war mit dem Agfacolor CN zuletzt in den 1960er-Jahren auf dem Markt. Farbrichtige Vergrößerungen von diesen Negativen waren die Ausnahme. Der Grund ist, dass die farbempfindlichen Schichten im Film das Licht nicht schmalbandig genug absorbieren. So entstehen bei der Belichtung Nebendichten in anderen Farbbereichen; beim Umkopieren auf das Positivmaterial setzt sich der Fehler fort, da auch dieses Material prinzipiell mit dem selben Fehler behaftet ist. Es entstehen entsättigte Bilder mit fehlerhaften und verschwärzlichten Farben.
Dieses Problem wurde bei allen späteren Farbnegativfilmen weitgehend gelöst durch entsprechende rote und gelbe Filterschichten im Film, die sich nach der Entwicklung als orangefarbener Schleier zeigen. Das ist bis heute so.

Rollei Digibase CN200 Pro

Nun gibt es wieder einen maskenlosen Farbnegativfilm. Maco vertreibt diesen unter dem Namen Rollei Digibase CN200 Pro als Rollfilm (135/120). Angeblich ist das ein umkonfektionierter Luftbildfilm der belgischen Firma Agfa-Gevaert.

Rollei Digibase CN200 Pro 135-36
Rollei Digibase CN200 Pro 135-36
Photo © Martin Frech, Berlin

Technische Daten:

  • unmaskierter Farbnegativfilm für den C-41-Prozess
  • Nennempfindlichkeit 24 °DIN
  • angeblich transparenter Träger aus Polyester

Belastbare technische Informationen sind nicht veröffentlicht. Von Maco gibt es lediglich einen Werbezettel als pdf-Datei(1) mit rudimentären Informationen zu diesem Film, der allerdings kritisch beurteilt werden muss. Heißt es darin doch schon auf der Titelseite fälschlicherweise, es handele sich beim Rollei CN200 um einen Schwarzweiss-Film für den C-41-Prozess; das ist Unfug.

Maco nennt vor allem zwei Vorteile dieses Films gegenüber den Konkurrenzprodukten:

  • Durch die fehlende Maske lassen sich die Negative im sw-Labor einfacher Vergrößern.
  • Die Polyesterunterlage ist maßhaltig und archivfest.

Daneben wird der Film als hochempfindlich (bei 200 ASA!) und hochauflösend beworben und sei durch die fehlende Maske gut zum Scannen geeignet. Durch entsprechendes Filtern könne man zudem auch gute Farbvergrößerungen herstellen.

Das klingt für mich doch alles etwas bemüht:

  • Unabhängig von gestalterischen Fragen: Da es kein panchromatisches sw-Photopapier mehr gibt, ist die Eignung fürs sw-Labor eine für mich uninteressante Eigenschaft. (Wer aus praktischen Gründen einen chromogenen sw-Film sucht, ist m.E. mit Ilfords XP2 Super bestens bedient.(2))
  • Ich habe keine Probleme mit dem Scannen von maskierten Negativfilmen.
  • Es gibt einige hervorragende und wirklich hochempfindliche Farbnegativfilme auf dem Markt.

Bleiben die Polyesterunterlage als Argument und eventuell bildwirksame Eigenschaften jenseits der technischen Parameter.
Also habe ich mir einige Rollen gekauft und den Film für mich getestet.

Meine Beobachtungen

Rollei-CN200-Negativ
Die Munsell-Farbtafel (X-Rite ColorChecker) als Negativ des Rollei Digibase CN200 Pro 135.
Photo © Martin Frech, Berlin

  • Der Träger ist mitnichten klar, sondern grau. Ich habe eine Dichte (= log O) von D=0.4 gemessen.

Lichtleitung beim Rollei CN200
Filmanfänge zweier Rollei Digibase CN200 Pro 135
Photo © Martin Frech, Berlin

  • Die Polyesterunterlage wirkt als Lichtleiter. Legt man den Film nicht sehr lichtgeschützt in die Kamera ein, sind die ersten Bilder unbrauchbar. Den unteren der beiden oben abgebildeten Filme habe ich bei Sonnenschein im Körperschatten eingelegt, die ersten sechs Bilder sind vorbelichtet.

Vergleich Fujifilm Superia 100 mit Rollei CN200
Parallel angefertigte Vergleichsaufnahmen auf Fujifilm Superia 100 und Rollei Digibase CN200 Pro 135.
Photo © Martin Frech, Berlin

Ich habe keinen Labortest durchgeführt, sondern den Film auf seine Alltagstauglichkeit für mich untersucht. Unter anderem habe ich zwei identische Kleinbild-Kameras nebeneinander montiert (mein Aufbau für Stereo-Aufnahmen) und unterschiedliche Motive gleichzeitig auf Fujifilms Fujicolor Superia 100 und Macos Rollei Digibase CN200 Pro belichtet (E.I. 100 bzw. 200 ASA; 2 x Nikkor 2.0/35mm). Weitere Aufnahmen habe ich mit dem AF Nikkor 1.8/85mm D sowie dem AF Nikkor 1.4/50mm D angefertigt.

  • Den Rollei-Film konnte ich erwartungsgemäß problemlos scannen, ebenso wie den Fuji-Film.

Das ganz oben gezeigte Eingangsbild ist vom Rollei-Film. Unterschiede zum Fuji-Film werden vor allem an den Bildausschnitten deutlich.
Alle Scans für diesen Test habe ich mit dem Nikon Super Coolscan 4000 ED und dem Programm Nikon Scan 4 im Farbnegativ-Modus ohne ICE hergestellt (sofern nicht anders vermerkt). Die Detailbilder sind unbearbeitete 100%-Ausschnitte aus den 4000-dpi-Scans (unkomprimierte .png-Dateien).
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, 100%-Ausschnitt
Rollei Digibase CN200 Pro

Superia 100, 100%-Ausschnitt
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200, 100%-Ausschnitt
Rollei Digibase CN200 Pro

Superia 100, 100%-Ausschnitt
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200
Rollei Digibase CN200 Pro

Fujifilm Superia 100
Fujifilm Superia 100

Rollei CN200, Detail
Rollei Digibase CN200 Pro

Fujifilm Superia 100, Detail
Fujifilm Superia 100

Kompatibilität zur Infrarot-Staubentfernung (Digital ICE)

Rollei CN200
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan ohne ICE

Digital ICE (Digital Image Correction and Enhancement) ist ein Korrekturverfahren, das durch einen dem eigentlichen Scan vorhergehenden Infrarot-Scan Staub und Kratzer auf der Filmoberfläche erkennt. Diese Defekte werden dann durch die Scansoftware aus dem eigentlichen Bild herausgerechnet. Dabei gehen jedoch im gesamten Bild Details verloren.
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, Detail
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan ohne ICE

Rollei CN200, Detail, mit ICE
Rollei Digibase CN200 Pro, Scan mit ICE

Fuji Superia 100, Detail
Fujifilm Superia 100, Scan ohne ICE

Fuji Superia 100, Detail, mit ICE
Fujifilm Superia 100, Scan mit ICE

Fazit

  • Der CN200 hat eine deutlich eigene Farbanmutung, die mich etwas an 70er-Jahre-Farbbilder erinnert. Im Gegensatz dazu wirkt der Superia eher neutral.
  • Auffallend ist, dass es sich beim Rollei Digibase CN200 Pro um einen deutlich „körnigen“ (farbklumpigen) Film handelt. Das passt zwar gut zu dessen Farbigkeit — der Maco-Werbezettel verspricht jedoch einen RMS-Wert von 7; das entspräche der Körnigkeit eines Fujifilm Astia 100F.(3) Das kann ich visuell nicht bestätigen.
  • Der CN200 bildet die Farbklumpen sehr scharf ab, das gefaellt mir bei manchen Motiven durchaus.
  • Durch das Digital-ICE-Korrekturverfahren gehen bei den Scans vom CN200 insgesamt mehr Details verloren als beim Superia 100 — ein für mich überraschender Befund. Liegt das eventuell an der rückseitigen Beschichtung, die Interferenzfarben entgegenwirken soll?

Wohlgemerkt: Der Rollei Digibase CN200 Pro wird nicht als Film zum Erzielen eines bestimmten „Retro-Looks“ beworben, sondern als hochauflösender und feinkörniger Spitzenfilm zum Preis von über 8 Euro pro Rolle KB-Film angeboten. Diese Charakterisierung ist nach meiner Einschätzung übertrieben. Dennoch finde ich es gut, dass Maco diesen Film auf den Markt gebracht hat. Im Schwarzweiß-Segment haben wir ja auch die Bandbreite von sehr grobkörnig bis hin zum fast schon digital-glatt anmutenden Acros.
Für Bilder mit der spezifischen Anmutung des CN200, die wohl kein anderer zur Zeit erhältlicher Film vergleichbar produziert, ist er mir eine willkommene Ergänzung im photographischen Werkzeugkasten.

Sollte es sich beim Rollei Digibase CN200 Pro tatsächlich um einen aktuellen Luftbildfilm handeln, gibt es dazu vom Hersteller handfeste technische Informationen. Diese sollte Maco publizieren (vielleicht wurde aber auch nur ein lange vergessenes Kühlhaus geräumt).

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Literatur

(1) Rollei Digibase (R) CN 200 Pro, Stand September 2007. Online verfügbar: http://www.maco-photo.de/files/images/ROLLEI_DigibaseCN200_dt.pdf (2008-02-26)
(2) Informationen zum XP2 sind online verfügbar: http://www.ilfordphoto.com/products/product.asp?n=11&t=Consumer+%26+Professional+Films (2008-02-27)
(3) zum RMS-Wert siehe meine entsprechende Notiz hier im Randgebiete-blog: https://medienfrech.wordpress.com/2006/08/19/nachfolger-fur-provia-400f/

Anhang: Weitere Beispielbilder vom Rollei Digibase CN200 Pro
wie oben jeweils unbearbeitete 100%-Ausschnitte von 4000-dpi-Scans;
alle Photos © Martin Frech, Berlin

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail

Rollei CN200, Detail