jump to navigation

bald ist es wieder soweit: am 30. April 2017 ist Worldwide Pinhole Photography Day 27. März 2017

Posted by Martin Frech in Events.
Tags: , , , ,
add a comment

Ankuendigung Worldwide Pinhole Photography Day 2017
Grafik: Mathias Berkenkamp; fix: Martin Frech

Das nasse Kollodiumverfahren — eine fotohistorische Verortung 17. März 2014

Posted by Martin Frech in Fotoausstellung, Geschichte, schaelpic photokunstbar, Technik.
Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,
5 comments

Am vergangenen Freitag haben wir mit einer Vernissage die Ausstellung Transformation — vom Damals ins Heute | moderne Wetplate Photographie mit Bildern von Stefan Sappert eröffnet. Noch bis Mai  2014 sind die Fotografien in der schaelpic photokunstbar in Köln zu sehen (–> Info zur Ausstellung).

Zur Einführung in die Ausstellung habe ich das nasse Kollodiumverfahren im Kontext einer Überblicksdarstellung der Fototechnik-Geschichte des 19. Jahrhunderts erläutert:

Das nasse Kollodiumverfahren — eine fotohistorische Verortung
© 2014 Martin Frech, Notizen zur Fotographie (NzF) (Kontakt)
Nachdruck oder Nutzung im Internet (vollständig oder teilweise) bitte nur nach vorheriger Rücksprache

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Verortung

In meinem kurzen Vortrag werde ich das nasse Kollodiumverfahren in die Technikgeschichte der Fotografie einordnen. Dazu werde ich die groben Linien der Fototechnik-Entwicklung (hier ohne Optik und Apparate) bis zum Ende des 19. Jahrhunderts skizzieren und die wesentlichen Arbeitsschritte des Nassplatten-Verfahrens kurz erklären — Stefan Sappert wird es Ihnen im Anschluss praktisch vorführen.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Verortung | Camera obscura

Die Fotografie wurde nicht plötzlich erfunden. Es war vielmehr eine Entwicklung, die ab dem späten 18. Jahrhundert von vielen Tüftlern international vorangetrieben wurde, oft wussten diese nicht einmal voneinander.

Bei der Entwicklung der Fotografie ging es darum, die Bilder der Camera obscura automatisch und dauerhaft festzuhalten.

Die Camera obscura — auch Lochkamera genannt — ist ein lichtdichter Kasten mit einem kleinen Loch oder einer Sammellinse.
Die Umgebung vor der Öffnung der Camera wird durch das Loch auf die Rückwand projiziert.

Die Camera obscura ist schon lange in Gebrauch. Wahrscheinlich kannten schon unsere Vorfahren in der Altsteinzeit das Prinzip; von Aristoteles stammt die erste schriftliche Überlieferung.
Künstler und Wissenschaftler haben spätestens seither intensiv mit der Lochkamera gearbeitet.
Der Nachteil war, dass die gesehenen Bilder eben nur abgezeichnet werden konnten.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | Vorarbeiten

Chemiker haben im Laufe der Zeit viele lichtempfindliche Substanzen gefunden.

Den Effekt der Strahlungsenergie kennen wir alle aus dem Alltag: unter Lichteinfluss vergilbt Papier, Farben bleichen aus oder Vitamine zersetzen sich.

Wichtig für die Fotografie ist das Silbernitrat (und die damit hergestellten Silberhalogenide). Seine Lichtempfindlichkeit wurde im 18. Jh. entdeckt.

Von nun an arbeiteten viele Tüftler an der Erfindung dessen, was wir heute „Fotografie“ nennen.

Thomas Wedgwood gelangen noch im 18. Jahrhundert erste Bilder auf Silberbasis, die er jedoch nicht stabilisieren/fixieren konnte.
Das Fixieren der Bilder war ein Hauptproblem aller Foto-Pioniere — ihre Bilder hielten nicht lange, wir kennen sie nur aus den schriftlichen Beschreibungen.
Einen brauchbaren Fixierer fand erst William Herschel 1839.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | Heliographie

Joseph Nicéphore Niépce war der erste, dem ein dauerhaftes Bild nach jahrelangen Forschungen gelang: 1826 fertigte er mit dem Blick aus seinem Arbeitszimmer die erste bis heute erhaltene Fotografie an.

Sein Verfahren — die Heliografie — basierte allerdings nicht auf Silber.
Niépce arbeitete mit einer asphaltbeschichteten Metallplatte, die er stundenlang belichten musste. Für Portraits war das Verfahren daher ungeeignet. Für die Reprotechnik war es als Vorläufer der Fotogravüre und Urahn des Tiefdrucks dagegen wegweisend.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | Daguerreotypie

Zu der Zeit, als Niépce seinen Forschungen nachging, betrieb Louis Daguerre in Paris kommerziell erfolgreich Dioramen; große begehbare Bilder mit Licht- und Ton-Effekten. Daguerre war Maler und arbeitete bei der Herstellung seiner großen Bilder auch mit der Camera obscura. Er forschte ebenfalls an der Fotografie — allerdings erfolglos.

Daguerre erfuhr von Niépce‘ Arbeit und tat sich 1829 mit ihm zusammen. Sie setzten einen entsprechenden Vertrag auf, um gemeinsam ein alltagstaugliches fotografisches Verfahren zu entwickeln. Das zog sich hin — letztlich ergebnislos.

Niépce starb 1833. Später entwickelte Daguerre erfolgreich ein Verfahren, das allerdings anders funktionierte als das seines ehemaligen Partners.

Basis seiner Daguerreotypie ist eine versilberten Kupferplatte, die mit Jod, Brom und Chlor bedampft wird. Dadurch wird sie für kurze Zeit lichtempfindlich und muss rasch belichtet werden. Entwickelt wird die Platte mit Quecksilberdampf, es entsteht ein quasi-positives Unikat.

Die Daguerreotypie war das erste praktikable Fotografieverfahren.

Die Rechte am Verfahren wurden vom französischen Staat gekauft und 1839 kostenlos der Weltöffentlichkeit übergeben (zunächst mit Ausnahme von Großbritannien). Deshalb feiern wir in diesem Jahr den 175. Geburtstag der Fotografie.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | Kalotypie

Ein weiterer Foto-Pionier war William Talbot. Er war Mitglied der Royal Society und ein prototypischer Universalgelehrter seiner Zeit. Auch Talbot kam im frühen 19. Jahrhundert durch die Camera obscura zur Fotografie. Als er mit seinen Forschungen begann, wusste Talbot weder von Niépce noch von Daguerre.

Talbot hatte schon 1834, also vor Daguerre, sein Verfahren ausgearbeitet — quasi als Weiterentwicklung von Wedgwoods 30 Jahre zuvor geleisteten Arbeiten, die er auch ausdrücklich anerkannte. Talbot nannte sein Verfahren „fotogenische Zeichnung“, man kennt es auch als „Salzdruck“.
Das war der Vorläufer seiner 1941 vorgestellten Kalotypie.

Talbot arbeitete mit Papier als Schichtträger. Das Papier machte er mit Silberchlorid lichtempfindlich und belichtete dieses in der Kamera zum Negativ.
Von diesem Negativ konnten später durch Umkopieren auf das gleiche Papier oder auf sein älteres Salzpapier beliebig viele Positive hergestellt werden.

Obwohl er das noch nicht so nannte, hatte Talbot damit den Negativ-Positiv-Prozess entwickelt, der in der nichtelektronischen Fotografie ja bis heute genutzt wird.

Talbots und Daguerres Verfahren sind sehr verschieden. Beide hatten Vor- und Nachteile und beide waren bis zur Erfindung des nassen Kollodiumverfahrens in Gebrauch.

Daguerreotypien waren qualitativ hochwertig und detailreich, man konnte sie jedoch nicht vervielfältigen; jede Daguerreotypie ist ein Unikat.

Kalotypien waren günstiger herzustellen als Daguerreotypien und konnten vervielfältigt werden. Sie waren jedoch weniger brillant und bei weitem nicht so detailreich, da beim Vervielfältigen die Papierstruktur des Negativs mitkopiert wurde.

Talbot erfuhr 1839 von Daguerres Erfolg, allerdings noch ohne die Details zu kennen. Er hatte sofort die Befürchtung, dass Daguerres Methode die gleiche wäre wie seine und setzte alles daran, die Franzosen zu überzeugen, er sei der Erfinder der Fotografie; Niépce kannte er ja noch nicht. Es klärte sich bald, dass Talbots und Daguerres Verfahren sehr verschieden waren. Beide hatten Vor- und Nachteile und beide waren bis zur Erfindung des nassen Kollodiumverfahrens in Gebrauch.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Gefragt war also ein Verfahren, das die Vorteile von Daguerreotypien und Kalotypien vereinte.
Es lag nahe, eine Glasplatte als Schichtträger zu verwenden.

Schon ab 1847 waren entsprechende Albuminplatten bekannt, sie waren jedoch nur wenig lichtempfindlich.

Es war Frederick Scott Archer, der 1851 herausfand, dass sich Kollodium gut als Schicht für die lichtempfindlichen Silbersalze eignet.

Der Erfolg war durchschlagend: in kurzer Zeit löste das neue Verfahren sowohl die Daguerreotypie als auch die Kalotypie ab.
Es war nun für etwa 30 Jahre das fotografische Standardverfahren.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Kollodium ist eine zähe Flüssigkeit, die entsteht, wenn man Baumwolle in Salpetersäure, Alkohol und Ether auflöst.

Das Prinzip des nassen Kollodiumverfahrens ist einfach: In das Kollodium werden Salze eingemischt, die später die lichtempfindlichen Silberhalogenide bilden.
Diese Mischung wird auf eine Platte aufgebracht.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Bevor die Schicht trocken ist, wird sie im Dunkeln in Silbernitrat getaucht.
Nach einigen Minuten ist die Schicht lichtempfindlich und wird feucht in den Plattenhalter der Kamera eingesetzt.
Nun muss zügig fotografiert werden, bevor die Platte zu trocken und damit unempfindlicher wird.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Die noch feuchte, aber belichtete Platte wird dann zügig entwickelt.

Nach dem Entwickeln kann es gemütlich weitergehen: die Platte wird fixiert und gewässert.
Ist sie trocken wird die Platte üblicherweise mit einer Schutzschicht versiegelt.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Vom nassen Kollodiumverfahren gibt es mehrere Varianten. Diese unterscheiden sich im wesentlichen durch die Art des Trägers, das Verfahren ist in allen Fällen identisch.

Klassisch arbeitet man im Hinblick auf ein Negativ zum Vergrößern oder Umkopieren.
Mit dem nassen Kollodiumverfahren kann man jedoch auch Scheinpositive erzeugen. Das sind Bilder, die man ohne weitere Bearbeitung direkt betrachten kann, ähnlich der Daguerreotypie.

Dabei nutzt man einen optischen Effekt, das Dunkelfeldprinzip: Jedes Negativ erscheint vor einem dunklen Hintergrund als Positiv.

Ist der Träger für das Kollodium statt einer transparenten Glasplatte, eine schwarze Glasplatte oder eine lackierte Metallplatte, erscheint nach dem Entwickeln direkt ein positives Bild. Diese kann man natürlich nicht mehr kopieren, es entstehen Unikate.

Ist der Träger eine schwarze Glasplatte nennt man das Bild eine Ambrotypie, befindet sich das Bild auf einer Metallplatte, spricht man von einer Ferrotypie.

Soweit ich weiß, belichtet Stefan Sappert ausschließlich Ambrotypien und Ferrotypien.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | nasses Kollodiumverfahren

Die Nassplatten-Fotografie hat allerdings praktische Nachteile: vor allem die langen Belichtungszeiten und das Gewicht der Ausrüstung: Der Fotograf muss ja zusätzlich zur Kamera-Ausrüstung noch die komplette Dunkelkammer mitschleppen.

Auch bei viel Licht liegen die Belichtungszeiten im Bereich mehrerer Sekunden; scharfe Aufnahmen bewegter Motive sind also nicht möglich. Ganz zu schweigen von dem Vorbereitungsaufwand jeder einzelnen Aufnahme.

Daher wurde damals viel im Studio gearbeitet.
Einige Fotografen haben jedoch einen immensen Aufwand betrieben und waren mit mehreren hundert Kilogramm schweren Ausrüstungen unterwegs: beispielsweise die Gebrüder Bisson, die im Mont-Blanc-Massiv die ersten Hochgebirgsfotografien anfertigten, Matthew Brady, der den amerikanischen Bürgerkrieg fotografierte oder Roger Fenton, der den Krimkrieg dokumentierte.

Dennoch: Die Ära des nassen Kollodiumverfahrens endete abrupt auf Grund der erwähnten Nachteile, als um 1880 maschinell hergestellte Trockenplatten und später die Rollfilme erhältlich waren.

Aber warum arbeitet dann beispielsweise Stefan Sappert heutzutage mit diesem alten Verfahren? Um das zu erklären, muss ich zum Schluss noch zu einem Zeitsprung ansetzen.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | 100 Jahre spaeter -- alternative Fotografie

Ich überspringe jetzt das 20. Jahrhundert, also die Industrialisierung der Fotografie inklusive der Entwicklung der Farbfotografie.

Denn 100 Jahre nach Beginn der Foto-Industrialisierung geschah ab den 1990er-Jahren etwas erstaunliches:
Mit dem Beginn der Digitalisierung der Fotografie — die ja eine vollständige Automatisierung der Bilderzeugung bedeutet — besannen sich einzelne Fotografen ab den 1990er-Jahren auf die Anfänge ihres Mediums.

Wichtige Namen in diesem Zusammenhang sind France Scully und Mark Osterman, die viel Aufbauarbeit geleistet haben.
International anerkannte Fotokünstler wie Sally Man — die das Verfahren von den Ostermans lernte — und Deborah Luster realisierten in den 1990er-Jahren Aufsehen erregende Arbeiten mit dem Nassplatten-Prozess.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | alternative Fotografie

Diese Forscher und Fotografen beförderten eine Renaissance der frühen fotografischen Verfahren aus dem 19. Jahrhundert.
Dabei ging es nicht nur um das Nassplatten-Verfahren, auch Daguerreotypien und Kalotypien sowie die ganze Palette der Edeldruckverfahren wurden wieder entdeckt und vermehrt praktiziert.

In der Folge begannen Fotografen weltweit, mit diesen fast ausgestorbenen Techniken zu arbeiten. Es entstand eine Bewegung, die unter dem Begriff „Alternative Fotografie“ zusammengefasst wird. Im Gegensatz zu früheren Foto-Bewegungen gibt es hier allerdings keine Gründungsperson und kein Manifest.

Das nasse Kollodiumverfahren -- eine fotohistorische Einordnung | Danke

Verbindendes Element ist — wie das der Name andeutet — eine Gegenposition zur standardisierten Fotoindustrie; also eine Art Unabhängigkeitserklärung jedes einzelnen Fotografen.

Vielen Dank fürs Zuhören!

Haben Sie diesen Beitrag gerne gelesen? Mussten Sie schmunzeln oder haben Sie etwas Neues erfahren? –> So unterstützen Sie diesen blog.

    Literatur:

  • Berkhofer, George H.: Wet Collodion Photography. A Short Manual. 2007
  • Bernard, Bruce: Foto-Entdeckungen 1840–1940. Unbekannte Meisterwerke bedeutender Fotografen in Farbe. Bemerkungen zu den fotografischen Verfahren von Valerie Lloyd. Köln: DuMont, 1981.
  • Bilici, Serdar: Alternative Photography in the Digital Age: Perfect Photography in an Imperfect Way. Master thesis (MFA) İhsan Doğramacı Bilkent University, Ankara 2013.
  • Dippolt, Otto E.: How to Make Accessories for the Wet Plate Camera. 2007.
  • Honnef, Klaus: 150 Jahre Fotografie. Mainz: Verlag Kunstforum, 1977.
  • Kempe, Fritz: Daguerreotype in Deutschland. Vom Charme der frühen Fotografie. Seebruck am Chiemsee: Heering, 1979.
  • Mees, Keneth A. E.: The Theory of the Photographic Process. New York: Macmillan, 1945.
  • Mutter, Edwin: Die Technik der Negativ- und Positivverfahren.Wien: Springer, 1955 (= Die wissenschaftliche und angewandte Photographie; 5)
  • Newhall, Beaumont: Die Väter der Fotografie. Anatomie einer Erfindung. Seebruck am Chiemsee: Heering, 1978. (= Neue Fotothek)
  • Renner, Eric: Pinhole Photography. From Historic Technique to Digital Application. 4. Aufl. Burlington (USA), Oxford (UK): Elsevier (Focal Press): 2009
  • Rexer, Lyle: Photography’s Antiquarian Avant-Garde. The New Wave in Old Processes. New York: Harry N. Abrams, 2002.
  • Steadman, Philip: Vermeer’s Camera. Uncovering the Truth Behind the Masterpieces. Oxford: Oxford University Press: 2001.

Thematisch passender Text auf NzF:
Martin Frech: Keliy Anderson-Staley: [hyphen] AMERICANS

 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

Worldwide Pinhole Photography Day | Galerie eröffnet 12. Mai 2009

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Events.
Tags: , , , , , , , , , ,
add a comment

Am 26. April 2009 fand der neunte Worldwide Pinhole Photography Day (wppd) statt. Wer möchte, kann seine Arbeit in der „offiziellen“ Galerie zeigen; noch bis zum 31. Mai können entsprechende Beiträge eingereicht werden.

Ich habe mich dieses Jahr einer Arbeit aus meiner Serie von hier nach dort (aber wieder nach Hause) beteiligt.

Martin Frech: Railroad, Sunrise (2009)
Railroad, Sunrise (2009)
Photo © Martin Frech, Berlin

Meine bisherigen Beiträge zu Worldwide Pinhole Photography Days: 2008, 2007, 2006, 2005.

Termin: Worldwide Pinhole Photography Day 2009 14. März 2009

Posted by Martin Frech in Events, gute Idee.
Tags: , , ,
add a comment

Worldwide Pinhole Photography Day 2009
Poster by Aga Kluska

–> How to Participate

Meine bisherigen Beiträge: 2008, 2007, 2006, 2005.

Light Leaks | House of Maté 30. Juli 2008

Posted by Martin Frech in Photo: Frech.
Tags: , , , , , ,
add a comment

House of Maté
House of Maté
Photo © Martin Frech, Berlin

Die zehnte Nummer von Light Leaks, der Zeitschrift für Low-Fidelity-Photographie, ist dieser Tage erschienen.
Ich freue mich, dass Aline Smithson mein oben gezeigtes Bild zum Schwerpunktthema Cliff-Hangers veröffentlicht hat.

Worldwide Pinhole Photography Day 08 26. Mai 2008

Posted by Martin Frech in Events, Photo: Frech.
Tags: , , , , , , , , , , , ,
2 comments

Am 27. April fand der Worldwide Pinhole Photography Day (wppd) statt.
Mein Beitrag für die „offizielle Galerie“ ist folgende Arbeit, die zugleich das erste Bild für mein sofobomo-Buch war (dazu später mehr).

Uferzone
Photo: © Martin Frech, Berlin

Meine früheren wppd-Beiträge: 2007, 2006, 2005.

Eine kleine Auswahl meiner weiteren Lochkamera-Arbeiten finden Sie bei flickr: http://www.flickr.com/photos/medienfrech/sets/1545056/

Thomas Bachler: Tatorte | Anmerkungen 19. März 2008

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Events, Geschichte.
Tags: , , , , , , , , ,
6 comments

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Am vergangenen Sonntag haben wir mit einer Matinee in Köln die Ausstellung mit der Serie Tatorte von Thomas Bachler eröffnet (siehe auch die Einladung und Impressionen vom Hängen der Ausstellung).

Ausstellungsort:
Atelier für Mediengestaltung
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Ausstellungsdauer:
17. März 2008 bis 30. Mai 2008
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr)
oder nach Vereinbarung:
Tel. (0221) 6110935

Zur Einführung habe ich eine kurze Ansprache vorbereitet, die ich hier dokumentiere.

Bachler-Ausstellung, Eröffnung
Photo © Atelier für Mediengestaltung, Köln

Anmerkungen zu Thomas Bachlers Serie Tatorte
© 2008 Martin Frech, Berlin

Thomas Bachler ist ein Künstler, dessen Werk ich sehr schätze. Daher freue ich mich ganz besonders, dass ich ihn für diese Ausstellung gewinnen konnte.(1)

Schon das erste Bild, das ich von ihm sah, hat mich nachhaltig beeindruckt. Es heißt Kopfschuss und war abgedruckt auf der Titelseite der Zeitschrift Pinhole Journal vom Dezember 1994.(2)

Kopfschuss ist ein Selbstportrait des Photographen.
Es zeigt ihn mit durchschossenem Kopf. Das Einschussloch ersetzt das rechte Auge.

 Kopfschuss
Thomas Bachler: Kopfschuss (1993)
© Thomas Bachler (Abdruck mit freundlicher Erlaubnis des Photographen)

Ein starkes Bild. Ein Photograph zerstört sein Auge.
So kann man das sehen.

In Kenntnis seines Werkes kann ich jedoch sagen: Dieser vordergründige Ansatz greift zu kurz. Thomas Bachler geht es nicht um Zerstörung, eher um Erkenntnis.
Der Schuss öffnet ihm das Auge.

Der formale Bezug zu den hier gezeigten Bildern aus Herrn Bachlers Serie Tatorte ist deutlich.

Die Tatorte entstanden 1997, also vier Jahre nach Kopfschuss sowie 2006 — mit derselben Technik. Sie zu unterscheiden ist einfach.
Alle Querformate wurden in Kassel aufgenommen und zeigen unterschiedliche Motive. Die Hochformate entstanden und zeigen Parkbänke aus Dresden.

Wir sehen unspektakuläre urbane Orte — jeweils mit Einschussloch.

Der Serientitel wurde ursprünglich mit Bindestrich geschrieben: Tat-orte.
Zwei Lesarten bieten sich an.

Zum einen könnten die Orte tatsächlich Tatorte sein im strafrechtlichen Sinne, also Orte, an denen eine Straftat begangen worden ist.

Zum anderen sind die Plätze auf jeden Fall Orte, an denen etwas getan wurde, nämlich eine dunkle Kammer mit einem Pistolenschuss in eine Lochkamera zu verwandeln.
Denn, wie es im Katalog unnachahmlich heißt, erst die Tat macht einen Ort zum Tatort.

Ich werde Sie im weiteren nicht mit Bildanalysen langweilen, sondern darüber reden, wie diese Bilder praktisch entstanden sind.

Diese Photos sind keine Montagen!

Thomas Bachler nutzte die Technik der Lochkamera — und er hat tatsächlich geschossen.

Die Lochkamera ist ein einfaches Gerät. Es besteht aus vier Teilen: 1) einem Stück Film oder Photopapier, 2) einer lichtdichten Kammer zum Schutz dieses lichtempfindlichen Materials, 3) einer Lochblende und 4) einem Verschluss. Die Lochkamera funktioniert ohne Objektiv.

Das Prinzip ist, die Außenwelt durch ein kleines Loch in einen Raum zu projizieren. Der Raum kann beliebig groß sein.
Johannes Kepler hat für diese Vorrichtung im 17. Jahrhundert den Begriff Camera Obscura (dunkler Raum) eingeführt. Naturforscher haben seit dem Altertum mit der Camera Obscura gearbeitet.

Die Projektionsfläche kann lichtempfindliches Material sein; dort kann aber auch die Staffelei eines Malers stehen.
Ab dem 16. Jahrhundert hat wohl kaum ein Maler auf dieses Hilfsmittel verzichtet. Möglicherweise sind sogar schon die Höhlenbilder von Lascaux durch Abmalen eines Loch-Bildes entstanden.(3)

Der Begriff pin hole stammt aus dem 19. Jahrhundert, als mit der Erfindung der Photographie die Camera Obscura auch als Photo-Kamera genutzt wurde.

Die Lochkamera-Photographie ist jedoch immer ein Randgebiet der Photographie geblieben.

Thomas Bachler hat dieser langen Geschichte der Camera Obscura mit seinen geschossenen Photographien einen neuen Aspekt hinzugefügt.
Meines Wissens ist er der Erfinder dieses Verfahrens.

Er platzierte 18×24 cm großes Photopapier in einer geschlossenen Schachtel. Statt des Auslösers drückte er den Abzug seines Revolvers. Dabei stand er übrigens vor der Kamera.
Der Schuss erzeugte die Lochblende und startete damit die Aufnahme.

Die Belichtungszeit betrug zwischen einer halben und vier Minuten. Das war natürlich abhängig von den Lichtverhältnissen und der entstandenen Lochgröße. Der Photograph schätzte diese Zeitdauer.
Die Belichtung wurde durch Abkleben der Löcher unterbrochen.
Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Lochkamera hat Thomas Bachlers Aufbau nach der Aufnahme drei Löcher: das Projektil hat die Schachtel und das Photopapier durchschlagen.

Die Ausarbeitung der beiden Werkgruppen erfolgte auf unterschiedliche Weise.
Die kleinen Formate wurden durch direktes Umkopieren hergestellt.
Die großen Bilder sind Vergrößerungen der Papiernegative.

Thomas Bachler hat — ich habe das bereits angedeutet — schon in jungen Jahren seine Spuren in der Photo-Geschichte hinterlassen. Im Standardwerk zur Lochkamera-Photographie(4) ist er gleich dreimal prominent vertreten: mit unterschiedlichen Positionen und ebenso verschiedenen wie ungewöhnlichen Kamera-Konzepten.

Ihn deswegen als Lochkamera-Künstler zu apostrophieren, würde seinem Werk jedoch nicht gerecht werden.
Die Kamera ist für Thomas Bachler tatsächlich nur ein Werkzeug zur Umsetzung seiner Konzepte.
Die Lochkamera schätzt er sehr, da diese wie kaum eine andere photographische Technik selbst Teil des späteren Bildes ist.
Wenn Sie sich jedoch in sein Werk vertiefen, wird Ihnen auffallen, dass er so gut wie keine photographische Technik auslässt.(5)

Aber auch hier gilt: das Original ist durch nichts zu ersetzen.

Nutzen Sie also die seltene Gelegenheit und lassen Sie Thomas Bachlers Bilder hier auf sich wirken. Vielleicht ist das ja der Einstieg in eine intensivere Beschäftigung mit dem Künstler und seinem Werk.
Es lohnt sich!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Literatur

(1) zu unserer Ausstellung gibt es einen Katalog: Bachler, Thomas: Tatorte. Dresden 2007. ISBN 978-3-940246-02-8
(2) Pinhole Journal Vol. 10 #3, Dezember 1994: Black and White Contemporary Images 2. ISSN 0885-1476
(3) so die Paleo-Kamera-Theorie von Matt Gatton: http://www.paleo-camera.com/
(4) Renner, Eric: Pinhole Photography. Rediscovering a Historic Technique. 3. Aufl. Amsterdam u.a.: Elsevier, 2004. ISBN 0-240-80573-9
(5) Einen guten Überblick über sein Werk bekommen Sie auf den Web-Seiten des Künstlers: http://www.thomasbachler.de/

Thomas Bachler: Tatorte | Ausstellung hängen 18. März 2008

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Events, Photo: Frech.
Tags: , , , , , , , , , , , , , ,
2 comments

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

Vorgestern haben wir in Köln die Ausstellung mit der Serie Tatorte von Thomas Bachler eröffnet (siehe meine Ankündigung). Hier einige Eindrücke von der Vorbereitung:

Die Fracht ist gut angekommen
Dresden — Köln: die Fracht ist gut angekommen.

Anordnung ausprobieren
Was kommt wohin?

Bilder hängen
Die Entscheidung ist gefallen.

Glas reinigen
Jetzt noch für Durchblick sorgen.

Ausstellung hängt
Das ist eine schöne Ausstellung geworden!

Alle Photos © Martin Frech, Berlin

Thomas Bachler: Tatorte | Einladung 13. März 2008

Posted by Martin Frech in Eigenwerbung, Events.
Tags: , , , , , , , ,
4 comments

Weitere Randgebiete-Beiträge zu diesem Thema:

 Unterführung (aus der Serie Tatorte)
Unterführung (aus der Serie Tatorte)
© Thomas Bachler

Gemeinsam mit dem Atelier für Mediengestaltung in Köln veranstalte ich seit zwei Jahren eine Ausstellungsreihe zu Randgebieten der Photographie (Infos zu den vergangenen Ausstellungen).

Aktuell zeigen wir die Serie Tatorte des Photographen Thomas Bachler.
Wir eröffnen wir die Ausstellung am nächsten Sonntag mit einer Matinée (Palmsonntag, 16. März 2008). Dazu sind auch meine Leser ganz herzlich nach Köln eingeladen.

Ausstellungsort:
Atelier für Mediengestaltung
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Ausstellungsdauer:
17. März 2008 bis 30. Mai 2008
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr)
Eröffnung: 16. März 2008, 11 Uhr

Thomas Bachler ist ein Künstler, dessen Werk ich sehr schätze. Daher freue ich mich ganz besonders, dass ich ihn für diese Ausstellung gewinnen konnte.

 Parkbank (aus der Serie Tatorte)
Parkbank (aus der Serie Tatorte)
© Thomas Bachler

Die Ausstellung Tatorte zeigt Motive einer trügerischen Idylle. Vom Täter fehlt mal wieder jede Spur, war doch die Belichtungszeit zu lang, um ihn festzuhalten. Die Fotografie wird zum Indiz. Genau wie der kriminalistische Schauplatz selbst, kann sie nur auf den Täter verweisen.

Ein Pistolenschuss bringt Licht ins Dunkel
Thomas Bachlers Tatorte sind Aufnahmen mit einer zunächst vollständig geschlossenen Camera Obscura, bei der ein Pistolenschuss das zur Belichtung notwendige Loch schafft und zugleich das spätere Bild in Gestalt eines hellen Flecks sichtbar durchschlägt. Wie im richtigen kriminalistischen Leben ist es die Tat, die den bis dahin unschuldigen Ort zum Tatort macht. Thomas Bachler, Jahrgang 1961, lebt und arbeitet in Dresden. Er gilt als einer der wichtigsten Künstler in Deutschland, der sich intensiv mit der Lochkamera befasst hat. Er ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund und in der Deutschen Fotografischen Akademie.

Der Schuss als fotografische Tat
Dr. Thomas Niemeyer, Mitglied der Kuratorenwerkstatt an der Kunsthalle Fridericianum, Kassel, sieht in Bachlers Tatorten einen geläufigen Begriff in der Anwendung, wenn nämlich Fotos geschossen werden. „Das Wort ist in diesem Zusammenhang so vertraut, dass die agressiv anmutende Umkehrung des Vorgangs, den wenigsten noch auffällt“, so Niemeyer. „Bereits im späten 19. Jahrhundert als die fotografische Technologie erstmals Kurzzeitbelichtungen aus freier Hand und von bewegten Objekten erlaubte, etablierte sich der Begriff des Schnappschusses. Er wurde zum treffenden Synonym für die aktive Blickbeziehung, die der fotografischen Tat stets zugrunde liegt.“

 Spielplatz (aus der Serie Tatorte)
Spielplatz (aus der Serie Tatorte)
© Thomas Bachler

Pinholeday 2007, Galerie eröffnet 3. Mai 2007

Posted by Martin Frech in Events, Photo: Frech.
Tags: , ,
add a comment

Am 29. April fand der Worldwide Pinhole Photography Day (wppd) statt. Mein Beitrag für die „offizielle Galerie“ ist folgende Arbeit:

Father and Son
Photo: (c) Martin Frech

Mein Beitrag 2006: http://www.flickr.com/photos/medienfrech/152624191/in/set-1545056/
Mein Beitrag 2005: http://www.flickr.com/photos/medienfrech/40479791/in/set-1545056/

Eine kleine Auswahl meiner weiteren Lochkamera-Arbeiten finden Sie bei flickr: http://www.flickr.com/photos/medienfrech/sets/1545056/