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Kodak Kodacolor VR, abgelaufen 07/1988 vs. Kodak Portra 160 30. Juni 2017

Posted by Martin Frech in Film, Technik.
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Abstract.
On the occasion of Expired Film Day I did a comparison of the two color negative films
Kodacolor VR 100 (expired since july 1988) and Kodak Portra 160.
According to the proven role of thumb I lowered the EI for the Kodacolor by 3 stops to ISO 12/12°.
I developed both films together in the same small tank (process C-41).
After enlarging both negatives on
Kodak Endura (RA-4), I was really surprised by the outcome of the expired film. The problem in such a case is that you cannot manipulate the contrast: the chemistry is standardized RA-4 and with respect to the paper you no longer have a choice between different gradations.
If the negatives are scanned, the contrast can be compensated well — the long expired
Kodacolor VR film’s quality strikes me.


Am 15. März wurde bereits zum dritten Mal der Expired Film Day (EPD; #ExpiredFilmDay) begangen. Zwar wollte ich mich nicht mit einer Einsendung daran beteiligen — der EPD war für mich jedoch ein Anlass, in eine meiner Schachteln mit abgelaufenen Filmen zu greifen und ein Portrait zu fotografieren.

Sammlung abgelaufener Filme (Foto © Martin Frech)
Eine meiner Schachteln mit den abgelaufenen Filmen, die ich nicht kühl lagere.

Ich habe mich für eine Rolle des Farbnegativfilms Kodacolor VR entschieden, die bereits im Juli 1988 abgelaufen war (und spätestens seit damals nicht mehr kühl gelagert wurde):

Kodak Kodacolor VR 100 aus den 1980er-Jahren. (Foto © Martin Frech)
Kodak Kodacolor VR 100 aus den 1980er-Jahren.

Abgelaufene Filme sollte man länger belichten als frische — als Faustregel gilt, pro Dekade mit der halben Empfindlichkeit zu rechnen. Daher habe ich den Kodacolor VR 100 mit einem EI von 12° DIN belichtet (statt 21°).

Parallel zum Kodacolor habe ich in einem zweiten Magazin die gleichen Motive auf frischen Kodak Portra 160 (EI 21° DIN) fotografiert.

Beide Filme habe ich gemeinsam in der selben Dose im C-41-Prozess entwickelt.
Das Negativ des alten Films sieht grundsätzlich brauchbar aus —

Die Negative der Filme Kodak Kodacolor VR (li.) und Kodak Portra 160 (re.) auf der Leuchtplatte. (Foto © Martin Frech)
Die Negative der Filme Kodak Kodacolor VR (li.) und Kodak Portra 160 (re.) auf der Leuchtplatte.

doch besteht es auch die Puddingprobe? Negative sind schließlich zum Umkopieren da.

Ich habe also beide Negative konventionell auf Kodak-Endura-Papier (30×40 cm) vergrößert — die Performance des überlagerten Films hat mich dabei wirklich überrascht.

Das Kodacolor-Negativ habe ich 32 s lang belichtet mit einer Y-M-Filterung von 63-118, das Portra-Negativ etwa halb so lange und 92-115 gefiltert.

Das Problem ist in einem solchen Fall, dass man beim Farbvergrößern keinen Einfluss auf den Kontrast nehmen kann: die Chemie ist standardisiert RA-4 und hinsichtlich des Papiers hat man heutzutage keine Wahl mehr zwischen verschiedenen Gradationen.

Repros meiner Vergrößerungen (optisch, Kodak Endura, RA-4) von den Kodak-Kodacolor-VR- (li.) und Kodak-Portra-160-Negativen. Foto © Martin Frech
Repros meiner Vergrößerungen (optisch, Kodak Endura, RA-4) von den Kodak-Kodacolor-VR- (li.) und Kodak-Portra-160-Negativen.

Scannt man die Negative, kann man den Kontrast gut ausgleichen; der seit 30 Jahren überlagerte Kodacolor-VR-Film schlägt sich wacker:

Scan vom Kodak-Kodacolor-VR-Negativ (Foto © Martin Frech)
Scan vom Kodak-Kodacolor-VR-Negativ

Überrascht war ich von der Auflösung des Kodacolor VR; aber beim VR wurde ja auch die damals neue T-Grain-Emulsion verwendet. Vielleicht fotografiere ich zum Vergleich noch einen meiner alten Kodacolor-II-Filme (konventionelle Emulsion, aber schon C-41) oder scanne ein altes Negativ.


Scan vom Kodacolor-VR-100-Negativ, 100%-Ausschnitt, ungeschärft

Und so sehen die Scans des Portra-Negativs aus:

Scan vom Kodak-Portra-160-Negativ (Foto © Martin Frech)
Scan vom Kodak-Portra-160-Negativ


Scan vom Portra-160-Negativ, 100%-Ausschnitt, ungeschärft

 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

Zur Geschichte des Selbstportraits (Buch) 18. März 2015

Posted by Martin Frech in Buchvorstellung.
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Kürzlich habe ich an dieser Stelle kurz über Selfies und Selbstportraits geschrieben. Im Folgenden stelle ich ein Buch vor, das gut für den Einstieg ins Thema geeignet ist: Selbstporträts von Ernst Rebel (1).

Neben einem einführenden Text stellt der Autor im Bildteil Werke von 35 Künstlern vor und schlägt dabei einen Bogen vom 12. Jahrhundert bis heute. Berücksichtigt sind jedoch nur gemalte Bilder; Fotografien und Plastiken bleiben leider außen vor.

In seinem kunsthistorischen Aufsatz „Künstler im Brennpunkt ihres eigenen Blicks“ (S. 6–25 im besprochenen Band) geht Ernst Rebel der Frage nach, warum sich Künstler überhaupt selbst abbilden (sie zeigen, wie sie von anderen gesehen werden wollen) und seit wann sie das tun (seit dem 14. Jahrhundert).
Rebel streift kurz die Vorgeschichte von der Antike bis zum Mittelalter. Damals gab es unseren Künstler-Begriff noch nicht und die Dokumentation der Autorenschaft war unüblich bzw. von den Auftraggebern nicht gerne gesehen.
Das änderte sich in der Renaissancezeit, als die Künstler begannen, sich von den Artifexen (Handwerkern) zu unterscheiden. Sie signierten ihre Werke und fertigten Selbstportraits an; als das früheste autonome Selbstbildnis gilt van Eycks Gemälde von 1433.
Seitdem hat sich wahrscheinlich jeder Künstler auf diese Weise mit sich selbst beschäftigt — Ernst Rebel greift einige Highlights der Kunstgeschichte heraus und erklärt die jeweilige Bedeutung der einzelnen Werke.
Die Abhandlung endet mit Max Ernst und Francis Bacon. Im Bildteil sind mit David Hockney, Albert Oehlen, Jeff Koons und Gerhard Richter dann auch zeitgenössische Künstler berücksichtigt.

Insgesamt bietet der schmale Band eine kompakte Einführung ins Thema. Erzählt wird jedoch ausschließlich die männlich dominierte europäische Kunstgeschichte, aus einer deutlich konservativen Perspektive. Schade auch, dass nur die Malerei berücksichtigt ist.

(1) Rebel, Ernst: Selbstporträts. Hg. Norbert Wolf. Köln, 2008: Taschen. 96 S., zahlr. Ill. ISBN: 978-3-8228-5459-4.
 
 


(Ich weiß, die Werbung nervt. Und ich kann nicht einmal entscheiden, was hier gezeigt wird.)

Cosplay-Ausstellung in der schaelpic photokunstbar eröffnet (Feb. 2012) 4. Februar 2012

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, schaelpic photokunstbar.
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Gestern haben wir mit einer Vernissage die Ausstellung Cosplay — Das Spiel mit dem Wunsch-Charakter eröffnet. Noch bis zum 13. April zeigen wir in der schaeplic photokunstbar in Köln Porträts von Cosplayern, die Jürgen H. Krause in den Jahren 2008 bis 2010 bei jährlichen Szene-Treffs in Bonn aufgenommen hat.

Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)
Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)

Cosplayer stellen Comic- oder Film-Figuren möglichst überzeugend dar. Die Kostüme und das Zubehör — z.B. Modelle von Waffen oder Fahrzeugen — werden mit großem Aufwand selbst angefertigt. Cosplayer entwerfen ihre Kreationen nicht für das private Vergnügen, sondern suchen die Szene-Öffentlichkeit auf entsprechenden Großveranstaltungen.

Als das ursprünglich japanische Hobby in den 1990er-Jahren aufkam, belebten die Cosplayer Figuren aus Mangas und Manga-Animationsfilmen (Anime). Inzwischen wird das wohl nicht mehr so eng gesehen — man sieht auch Charaktere aus Computerspielen und Nicht-Manga-Filmen.

Ich rede über Mangas (Foto: Andrea Otto/AfM)
Ich rede über Mangas (Foto: Andrea Otto/AfM)

Die Basis des Cosplay sind jedoch Mangas. Daher habe ich zur Einführung einen reich bebilderten Abriss gegeben über die Geschichte der Mangas, über die verschiedenen Stile und Ausprägungen der Mangas sowie über den Einfluss der Mangas auf westliche Comics und die Populär-Kultur überhaupt.

Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)
Impression von der Vernissage (Foto: Andrea Otto/AfM)

Unsere Veranstaltung war erfreulich gut besucht und Jürgen H. Krauses Bilder fanden eine positive Resonanz. Insgesamt ein schöner Abend rechtsrheinisch und mal wieder eine Bestätigung, dass wir mit unserer schaelpic photokunstbar auf der richtigen Seite sind.

Die Macher: Tobias D. Kern, Frank Günther, Jürgen H. Krause, Frank Doering, Martin Frech (v. li., Foto: Andrea Otto/AfM)
Die Macher: Tobias D. Kern, Frank Günther, Jürgen H. Krause, Frank Doering, Martin Frech (v. li., Foto: Andrea Otto/AfM)

Cosplay — Das Spiel mit dem Wunsch-Charakter
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
6. Februar bis 13. April 2012
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)

Cosplay — Das Spiel mit dem Wunsch-Charakter 3. Januar 2012

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung, schaelpic photokunstbar.
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Die schaelpic photokunstbar in Köln-Mülheim zeigt Arbeiten des Kölner Fotografen Jürgen H. Krause. Seine Serie „Cosplayer“ entstand 2008 bis 2010 am Rheinufer in Bonn während der dort jährlich stattfindenden Cosplay-Wettbewerbe.

Die Vernissage ist am 3. Februar 2012 ab 18:30 Uhr. In der Ausstellung wird die Fotoserie erstmals öffentlich gezeigt und ist bis zum 13. April 2012 in der schaelpic photokunstbar zu sehen.

Jürgen H. Krause: aus der Serie "Cosplayer"
© Jürgen H. Krause: aus der Serie „Cosplayer“

Mit dem Boom der japanischen Comics (Mangas) und Animationsfilme (Anime) wurde das ursprünglich japanische Hobby Cosplay (kurz für Costume Play) in den 1990er-Jahren auch hierzulande populär.
Ein Cosplayer stellt eine Comic- oder Film-Figur möglichst überzeugend dar. Die Kostüme und das Zubehör — z.B. Modelle von Waffen oder Fahrzeugen — werden mit großem Aufwand selbst angefertigt.
Cosplayer entwerfen ihre Kreationen nicht für das private Vergnügen, sondern suchen die Szene-Öffentlichkeit auf entsprechenden Großveranstaltungen.

Der Fotograf Jürgen H. Krause ist selbst kein Cosplayer. Mit seinen großformatig aufgenommenen Porträts will er den Menschen hinter den Masken näher kommen. Er zeigt sich fasziniert von der Intensität, mit der die Cosplayer „ihre“ Figur verkörpern und die Gemeinschaft anderer Cosplayer suchen.

Jürgen H. Krause: aus der Serie "Cosplayer"
© Jürgen H. Krause: aus der Serie „Cosplayer“

Jürgen H. Krause, Jahrgang 1964, lebt und arbeitet als freier Fotograf in Köln.
Die schaelpic photokunstbar ist ein gemeinsames Projekt des Atelier für Mediengestaltung in Köln und randgebiete.de. Seit 2006 werden dort regelmäßig fotografische Positionen zum Leit-Thema Aspekte des Urbanen präsentiert.

Bei der Ausstellungseröffnung am Freitag, den 3. Februar 2012 wird Jürgen H. Krause anwesend sein.

Cosplay — Das Spiel mit dem Wunsch-Charakter
Ausstellungsort:
schaelpic photokunstbar
Schanzenstraße 27
51063 Köln
Tel. (02 21) 29 99 69 20
Ausstellungsdauer:
6. Februar bis 13. April 2012
(Mo. bis Fr., 10 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung)
Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 3. Februar 2012 ab 18.30 Uhr

Keliy Anderson-Staley: [hyphen] AMERICANS 27. November 2011

Posted by Martin Frech in Foto-Ausstellung.
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Porträts mit langen Belichtungszeiten haben ihren eigenen Stil. Die abgebildete Person zeigt auf solchen Bildern eine eher gleichmütige Pose, das Gesicht einen ernsten Ausdruck, die Augen blicken starr. Solche Fotos verweisen nicht unbedingt auf den Charakter oder das Temperament des abgebildeten. Die Anmutung ist überwiegend das Ergebnis des Stillhaltens.

Dieser Effekt ist auf den Kopfbildern aus dem 19. Jahrhundert durchweg sichtbar; Belichtungszeiten im Minutenbereich waren damals die Regel. Als Stilmittel eingesetzt, sind lange Belichtungszeiten in der Porträtfotografie für mich auch heute noch reizvoll.

Photographie eines Porträts, das ich als Ambrotypie auf schwarzem Glas angefertigt habe. Repro eines Silbergelatine-Abzugs. (Beide Photos © 2011 Martin Frech)
Photographie eines Porträts, das ich als Ambrotypie auf schwarzem Glas angefertigt habe. Repro eines Silbergelatine-Abzugs. (Beide Photos © 2011 Martin Frech)

Lange Belichtungszeiten sind natürlich kein exklusives Merkmal der Arbeit mit silberhaltigen Emulsionen. Dennoch wird für entsprechende Projekte gerne mit klassischer Technik gearbeitet, mitunter sogar mit historischen Verfahren.

So hat die 1977 geborene amerikanische Photographin Keliy Anderson-Staley für ihr Projekt „[hyphen] AMERICANS“ in den vergangenen Jahren hunderte von Tintype-Porträts angefertigt. Etwa 180 wurden kürzlich in der Light Work Gallery (Syracuse/NY) ausgestellt; im Katalog sind 43 abgedruckt.(1),(2) Auf ihrer Website ist ebenfalls eine Auswahl zu sehen.(3)

Die Künstlerin arbeitet mit Kameras und Objektiven aus dem 19. Jahrhundert — nicht primär aus nostalgischen Gründen. Im Interview mit Brendan Carroll betont sie die Vorteile der historischen Technik für ihr Projekt.(4) Anderson-Staley arbeitet bei offener Blende und mit Belichtungszeiten um zehn Sekunden, ungefähr eine Gedanken-Länge. Dies und die geringe Schärfentiefe (sie fokusiert wie üblich auf die Augen) lässt die Porträts für sie lebendiger erscheinen als wenn sie mit aktueller Technik arbeitete. Darüberhinaus bedingen die technischen Gegebenheiten bei jeder Platte verschiedene Defekte in der Emulsion, Schlieren und andere Unregelmäßigkeiten — für die Künstlerin eine Entsprechung zur menschlichen Unvollkommenheit.

Der Titel „[hyphen] AMERICANS“ betont, dass es sich bei den Abgebildeten um Amerikaner handelt. Der [Bindestrich] verweist jedoch darauf, dass die Wurzeln im Stammbaum vieler Amerikaner nicht in Amerika sind. Dieser Umstand kommt häufig zum Ausdruck, wenn die Personen etwa als chinesisch-amerikanisch, afrikanisch-amerikanisch oder irisch-amerikanisch beschrieben werden. Ein Teil der amerikanischen Identitäten ist durchaus von diesen Herkunfts-/Vorfahrens-Wurzeln geprägt. Gemeinsam verbindet alle jedoch der andere Teil, eben die amerikanische Identität, die Anderson-Staley im Titel ihrer Serie hervorhebt. Die Künstlerin legt Wert darauf, dass der Betrachter den Herkunfts-Aspekt, auf den man etwa aus den Gesichtszügen schließen könnte, aktiv verdrängt. Die Bilder sollen also nicht im Kontext einer interessengeleiteten Identitätspolitik gesehen werden.

(1) Keliy Anderson-Staley: [hyphen] AMERICANS. In: Contact Sheet 163 (2011), S. 1–49.
(2) http://www.lightwork.org/exhibitions/anderson-staley.html (2011-11-22)
(3) http://www.andersonstaley.com/gallery.html?folio=portfolios&gallery=Tintype%20Portraits (2011-11-27)
(4) Brendan Carroll: Keliy Anderson-Staley. Online verfügbar: http://brendanscottcarroll.wordpress.com/2011/07/12/keliy-anderson-staley/ (2011-11-27)

Hochsaison für nette Bilder 1. Dezember 2007

Posted by Martin Frech in Photo: Frech.
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Weihnachtskind
Ungünstig ist, wenn die Bildvorstellung des Kindes partout nicht den Geschmack der Mutter trifft.
Photo: © Martin Frech, Berlin